Beseitigung mächtiger Wurzelteller braucht Zeit

Klaffende Wunden am Straßenrand

+
Ungewöhnlich, aber nicht gefährlich: Wie Wunden wirken die Wurzeln, die an der L 333 in Bassum-Bramstedt an mehreren Stellen aus dem Straßenseitenraum ragen. Eine Fachfirma soll sie beseitigen. Die Krater im Erdreich sind bereits wieder verfüllt. 

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Rund 400 umgestürzte Bäume auf knapp 700 Kilometern: Schäden ungekannten Ausmaßes hat das Sturmtief Xavier in den Zuständigkeitsbereichen der Straßenmeistereien Bassum und Vilsen hinterlassen. Die Mitarbeiter arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung, doch immer noch zeugen klaffende Wunden am Straßenrand von der Macht des Sturms Anfang Oktober. Entlang der L 333 zwischen Bassum und Syke zum Beispiel ragen immer wieder mächtige Wurzelteller aus dem Boden, die einst Birken verankerten.

„Die Feuerwehr hat damals ja erste Hilfe geleistet“, würdigt Uwe Schindler, Leiter der Behörde für Straßenbau und Verkehr in Nienburg, die Leistung der ehrenamtlichen Helfer direkt nach dem Unwetter. Für seine Mitarbeiter in den fünf Straßenmeistereien in den Landkreisen Diepholz und Nienburg – Bassum, Diepholz, Lemke, Uchte und Vilsen – gab es danach unterschiedlich viel zu tun. Besonders heftig hatte Xavier demnach in den Bereichen Bassum und Bruchhausen-Vilsen gewütet, Schäden habe es aber auch im Bereich Diepholz gegeben.

Dass mächtige Bäume wie Streichhölzer knickten und samt Wurzeln aus dem Boden gerissen wurden, dafür gab es laut Schindler drei Gründe: zum einen den kurzen, aber extrem heftigen Sturm; zum anderen das Laub der Bäume als Angriffsfläche und zum dritten die durch Dauerregen völlig aufgeweichten Böden. „Zum Glück sind die Bäume immer von der Straße weggefallen. Wir sind froh, dass Menschen nichts passiert ist“, so Schindler.

Im Bereich der Straßenmeisterei Vilsen waren auf dem etwa 350 Kilometer langen Netz der Bundes-, Landes- und Kreisstraßen etwa 200 Bäume gefallen. Besonders heftig sei es auf der Kreisstraße 14 in Asendorf gewesen, so Andine Sieling, Leiterin dieser Straßenmeisterei: „So etwas habe ich noch nicht erlebt!“ Samt der Linden dort hatte der Sturm ganze Straßenstücke weggerissen, die K 14 musste für fast zwei Wochen voll gesperrt werden.

Nur ein mächtiger Wurzelteller ist von einer etwa 30 Jahre alten Birke geblieben. Das Holz haben Mitarbeiter der Straßenmeisterei schon entfernt.

Sofort hatte die Straßenmeisterei Fachfirmen beauftragt, die Bäume und Wurzelteller entfernten: „Das musste ja ruckzuck gehen“, so Andine Sieling. Mittlerweile sei die Straße ausgebessert: „Alles ist wieder befahrbar und verkehrssicher.“

Im Bereich ihrer Kollegin Sonja Stuwe, Leiterin der Straßenmeisterei Bassum, waren allein an der Kreisstraße 55 (von der B 61 Richtung Sudwalde) 40 Bäume abgeknickt oder aus dem Erdreich gerissen. An der L 333 waren es rund 20, insgesamt 200 auf dem rund 320 Kilometer langen Streckennetz.

Die gröbsten Schäden sind beseitigt, die noch aus dem Erdreich ragenden Wurzelteller an neuralgischen Stellen mit Baken gesichert. Weil kein akuter Handlungsbedarf besteht, bereitet Sonja Stuwe zurzeit eine Ausschreibung für Fachfirmen vor, die aufwendige Arbeiten mit speziellem Gerät erledigen können – und das im Interesse der Steuerzahler möglichst preiswert. Sie hofft, dass die notwendigen Fräs- und Abfuhrarbeiten bis zum Frühjahr abgeschlossen sind. „Wir haben aber auch mit Wasserverbänden gesprochen“, fügt sie hinzu. Denn bei der Renaturierung von Flussläufen könnten Wurzelteller gute Dienste leisten.

Begrenzte personelle Möglichkeiten 

Uwe Schindler verweist darauf, dass den Straßenmeistereien zurzeit nur begrenzte personelle Möglichkeiten zur Verfügung stehen: „Wir sind auf den Winterdienst eingestellt.“

Derweil sind sich die Leiterinnen der beiden Straßenmeistereien einig: Sie möchten die Lücken in den mächtigen Baumalleen gern mit passenden Bäumen auffüllen. „Aber an Unfallschwerpunkten pflanzen wir keine neuen Bäume“, sagt Sonja Stuwe.

Uwe Schindler formuliert das so: „Straßenbegleitgrün gehört dazu. Es hat ja auch Leitfunktion“, beschreibt er die Orientierungshilfe für Autofahrer – wohl wissend, dass manche Verkehrsschützer in Straßenbäumen Gefahren sehen. „Aber das ist eine andere Diskussion“, sagt Schindler.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Dschungelcamp 2018: Das passierte am Montag

Dschungelcamp 2018: Das passierte am Montag

Dior zeigt sich surreal zu Beginn der Couture-Schauen

Dior zeigt sich surreal zu Beginn der Couture-Schauen

Türkei setzt offensichtlich deutsche Panzer in Syrien ein

Türkei setzt offensichtlich deutsche Panzer in Syrien ein

Strom vom Balkon - Mini-Solarmodule sind nun erlaubt

Strom vom Balkon - Mini-Solarmodule sind nun erlaubt

Meistgelesene Artikel

„NightWash“-Künstler kommen zum Appletree Garden Festival

„NightWash“-Künstler kommen zum Appletree Garden Festival

Diepholzer Schützen freuen sich über 31 Neueintritte

Diepholzer Schützen freuen sich über 31 Neueintritte

Kostenlose Blumensamen für die Passanten

Kostenlose Blumensamen für die Passanten

Ein Nachtquartier für durchreisende Obdachlose

Ein Nachtquartier für durchreisende Obdachlose

Kommentare