Kommunikationsforum über Gefahren im Netz in Bassum

„Klicks“ mit ungeahnten Folgen

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Bernhard Zahn (von links), Sonja Fleck, Roman Stühler, Reiner Dohrmann und Markus Lüers.

Bassum - Nochmal schnell zwischen zwei Schulstunden per Smartphone ins Internet und ein Geschenk für Mutti bestellen. Beim Passwort muss Paul nicht lange überlegen.

Er hat den Namen seines Lieblingsfußballvereins gewählt: „Werderbremen!“ – und damit schon mehrere Fehler gemacht. „Die meisten Passwörter beginnen mit einem Großbuchstaben und enden mit einem Satzzeichen“, weiß Roman Stühler vom IT-Security Consultant. Das mache sie anfällig für Hacker-Angriffe. Da gerade Jugendliche viel Zeit im Internet verbringen, dort kommunizieren, kaufen und verkaufen, sei es wichtig, sie auf Gefahrenquellen hinzuweisen, damit sie wissen, wie schnell sie sich angreifbar machen.

„Digitalisierung ist kein Projekt, sondern ein Prozess, der bereits begonnen hat“, sagt Markus Lüers, Vorstandsreferent der Volksbank Syke. Darum müsse man überlegen, wie man damit umgeht. Diese Frage beschäftige Vertreter der Wirtschaft ebenso wie die, die die künftigen Vertreter der Wirtschaft noch vor sich auf der Schulbank sitzen haben: die Lehrer.

Von daher lag das Thema nahe, zu dem Referent Roman Stühler am Mittwochabend beim siebten Kommunikationsforum in der Volksbank Bassum sprach: Digitalisierung. Oder besser gesagt deren Gefahren. „Cyber-Security und Live-Hacking: So brechen Angreifer in unser digitales Eigentum ein“, lautete der Vortrag, zu dem sowohl Lehrer der Berufsbildenden Schulen (BBS) Syke als auch der Realschule Syke gekommen waren – und der für viele erstaunte, teils schockierte Gesichter sorgte.

Für Bernhard Zahn, stellvertretender Schulleiter der BBS, ein wichtiges Thema, denn er erlebt bei seinen Schützlingen einen oft allzu sorglosen Umgang mit den Neuen Medien. „Da wird alles Mögliche einfach ins Netz gestellt. Von daher ist es gut, sich über Missbrauch zu informieren und neben den Möglichkeiten, die das Internet bietet, auch die kritischen Aspekte zu betrachten.“

Privat-Personen werden schnell Opfer im Netz

Seine Kollegin Sonja Fleck pflichtete Zahn bei. Auch sie beobachtet, wie schnell mal ein Spiel per „Klick“ heruntergeladen wird – und damit unbeabsichtigt Vereinbarungen geschlossen oder Zugriffe auf sensible Daten erlaubt werden, weil Jugendliche sich die Nutzungsbedingungen gar nicht durchlesen.

Stühler sprach vor den 45 Gästen darüber, wie schnell Privat-Personen im Netz zu Opfern werden und Profis beispielsweise Smartphones knacken. „Es kann jeden treffen“, betonte Stühler, der seine Vortragsstrategie mit den Worten „Aufzeigen, Schockieren, Empfehlen“ zusammenfasste. Zudem sprach er über die Hacker-Angriffe, die sich schon zu einem regelrechten „Krieg im Internet“ entwickelt hätten.

Neben Stühler, der zum ersten Mal beim Kommunikationsforum auftrat, war auch ein „alter Hase“ dabei: Bankenbetreuer Reiner Dohrmann gab einen Ausblick auf die Kapitalmarktperspektiven 2018. „Zinsen, Aktien, ein Rückblick auf das vergangene Jahr und welche Prognosen eingetroffen sind“, standen auf der Agenda.

„Wir versuchen, den jungen Leuten die Botschaft zu vermitteln: Fangt früh an, etwas zurückzulegen“, sagte Markus Lüers. Er sieht in dem Kommunikationsforum, zu dem die Volksbank Bassum jedes Jahr Vertreter aller Schulen einlädt, um Expertenvorträge zu wirtschaftlichen Themen zu hören, für eine gute Möglichkeit zum Austausch zwischen Schule und Wirtschaft: „Durch das Forum können wir Impulse geben, über Trends und Entwicklungen sprechen. Es hat sich bewährt.“ Die Zusammenarbeit der beiden habe bereits bei der dualen Ausbildung Früchte getragen, die er als „Erfolgsmodell“ bezeichnete.

Zahn stimmte ihm zu: „Es ist sehr spannend. Früher gab es eine krasse Trennung zwischen Schule und Betrieb, jetzt gehen beide Lernorte aufeinander zu. Diese Kontakte sind wichtig – auch wenn viel Energie dazu nötig ist.“  juk

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