Knapp 30 Besucher bei Klappstuhl-Gästeführung im Vorwerk

Äpfel und Sonnensteine

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Die Besucher hatten es sich bei der Klappstuhl-Führung im Vorwerk gemütlich gemacht.

Bassum - Die Klappstuhl-Führung der Bassumer Gästeführer erwies sich als eine sehr gute Idee: Fast 30 Gäste waren ins Vorwerk gekommen, um von vier Gästeführern vier thematisch sehr unterschiedliche Berichte zu hören. Begrüßt wurden sie von Bodo Heuermann, der auch die Referenten Klaus-Dieter Sprenger, Anni Wöhler-Pajenkamp, Ines Meyer und Dr. Eberhard Grütte vorstellte und die Gäste zu Kuchen und Getränken einlud.

Zu diesen Getränken gehörte auch Saft aus Äpfeln, die auf der vom Nabu angelegten Streuobstwiese in Eschenhausen geerntet wurden. Über diese Wiese informierte Anni Wöhler-Pajenkamp, die auch mehrere Apfelsorten zum Probieren mitgebracht hatte.

Auf dieser ursprünglich sieben Hektar großen Streuobstwiese, die kürzlich noch um weitere drei Hektar vergrößert wurde, wachsen mehr als 120 Obstsorten. Vorwiegend handelt es sich um alte lokale Apfelsorten, aber auch Birnen, Kirschen und Pflaumen. Hecken und Teiche auf dem Gelände sorgen für Artenvielfalt und bieten zahlreichen Tieren einen Lebensraum. Meisen, Goldammern, Dorngrasmücken und Neuntöter brüten dort, rund 150 Schmetterlingsarten wurden gezählt, von denen 20 auf der Roten Liste stehen. Seit 2009 wird das Fallobst gesammelt und zu Saft verarbeitet.

Über „Sonnensteine in der Wildeshauser Geest“ berichtete Dr. Eberhard Grütte. Zunächst bewies er anhand eines Fotos von einem im Moor gefundenen Klappstuhl, dass es Klappstühle „schon vor Ikea“ gab. Den Harpstedter „Sonnenstein“ hätten Harpstedter Schützen gefunden, die diesen sofort als „Zielscheibe“ identifizierten, berichtete Grütte. Lehrer Grimsehl aus Harpstedt widersprach und datierte das Fundstück in die Bronzezeit, ohne die genaue Bedeutung zu kennen.

Im Landkreis wurde nur noch ein zweiter Sonnenstein gefunden und zwar in Beckstedt im Fundament eines Bauernhauses. Auf Umwegen sei der Stein nach Schleswig-Holstein in ein Museum gekommen.

Info über

Wassermühle

Die NS-Ideologie hätte die Steine kurzerhand zu Sonnensymbolen erklärt, „es könnte aber auch ein Mondstein oder einfach nur Dekoration sein. Wir spekulieren“, erklärte Grütte.

Fest stehe jedoch, dass von Schottland über die Normandie bis nach Nordspanien Tausende weitere ähnliche Steine gefunden worden sind. In der Forschung sei man sich darüber einig, dass es sich bei dieser „Cup-and-Ring“-Kultur um eine eigenständige westeuropäische Kulturform handelt.

Ines Meyer stellte die Neubruchhauser Wassermühle vor, deren Ursprung möglicherweise bis in die Zeit der Grafen von Neubruchhausen zurückreicht. Die Mühle habe einst ein Dienstrecht gehabt, sodass alle Bauern in der Region ihr Getreide ausschließlich in dieser Wassermühle mahlen lassen mussten.

1971 wurde das mit dem Mühlenbetrieb verbundene Staurecht verkauft, der Handel mit Getreideprodukten wurde einige Jahre später auch eingestellt. 1980 wurde der 4000 Quadratmeter große Teich verkauft und zum Teil zugeschüttet. Als im Zuge der Renaturierung der Hache ein neuer Bachlauf geschaffen wurde, tauchten einige Fundstücke auf, die in der Alten Oberförsterei ausgestellt werden.

Einige der alten Gebäude sind noch vorhanden. Von dem Mühlenteich zeugen noch Reste der Staus. Meyers Wunsch: „Es darf nicht noch so ein altes Gebäude aus Neubruchhausen verschwinden wie die aus dem 16. Jahrhundert stammende Kapelle, die 1970 abgetragen wurde.“

Über die Auswirkungen der von 1714 bis 1837 bestehenden Personalunion zwischen Großbritannien und dem Königreich Hannover auf Bassum berichtete Klaus-Dieter Sprenger.

bt

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