Profi Frank Jaursch zu Gast bei der AG der Lukasschule

Kleine Reporter endecken die Welt

Kreiszeitung-Redakteur Frank Jaursch war ein vielgefragter Gast bei der Reporter-AG der Lukas-Grundschule in Bassum. - Foto: mwa

Bassum - Von Michael Walter. Wie arbeitet eigentlich ein richtiger Reporter? Mit welchen Themen hat man es da am häufigsten zu tun? Und darf man einfach so fremde Leute fotografieren?

Jede Menge Fragen dieser Art haben sich im Lauf des vergangenen halben Jahres vor den Kindern der Reporter-AG an der Lukas-Grundschule aufgebaut. Ein Mädchen hatte schließlich die zündende Idee: „Wie wäre es, wenn wir mal einen richtigen Reporter einladen und ihn fragen?“ Das haben die Kinder auch getan. Und daher war jetzt Lokalredakteur Frank Jaursch von der Kreiszeitung in Syke in ihrer AG zu Gast.

Die Kinder zeigten sich gut vorbereitet und bestürmten den Profi geradezu. Wobei sie von einigen Antworten durchaus überrascht waren. Zum Beispiel, dass Frank Jaursch und viele seiner Kollegen ihre Notizen am liebsten ganz klassisch mit Stift und Papier machen, wenn sie am Telefon oder auf Terminen Gespräche festhalten müssen. Obwohl die Kinder hinterher einräumen mussten: Sie selbst haben bei ihren journalistischen Gehversuchen ebenfalls Diktiergeräte, Mitschnittfunktionen auf dem Smartphone und dergleichen als zu umständlich und unpraktisch erlebt.

Seit Februar kommen in der Reporter-AG einmal wöchentlich jahrgangsübergreifend zehn Kinder aus den ersten bis vierten Klassen zusammen. Gemeinsam besprechen sie Themen, recherchieren sie und verfassen Berichte darüber. Eine Schülerzeitung, in der sie erscheinen, gibt es nicht. Die Artikel werden online auf der Homepage der Schule veröffentlicht. „Das geht deutlich schneller und wesentlich häufiger“, sagt AG-Leiterin Katja Peloso.

Die Lehrerin und Schulleiterin wollte unbedingt ein Angebot für sprachlich stark begabte Kinder schaffen. Aber was? „Lesestunde? Schreibwerkstatt? Da kommen die doch alle nicht.“ Schließlich hatte sie den Einfall mit der Reporter-AG. „Die Idee kam mir morgens beim Zähneputzen“, sagt sie lachend. Für alle war es ein Erstversuch. Doch es hat sich gelohnt. „Die Kinder sind plietsch ohne Ende und wollen die Welt entdecken.“

Die kleinen Reporter waren beispielsweise bei der Polizei, im Tierpark Petermoor, bei der Tafel und zuletzt bei den Delme-Werkstätten. Drei Wochen dauert es im Schnitt von der Themenfindung bis zur Veröffentlichung des fertigen Artikels mit Fotos. Gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sich die AG-Mitglieder nur für zwei Stunden in der Woche zu Gesicht kriegen. Aber die Sommerferien kommen jetzt echt ungelegen: Es gibt doch noch so viel zu berichten.

Doch nächste Woche ist der letzte Termin. Und dann ist erstmal Schluss. Dass die Reporter-AG nächstes Schuljahr weiterläuft, ist unwahrscheinlich. Katja Peloso: „Es gibt nicht genug Lehrerstunden dafür.“ Nicht auszuschließen, dass es im Jahr darauf weiter geht.

Hier sind alle Schüler- Reportagen zu finden: www.lukasschule.de/aktuelles/

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