Kreditinstitut möchte Gebiet entwickeln / Planung noch am Anfang / Kreienhop für Stadtentwicklungskonzept

Bauboom in Bramstedt ungebrochen

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Der Ortsteil Bramstedt wird in den kommenden Jahren weiter wachsen.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Bodenpreise sind hoch, das bremst seit einiger Zeit die Entwicklung von Bauland, auch in Bassum und den umliegenden Ortschaften. Nun traut sich nach langer Zeit mal wieder ein Investor, ein Baugebiet zu realisieren, freut sich Bauamtsleiter Martin Kreienhop. Ein örtliches Kreditinstitut möchte in Bramstedt ein Gebiet entwickeln. „Für Bramstedt macht das absolut Sinn“, so Kreienhop. Durch den Bahnhof, die Schule und den Kindergarten sei der Ort ein interessanter Standort. Auch als Alternative zu Syke. Die zu entwickelnde Fläche liegt an der Dorfstraße zur Landesstraße hin. Dort wäre Platz für etwa 25Einfamilienhäuser.

Bauwillige müssen sich aber noch etwas gedulden. Kreienhop: „Wir haben noch nicht mal angefangen mit der Planung.“ Der erste Stein könne frühestens 2017 gesetzt werden.

Die Nachfrage nach Bauland in den übrigen Ortschaften ist hingegen überschaubar. „Wir haben gesagt, dass wir die Ortschaften stärken und dort Bauland rauskitzeln wollen, unter anderem mit der Erarbeitung einer Innenbereichssatzung“, erklärt der Bauamtsleiter.

In Nordwohlde sei man bei der Suche nach Potenzialflächen aber nicht fündig geworden. Dort müsste, wenn unbedingt gewünscht, ein Baugebiet komplett neu erschlossen werden. Doch genau das scheuen Investoren mangels Interesse.

In Neubruchhausen gibt es zwar Potenzial, aber ebenfalls keine Investoren. Mögliches Bauland könnte am Jakobsberg ausgewiesen werden. Auch dort stünde man am Anfang der Planung, betont Kreienhop. Bei einem Beteiligungsverfahren müsse man abwarten, was dort auf den Tisch kommt.

Kreienhop ist es wichtig, die Bedarfe im Blick zu haben. Gerade im ländlichen Raum rechnet er in den kommenden Jahren mit weiterem Leerstand. „Wir müssen aufpassen, dass Leben in den Dorfzentren bleibt.“

In den kleineren Ortschaften setzt er auf Lückenbebauung. In Wedehorn und Schorlingborstel soll zudem eine Außenbereichssatzung weitere Bauflächen ermöglichen. Vorausgesetzt, Interesse besteht.

Auch in Bassum wird Lückenbebauung praktiziert. In den vergangenen Jahren seien an mehreren Stellen Mehrfamilienhäuser errichtet worden. So entstanden seit 2012 allein 70 bis 80 neue Wohnungen. Zusätzlich weist die Statistik Einfamilienhäuser auf, in diesem Jahr sind es 27, 2014 waren es 47, 2013 etwa 40.

„Wir müssen schauen, wo und wie die Bedarfe sind. Wachsen wir wirklich oder verschiebt sich nur etwas?“, fragt sich Kreienhop. Das Baugebiet am Haferkamp sei zwar voll, aber nicht jeder der dortigen Bauherren sei ein Neubürger. Einige hätten sich ihren Traum vom barrierefreien Wohnen im Alter verwirklicht und dafür ihre ältere Immobilie verkauft oder vermietet.

Freie Bauplätze gibt es derzeit noch oberhalb der Dresdner Straße und am Hafter Weg. Für das Gebiet zwischen Bahnhofstraße, Bussard-Straße und An der Weide gibt es bereits einen B-Plan. Um dort eine Erschließungsstraße zu ermöglichen, wagt die Stadt ein Experiment: ein vereinfachtes Umlegungsverfahren.

Der Zweck der vereinfachten Umlegung werde dadurch erreicht, dass unmittelbar aneinander grenzende oder in enger Nachbarschaft liegende Grundstücke untereinander getauscht werden oder Teile von Grundstücken einseitig zugeteilt werden, falls diese nicht selbständig bebaubar sind. Jedem Eigentümer soll nach dem Verhältnis des Werts seines früheren Grundstückes zum Wert der übrigen Grundstücke möglichst ein Grundstück in gleicher oder gleichwertiger Lage zugeteilt werden.

Wenn das funktioniert, könnte sich Kreienhop derartiges öfter vorstellen.

Der Bauamtsleiter möchte langfristig ein Stadtentwicklungskonzept erarbeiten, dass möglichst viele Aspekte berücksichtigt, nicht nur Wohnen, sondern auch Einzelhandel, Gewerbe, Ziele und Bedarfe.

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