Essigfliege macht Früchte ungenießbar

Bei der Kirsch-Ernte ist in diesem Jahr der Wurm drin

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Ein Kirschbaum trägt üppig Früchte, aber genießbar sind nur wenige.

Kirschen in Hülle und Fülle beschert der Sommer 2019 den Gartenbesitzern. Doch bei der Ernte ist der Wurm drin – buchstäblich: Die Larven der Kirsch-Essigfliege machen die leckeren Früchte ungenießbar, wenn die Bäume nicht geschützt sind. Professionelle Anbauer sind vor diesem Schädling gewappnet und haben keine Probleme. Deshalb können sie unversehrte Ware anbieten.

Landkreis Diepholz – Kirschen in Hülle und Fülle: Manche Äste biegen sich unter dem Gewicht der Früchte, die im Sommer 2019 ganz besonders üppig gedeihen. Doch in diesem Jahr ist der Wurm drin, stellen Hobby-Gärtner im Landkreis Diepholz enttäuscht fest.

Kirschen: Die gefürchtete Kirsch-Essigfliege befällt Früchte

Die gefürchtete Kirsch-Essigfliege hat in diesem Sommer offensichtlich ideale Bedingungen vorgefunden. Fachleute sprechen von einer geradezu explosionsartigen Vermehrung. Jedes Weibchen der Kirsch-Essigfliege lebt ein bis zwei Monate und legt in dieser Zeit etwa 600 Eier. Das aus Südostasien stammende Insekt war in Deutschland 2011 das erste Mal nachgewiesen worden.

Wie Martin Kockerols als Steinobstberater im Obstbauzentrum Jork berichtet, ist die Kirsch-Essigfliege „so stark vertreten wie noch nie“ – was an der extrem milden Witterung gelegen habe: „Die Weibchen sind alle gut durch den Winter gekommen.“

Kaum zu sehen, aber fatal: Solche Löcher in der prallen roten Kirschhaut sind Hinweise auf einen Wurmbefall.

Sie ritzen mit ihrem Hinterleib die Kirschhaut auf und legen bis zu drei Eier in nur eine Frucht – nicht nur in Kirschen. Denn diese Fliege befällt auch Heidelbeeren, Himbeeren, Pflaumen, Trauben und anderes Obst mit einer weichen Schale. In diesem Sommer in ungeahntem Ausmaß – das müssen Gartenbesitzer feststellen, die keine Vorsorge gegen den Schädling getroffen haben.

Obst-Anbauer Wichmann schützt seine Kirschen

Anders als Obst-Anbauer Kristian Wichmann aus Bassum-Bramstedt, der auf insgesamt 25 Hektar Fläche Kirschen anbaut. Damit gilt er als größter Kirschenanbauer im Landkreis Diepholz. Vor der Kirsch-Essigfliege hat Kristian Wichmann seine Kulturen sorgfältig und effizient geschützt. Denn die frühen Kirschsorten reifen in Tunneln und die späteren unter Regendächern, deren Seiten mit engmaschigen Netzen ausgestattet sind – Schädlinge haben so keine Chance.

Wichmann hat 2012 die ersten Kirschbäume in Bassum-Bramstedt angepflanzt. Er freut sich in diesem Sommer über eine Rekordernte. Die Kirschen vermarktet er über eigene Verkaufsstände in der Region oder verkauft sie an andere Händler.

Unappetitlich braun – so sieht es im Inneren einer Kirsche aus, wenn die Kirschessigfliege sie befallen hat. Die Larven darin wachsen in nur einem Tag.

In Niedersachsen werden auf rund 500 Hektar Kirschen angebaut, so berichtet Steinobstberater Martin Kockerols. Worunter haben die Anbauer in diesem Jahr zu leiden? „Unter den türkischen Mitbewerbern“, antwortet der Fachmann. Denn die Früchte aus der Türkei – als großer Produzent in Europa – würden in den Supermärkten zu extrem niedrigen Preisen angeboten.

Die feuchtwarme Witterung hatte im Kirschanbaugebiet Niedersachsen auch etliche Früchte aufplatzen lassen. „Aber das war im Rahmen“, so Kockerols.

Kirschen: Frühe Sorten konsequent abernten

Bleibt die Frage, wie Hobby-Gärtner ihre Kirschen retten können. „Frühe Sorten sollten konsequent abgeerntet werden“, so der Steinobstberater. Denn nur so werde der Kirschessigfliege der Nährboden entzogen – und so könnten die späten Sorten geschützt werden.

Hilft ein Leimring am Stamm? „In diesem Fall bringt das gar nichts“, so Martin Kockerols – und schmunzelt nur. Na klar, Fliege kommt von fliegen. Da bleibt nichts kleben.

Tipp: Fliegenfallen selbst bauen

Als Hausmittel gegen die Kirschessigfliege gilt eine Flüssigfalle mit nur wenigen Zutaten, die den Befall allerdings nur eindämmen kann. Das Rezept: Jeweils 100 Milliliter Wasser und Apfelessig mischen und mit einem kräftigen Spritzer Spülmittel versehen. Die flüssige Fliegenfalle in einen offenen Behälter geben und in die Zweige des befallenen Baumes hängen – je stärker der Befall um so mehr Fallen wählen.

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