Kommentar zum B51-Ausbau

...und sie dreht sich doch!

Bassum - Alles ist gut, so wie es ist. Veränderungen sind bestenfalls anmaßend, schlimmstenfalls Teufelswerk, auf jeden Fall aber unnötig, weil dadurch nur alles schlimmer wird. – Das ist eine buchstäblich mittelalterliche Geisteshaltung, die für Europa 1.000 Jahre lang Rückschritt und Stillstand bewirkt hat; vom Ende des Römischen Imperiums bis zur Renaissance. Speziell in Deutschland – so mein persönlicher Eindruck – ist diese Geisteshaltung seit 10 oder 20 Jahren wieder schwer im Kommen. Unser Land ist veränderungsfeindlich geworden. 

Du kannst nichts Neues mehr schaffen, ohne dass sich Menschen zusammentun, die dagegen auf die Barrikaden gehen. Die Argumente sind dabei komischerweise fast immer dieselben: Das bringt doch keinen Vorteil, die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen, die Belastung für die Umwelt und die Menschen ist unzumutbar. Dabei ist es praktisch egal, um welche Sache es geht. Ob es der Bau einer Stromleitung ist, einer Güterzugstrecke, eines Tiefseehafens oder der Transrapid (erinnert sich noch jemand daran? ...diese Magnetschwebebahn, die jetzt in China fährt...).

Würde heute in Deutschland die Eisenbahn neu erfunden werden – es gäbe keine Chance, dass sie jemals den Betrieb aufnimmt. Oder das Auto: Tausende von Kilometern Straßen kreuz und quer durch das Land pflastern? Völlig undenkbar. Am Ende gar noch ein Netz aus Autobahnen! Geht gar nicht!

Insofern ist es keine Überraschung, dass auch der Ausbau der B 51 Widerstand erzeugt. Und es ist das gute Recht eines Jeden, dagegen zu sein. Ich bin dafür! Und kann jedem nur empfehlen, ein paarmal wochentags von Nordenham nach Delmenhorst zu fahren. Vom Wesertunnel bis Brake ist die B 212 auf knapp 20 Kilometern als 2+1-Lösung ausgebaut. Da kann jeder ausprobieren, wie wunderbar das funktioniert. Der Rest der Strecke ist dann wieder der herkömmliche lange Jammer. Und das Fahren auf beiden Abschnitten ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Selbst wenn der Zeitvorteil nur marginal ist.

Lesen Sie hierzu: 

Rat stellt sich gegen Ausbau der B 51

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