Kirchenführung der etwas anderen Art / Irmgard Malowitz stellt Patchwork vor

Himmelsfenster aus Stoff

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Irmgard Malowitz präsentiert stolz ihre Handarbeit.

Bassum - Von Dagmar Voss. Manch‘ einem war es sicher nicht mehr präsent, dass die vier Fenster in der kleinen Kapelle der Siftskirche unter einem der Westtürme mit der Bezeichnung „Fenster zum Himmel“ ein Werk von Jochem Poensgen sind. Der international bekannte und führende Glasgestalter der Gegenwart hat die Fenster sowie auch die in der Vierung des Hauptkirchenschiffs entworfen. Die leicht monochromen Designs der besonderen Kapellenfenster hatte sich Irmgard Malowitz als Vorlage genommen für ihr Patchworkbild gleichen Titels.

Am Sonntagnachmittag stellte die leidenschaftliche Patchworkerin das Ergebnis bei der Gästeführung von Hanna Brunner mit dem Motto „Fenster zum Himmel, eine etwas andere Kirchenführung“ vor. Die besonderen Fenster hatten es Irmgard Malowitz angetan, und so habe sie von Weihnachten bis Ostern daran gearbeitet – nicht jeden Tag, aber doch durchgängig. „Die Stoffsuche ist immer das Schwierigste“, berichtete sie. „Hinzu kommen die Farben, da haben mir Freundinnen geholfen und in diesem Fall die Stoffstücke selbst gefärbt.“ Für die Grundlage, den Nesselstoff, hat sie eine eigene Färbung mit Tee vorgenommen – „damit das Weiß nicht ganz so krass wirkt.“

Das Bild wird seinen Platz an der Wand zum oberen Geschoss im Haus Malowitz finden – und auch dort sei es ein Fenster zum Himmel, bestätigte der Ehemann, denn wenn man hoch schaue, wirke es genau so.

Anschließend erklärte Hanna Brunner noch das Bild, das in der kleinen Kapelle dauerhaft hängt, eine Schöpfung von Ulrike Schink, einer ehemaligen Diakoniemitarbeiterin. In der Kapelle, früher mal Rumpelkammer, mal Unterrichtsraum für Konfirmanden, findet seit September 2013 an jedem dritten Mittwoch um 18.30 Uhr eine kurze ökumenische Andacht statt – ebenfalls mit dem Titel „Fenster zum Himmel“.

Bei dem dann folgenden Rundgang durch die Kirche ging es zum Orgelboden, von wo aus das Kirchenschiff mal aus einer anderen Perspektive gesehen werden konnte. Dann stiegen die Gäste noch ein paar Stufen höher in die alte Bälgekammer. Zu sehen sind noch die vier Balken, mit denen einst die Bälge mit Hand und Fuß bewegt wurden, um der Orgel Wind zuzuführen. Diejenigen, die das damals übernahmen, hießen Kalfanten. Heute wird das von einem Motor übernommen.

Von hier aus führt durch ein Türchen wieder eine Treppe nach unten in die kleine Kapelle. „Angeblich wurden hier früher die Stiftsdamen, die Buße tun mussten, für 36 Stunden bei Wasser und Brot eingesperrt“, erzählte Brunner.

Bei einem Rundgang durch das Kirchenschiff berichtete sie darüber, dass das Stift in Europa als das älteste noch bestehende Kanonissenstift gilt. Hildegard von Bingen, Richardis von Stade, Napoleon und der 30-jährige Krieg haben laut Brunner hier ihre Spuren hinterlassen.

Überall konnten die Besucher noch Anzeichen von früherer Bauweise finden, zugemauerte Türen und alte Ziegel, zu denen die Kirchenvorstandsfrau immer eine Geschichte parat hatte.

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