Kleine Kälbchen und große Trecker

Praktikum in der Landwirtschaft: 14-Jährige entdeckt den Hombachhof

Traktoren sind Franziskas große Leidenschaft. Sie fand alles, was sie mit dem Trecker machen durfte, toll.
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Traktoren sind Franziskas große Leidenschaft. Sie fand alles, was sie mit dem Trecker machen durfte, toll.

Nordwohlde – Kühe, Rinder und auch Schweine haben es Franziska angetan. Sie liebt alle Tiere und mag das Leben auf dem Bauernhof. Deswegen hat die 14-Jährige aus dem hessischen Merenberg gerade eine Woche auf dem Hof der Familie Kattau in Nordwohlde verbracht. Mit Ferien auf dem Bauernhof hatte ihr Aufenthalt allerdings gar nichts zu tun. Im Gegenteil, Franziska hat ihre Osterferien dafür genutzt, bei Landwirt Markus Kattau ein freiwilliges Praktikum zu machen.

Eine Woche lang hat sie kräftig mit angefasst, viel Neues gesehen und dabei die unterschiedlichsten Seiten ihres Traumberufs Landwirtin kennengelernt.

Während sich ein Großteil ihrer Altersgenossen wahrscheinlich noch ein paarmal im Bett umdrehte, stand Franziska in den Ferien jeden Tag schon morgens um sieben Uhr im Schweinestall. „Wir sind immer etwa um sieben aus dem Haus gegangen, ich habe dann als erstes die Schweine gefüttert“, berichtet sie aus ihrem Praktikumsalltag. „Danach habe ich die Biogasanlage vollgemacht“, bei diesen Worten beginnt Franziska zu strahlen, denn dieses war ihre tägliche Lieblingsaufgabe. „Sie macht das sehr gut“, erzählt auch Markus Kattau. „Ich habe ihr am ersten Tag gezeigt, wie man mit dem Frontlader des Treckers Maissilage in die Anlage füllt und am zweiten Tag hat sie es schon allein gemacht.“

War diese Aufgabe erledigt, ging es bei den Tieren weiter. „Ich musste die Kühe kontrollieren, also ob sie noch genug Wasser haben und ob alles in Ordnung ist“, erzählt Franziska. Besonders toll war diese morgendliche Kontrolle als sie eines Morgens auf der Weide ein frisch geborenes Kälbchen begrüßen durfte.

Weiter ging es bei den Hühnern. Erst nachdem sie auch das Federvieh mit Wasser, Hafereinstreu und Rüben versorgt hatte, haben auch Franziska und ihr „Praktikumsmeister“ Markus gefrühstückt.

Vor allem das Traktor fahren hat am meisten Spaß gemacht

Gut gestärkt lernte die Schülerin im Laufe des Tages viele weitere Arbeiten auf dem Hof kennen. Sie fütterte die Kühe auf der Weide, verkaufte Eier und Kartoffeln auf einem Wochenmarkt in Bremen und fuhr mit Leidenschaft Trecker. „Das Eingrubbern der Gülle mit dem großen Claas-Traktor hat mir am meisten Spaß gemacht“, strahlt Franziska, wenn man sie nach dem Highlight der vergangenen Woche fragt.

Weniger Spaß gemacht habe dagegen das Bekleben von Eierpappen mit Etiketten. Und auch der klassische Schweinemaststall habe ihr nicht gefallen. „Den finde ich nicht so gut. Ich mag es, wenn Tiere ein langes schönes Leben haben“, sagt Franziska, die seit zwei Jahren Vegetarierin ist. Dennoch habe sie kein Problem damit, in einem tierhaltenden Betrieb zu arbeiten.

Franziska hält zu Hause selbst sechs Hühner. Ihre Leidenschaft für den Beruf Landwirtin entdeckte sie im letzten Sommer, als sie einen Bauernhof in Niedershausen nahe ihrem Heimatdorf kennenlernte. Dort verbringt sie seitdem einen großen Teil ihrer Freizeit. Als sie auf diesem Hof im Herbst ein Schulpraktikum machte, traf sie den Nordwohlder Markus Kattau, der dort als Betriebshelfer arbeitete.

Schnell entstand die Idee, auch mal einen Hof in Norddeutschland kennenzulernen. Und so kam es, dass sie ihre Osterferien in Nordwohlde verbrachte.

„Ein Bürojob wäre nichts für mich.“

Beide Praktika haben Franziska in ihrem Berufswunsch gestärkt. „Ein Bürojob wäre nichts für mich“, sagt das zurückhaltende Mädchen. „Ich bin gern an der frischen Luft und bewege mich gern. Mir macht es sehr viel Spaß mit Tieren zu arbeiten.“

Damit stößt sie bei Markus Kattau auf offene Ohren. Der junge Mann hat die Ausbil-dereignungsprüfung gemacht und möchte in ein paar Jahren junge Leute ausbilden. „Franziska könnte ihr drittes Lehrjahr bei mir machen“, überlegt der Landwirt. Die Ausbildung setze sich aus einem Jahr Fachschule und zwei praktischen Jahren auf möglichst zwei unterschiedlichen Betrieben zusammen, so Kattau.

Franziska hatte das große Glück, dass innerhalb ihrer Praktikumswoche auf dem Hombachhof in Nordwohlde ein Kälbchen geboren wurde.

„Ich finde es besonders gut, wenn die Auszubildenden das letzte Jahr auch etwas weiter weg von zuhause lernen, da sie dann ganz andere Betriebsstrukturen und Voraussetzungen, wie beispielsweise andere Böden kennenlernen. Das erweitert den Horizont.“ Auch während des Praktikums hat der junge Landwirt schon ein wenig zur Horizonterweiterung beigetragen. Um möglichst viel aus dem Berufsbild Landwirtschaft zu zeigen, hat er mit Franziska einige Höfe von Berufskollegen besucht. „Wir waren auf dem Milchviehbetrieb von Victoria Möhlenhof in Katenkamp, auf dem Biobetrieb Bakenhus in Großenkneten und bei der Schäferei Trinler in Martfeld“, erzählt Franziska.

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