Kommentar zum Weggang von Pastor Beckert

Finale einer unseligen Geschichte

Kommentar von Anke Seidel. Bitteres Finale einer unseligen Geschichte: Pastor Gerd Florian Beckert verlässt seine Kirchengemeinden, obwohl mindestens 700 Bürger mit ihrer Unterschrift hinter ihm und seiner Arbeit stehen.

Anke Seidel

Aber die Folgen einer „Unbedachtheit“, wie es im offenen Brief des Kirchenchores Nordwohlde heißt, haben am Ende ein vertrauensvolles, wertvolles Miteinander zwischen Pastor und Gemeinde zerstört. Sie haben einen Keil zwischen Menschen getrieben, die eines gemeinsam haben: Ihren christlichen Glauben und den Wunsch, das Bestmögliche zu erreichen. Aber ist das im elektronischen Kommunikationszeitalter überhaupt noch möglich, wenn sich Verdächtigungen schneller als der Schall verbreiten und Menschen im Schutz der Anonymität zu gnadenlosen Richtern werden? Wir leben in einem Rechtsstaat. Nach dessen Maßstäben steht zweifelsfrei fest: Pastor Beckert hat weder dienstrechtliche noch strafrechtliche Verfehlungen begangen. Wir leben leider auch in einer Klage- und Regress-Gesellschaft, in der zunächst immer das schlechteste Szenario – das Misstrauen – zählt, um rechtlich auf der sicheren Seite zu bleiben. Das beschädigt Menschen und setzt Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, wie es Pastor und Superintendent nun einmal sind, unter enormen Druck. Wen wundert es also, dass immer weniger Menschen Verantwortung übernehmen wollen? Der Kirchenchor hat das glücklicherweise getan und mit seiner Unterschriftenaktion bewiesen, worauf es wirklich ankommt: Ein klares Zeichen gegen Vorverurteilung zu setzen und einem geschätzten Pastor den Rücken zu stärken.

Die ganze Geschichte von Pastor Beckert

Pastor verlässt Nordwohlde „mit schwerem Herzen“

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