Musikalischer Klangzauber

Konzert in Bassum: 2Gplus gilt nur für Gäste

2Gplus gilt mancherorts anscheinend nur für Gäste.
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2Gplus gilt mancherorts anscheinend nur für Gäste.

Bassum – Nicht überall wo 2Gplus drauf steht, ist auch 2Gplus drin: Wer am kommenden Sonntag das Konzert „Klangzauber“ in der Bassumer Stiftskirche besucht – das laut Veranstalter unter der 2Gplus-Regel steht – wird in der Einladung nicht darüber informiert, dass unter den Mitwirkenden Ungeimpfte sind. Heißt: Die 2Gplus-Regel gilt also nur für die Gäste, nicht für die Mitwirkenden. Für die zählt 3G.

Der Grund ist: Die Kirche beruft sich auf den Gesetzgeber und darf als Veranstalter zwischen Gästen und Mitwirkenden unterscheiden. Letztere werden als Mitarbeiter gezählt und die haben Rechte. Noch gibt es keine Impfpflicht.

Wird da das Ganze nicht ad absurdum geführt?

„Ich habe die Gesetze nicht gemacht“, sagt Knut Laemmerhirt, Vorsitzender des Bassumer Kirchenvorstandes. Er bezieht sich auf die aktuelle Coronaverordnung – und zwar auf den Paragrafen 8, Absatz 9. Demnach zählen die Mitwirkenden als Mitarbeiter. „Und diese benötigen nur einen negativen Test.“

Hinter den Kulissen der Kirchengemeinde scheint das Thema für Diskussionen zu sorgen. Einige Gemeindemitglieder sehen die Glaubwürdigkeit der Kirche in Gefahr und wünschen sich wenigstens eine Information der Besucher. Laemmerhirt sieht dafür keine Notwendigkeit. Die Mitwirkenden seien schließlich getestet.

„Also mir leuchtet das nicht ein“, nimmt Kreisrätin Ulrike Tammen Stellung auf Anfrage. „Spontan würde ich sagen, dass die gesamte Veranstaltung unter 2Gplus stehen müsste.“ Es handele sich schließlich nicht um eine religiöse Veranstaltung, sondern um ein Konzert, das zufälligerweise in der Kirche stattfindet.“ Gottesdienste seien von der 2Gplus-Regel ausgenommen. Die Veranstaltung am Sonntag sei aber eine reine Freizeitveranstaltung.

Tammen verweist auf die Internetseite des niedersächsischen Chorverbandes. Dort werde explizit darauf verwiesen, dass Proben, Vereinsversammlungen und Konzerte zwar weiterhin erlaubt seien, aber nur noch nach 2Gplus-Regeln stattfinden.

Sie betont aber auch: „Das muss die Kirche für sich selbst beantworten.“

Kommentar

Gefühlt treten wöchentlich neue Regeln in Kraft. Kaum einer, der da noch den Durchblick hat. 2Gplus gilt (noch) in der Gastronomie, aber eben nicht für Mitarbeiter, nur für Gäste. Gottesdienste sind religiöse Veranstaltungen und dürften sogar ganz ohne G stattfinden. Jede Kirchengemeinde entscheidet das für sich. In Bassum gilt 3G. Nun gibt es anscheinend auch noch Unterschiede bei Veranstaltungen.

Umso wichtiger ist es bei dem ganzen Durcheinander, dass es verlässliche Informationen für die Menschen gibt. Wenn ich als Zuhörer zu einem Konzert gehe, dass als 2Gplus-Veranstaltung angekündigt wird, erwarte ich, dass dies für alle Beteiligten gilt, eben auch für die Sänger. Das hat nicht nur etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun. Alles andere wäre fahrlässig und irreführend. Besucher wähnen sich in falscher Sicherheit.

Es gibt Menschen, die Kontakte zu Ungeimpften scheuen – Test hin oder her.

Jeder hat das Recht, selbst zu entscheiden, wen er treffen möchte und wen nicht. Dafür müssen alle wichtigen Informationen genannt werden.

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