Heike Schultze hilft durch regelmäßigen Besuch

Kinderhospizbegleiterin unterstützt Familien in schweren Zeiten

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Heike Schultze besucht einmal wöchentlich den 15-jährigen Leandro. 

Bassum/Bremen - Unheilbar erkrankte Kinder und ihre Familien auf ihrem Lebensweg begleiten: Das ist die Aufgabe des Ambulanten Kinderhospizdienstes Löwenherz Bremen und umzu. Damit das gelingt, sind in der Region 52 Ehrenamtliche im Einsatz. Am heutigen Internationalen Tags des Ehrenamtes stellen die Verantwortlichen eine dieser Ehrenamtlichen vor.

Heike Schultze (54) fährt einmal in der Woche nach Bassum zu Leandro. „Der 15-Jährige leidet seit seiner Geburt am sogenannten West-Syndrom“, heißt es in einer Pressemitteilung des Kinderhospizes. Der Gendefekt verursache bei dem geistig und körperlich mehrfachbehinderten Jungen schwere Epilepsien sowie eine Ernährungsstörung.

Bis vor drei Jahren war hauptsächlich seine Mutter Ingrid für ihn da. Dabei blieben Privatleben und Zeit für die eigenen Bedürfnisse auf der Strecke. „Wir sind spät Eltern geworden, da springen die Großeltern nicht mehr ein. Die sind mittlerweile auch selbst pflegebedürftig“, erklärt sie.

Schultze bringt langersehnte Entlastung

Erst mit der ehrenamtlichen ambulanten Kinderhospizbegleiterin Schultze kam die langersehnte Entlastung ins Haus. „Ich weiß meinen Sohn gut versorgt und kann jetzt freitags unbeschwert meinem Hobby nachgehen“, freut sich Mutter Ingrid. Sie besucht in ihren freien Stunden einen Qigong-Entspannungskurs.

Auch bei Elternabenden oder wichtigen Terminen hat die Familie jetzt Unterstützung gefunden: Auch in dieser Zeit wird Leandro von Heike Schultze betreut. „Ich habe keine feste Aufgabe, sondern schaue, wozu er Lust hat“, sagt sie. Der Junge kann sich wegen seiner schweren Behinderung nicht äußern, doch die Ehrenamtliche kennt ihn mittlerweile genug, um zu wissen was er möchte. 

Neben seiner Matratze liegen Spielsachen. Dazwischen ein großer Kamm. „Wenn ich über die Zinken streiche, macht er Geräusche und das gefällt ihm“, beschreibt die 54-Jährige, während Leandro danach greift. Nach wenigen Minuten erregt ein klingendes Windspiel seine Aufmerksamkeit. Gemeinsam mit Heike berührt er das Instrument, und schon beginnen die Augen des Jungen regelrecht zu leuchten.

Vertrauensverhältnis entstanden

„Die Koordinatorinnen von Löwenherz haben genau die richtige Begleitung für uns ausgesucht“, lobt Mutter Ingrid. Es sei nicht nur ein Vertrauensverhältnis zwischen Leandro und Schultze entstanden, sondern auch zu ihr.

„Ich finde es gut, wenn sich Menschen gegenseitig helfen und auch ich habe schon davon profitiert“, sagt Heike. Deshalb habe sie vor Jahren die Ausbildung zu Heilerziehungspflegerin abgeschlossen und bereits viel mit behinderten Kindern und Jugendlichen gearbeitet.

Weil sie Interesse an der Kinderhospizarbeit hatte und sich ehrenamtlich engagieren wollte, absolvierte die Bassumerin den Vorbereitungskurs bei Löwenherz. In der Schulung lernte sie, wie Menschen in Krisensituationen reagieren oder welche Auswirkungen unterschiedliche Krankheitsbilder haben. Auch der eigene Umgang mit den Themen Leben, Sterben, Tod und Trauer stand auf dem Lehrplan.

Am Donnerstag, 1. Februar, informiert Löwenherz über den neuen Vorbereitungskurs, der im April beginnen soll. Interessierte können sich unter 0421 / 841 31 55 oder per Mail anmelden.

ambulant@loewenherz.de

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