Lob an der Kirchentür zum Abschied

Pastorin in Nordwohlde und Bassum: Sandra Kopmann fühlt sich gut aufgehoben

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Sandra Kopmann fühlt sich in Nordwohlde wohl. 

Nordwohlde - Von Frauke Albrecht. „Ach, Sie sind die neue Pastorin?“ Diesen Satz hat Sandra Kopmann in den vergangenen Monaten öfter gehört. „Erst sind sie erstaunt, dann erfreut“, beschreibt sie die Reaktionen ihrer Mitmenschen. Die 27-Jährige ist seit einem Jahr Seelsorgerin in Nordwohlde. „Ich bin sehr gut aufgenommen worden. Ich fühle mich hier sehr wohl“, zieht sie ihr persönliches Fazit.

Die ersten Monate war sie damit beschäftigt, „die Kirchengemeinde zu erkunden und zu erforschen“, wie sie sagt. „Ich musste meinen Platz finden.“ Den hat sie nun eingenommen – problemlos.

In Nordwohlde war ihre Rolle von Anfang an eindeutig. Dort ist sie die einzige Seelsorgerin. In Bassum (die Stelle ist geteilt, 50 Prozent in Bassum und 50 Prozent in Nordwohlde) sieht das Ganze etwas anders aus. Dort ist Kopmann Teil eines Viererteams. Aber auch das habe sich wunderbar gefügt. Kopmann übernimmt Besuchsdienste, Beerdigungen und Gottesdienste, außerdem leitet sie eine Konfirmandengruppe. Was sie sehr freut ist, dass sie sich um die Jugendarbeit kümmern darf. Diese Aufgabe hat sie sich gewünscht.

„Mein Ziel ist es, die Jugendlichen nicht nur für Kirche zu begeistern, sondern ihnen auch einen Anstoß zu geben, was Kirche alles leisten kann, vielleicht auch in beruflicher Hinsicht.“

Gute Zusammenarbeit mit der Kita in Nordwohlde

Kopmann kümmert sich um die „Teamer“. Das ist die Gruppe der Jugendlichen, die bereits konformiert sind und zum Teil selbst Gruppen betreuen. Die meisten haben die Jugendleiterkarte, so Kopmann. Die bisherigen Rückmeldungen der Teamer freut sie sehr: „Sie sagen, es ist schön, selbst was zurückzubekommen.“ Sonst sind sie es, die für andere da seien. Das bestärkt die junge Pastorin in ihrer Arbeit. Sie möchte die Jugendarbeit gern auf breitere Füße stellen und schaut, was auf Kreisebene möglich ist.

Auch die ganz Kleinen möchte die Pastorin ansprechen. Sie lobt die Zusammenarbeit mit der Kita in Nordwohlde und hofft, diese Arbeit ausbauen zu können.

Ansonsten ist Kopmann mit den seelsorgerischen Aufgaben beschäftigt und nennt Besuchsdienste zu Geburtstagen, zu Trauergesprächen, die Vorbereitungen auf die Gottesdienste und Predigten. Sie kümmert sich aber auch um Büro- und Verwaltungsarbeiten.

Auf die Vorbereitung der Predigt verwendet sie viel Zeit. „Ich bereite mich da schon sehr gründlich vor.“

Sie würde sich mehr kritische Rückmeldungen auf die Predigten wünschen. Lob komme hin und wieder vor. Wenn, dann an der Kirchentür zum Abschied, sagt sie. Doch kritische Nachfragen oder Anmerkungen gebe es kaum. „Dafür haben wir noch keine Gesprächsform gefunden.“

Ruhig sobald die Orgel ertönt

Nervös ist sie vor den Gottesdiensten nicht. „Wenn die Glocke läutet, kribbelt es vielleicht ein bisschen. Aber sobald die Orgel ertönt, nicht mehr. Dann bin ich in der Regel sehr ruhig – und auch zufrieden mit dem, was, ich vorbereitet habe.“

Dass die Besucherzahl bei den Gottesdiensten – außer an Feiertagen wie Weihnachten oder Ostern – eher überschaubar ist, stört Kopmann nicht. Sie freut sich über jeden, der kommt. „Wir können nicht jeden Sonntag Events machen.“ Diese seien punktuell notwendig, um zumindest hin und wieder auch die Gruppe der 20- bis 60-Jährigen zu locken, die sich in der Kirche sehr rar macht.

Zum Teil könne sie deren Abwesenheit nachvollziehen. „Viele sind berufstätig. Sie wollen sonntags ausschlafen und Zeit mit der Familie verbringen.“

Sie selbst ist ein Familienmensch. Sie hofft, dass ihr Lebensgefährte, der derzeit noch ein Referendariat macht, im Anschluss eine Stelle in der Nähe findet. Ganz allein ist Kopmann dennoch nicht. Seit September hat sie eine vierbeinige Begleiterin namens Nela – eine Foxterrierhündin glatthaar. Es war nicht so einfach, sie stubenrein zu bekommen“, schmunzelt Kopmann. Und mittlerweile habe sie auch gelernt, keine Kabel anzuknabbern. „Nela ist mein Pausensignal“, erzählt die 27-Jährige, die seitdem viel Zeit an der frischen Luft verbringt. „Aber wir mögen auch beide das Sofa.“ Kopmann liest gerne, und Nela schmust gerne.

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