Hilke Bald hat das Jugendhaus Fönix verlassen und kümmert sich jetzt um Grundschüler

„Kinder sollen Schule als schönen Ort erleben“

Ein paar Stunden in der Woche arbeitet Hilke Bald auch in der Flüchtlingssozialarbeit im Rathaus. 
Foto: Kreykenbohm
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Ein paar Stunden in der Woche arbeitet Hilke Bald auch in der Flüchtlingssozialarbeit im Rathaus. Foto: Kreykenbohm

Bassum – Entwicklungen von Menschen faszinieren Hilke Bald. Knapp sieben Jahre hat sie diese von jungen Menschen auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden verfolgt. Eine spannende Zeit, die „in jedem Fall nie langweilig“ war, sagt die Sozialarbeiterin mit einem Lächeln. Doch um Ostern herum hat sie das Jugendhaus Fönix verlassen und ist in die Fußstapfen von Erika Stötzel getreten, die als Schulsozialarbeiterin die Grundschulen Petermoor, Nordwohlde und Bramstedt jahrelang betreute.

Für sie ist es ein Schritt zurück zu ihren Anfängen, denn ihr Anerkennungsjahr nach dem Studium hat sie in einer Grundschule in Münster gemacht. „Ich kann noch gar nicht so viel über die Arbeit sagen, da ich aufgrund von Corona noch nicht richtig gestartet bin“, erzählt Bald. „Ich übernehme bisher die Notbetreuung und Förderung. Aber mein erster Eindruck ist super. Ich bin in Petermoor so toll aufgenommen worden. Die Kollegen sind wertschätzend, motivierend, konzentrieren sich sehr auf die Kinder – es macht einfach Spaß mit ihnen. Außerdem bin ich tief beeindruckt, wie sie den Schulalltag mit Corona organisieren.“

Der Unterschied zwischen Jugendlichen und Kindern sei natürlich enorm. „Es ja eine ganz andere Lebensphase.“ Die Gedanken der Jugendlichen kreisten beispielsweise viel um ihre Identität: „Wer bin ich? Wo gehe ich hin? Diese Phase ist sowohl für sie als auch ihr Umfeld oft Krise“, sagt Bald und lacht. „Ich wollte sie dabei unterstützen, ihnen Sicherheit und Stärke vermitteln, zeigen, dass sie etwas wert sind. Denn wenn es in dieser Phase zu Brüchen kommt, tragen sie das womöglich auch später mit sich herum.“

Die Mädchen- oder auch Kreativ-AG haben ihr viel Freude bereitet, ebenso wie die verschiedenen Aktionen wie Kochen oder ein Selfie-Tag. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihr die Nacht der Jugend 2018 mit anderen Jugendhäusern, wo es unter anderem um Rassismus ging. „Die Bildung eines politischen Bewusstseins liegt mir sehr am Herzen“, erklärt Bald. Sehr gern denkt sie auch an den Arbeitskreis Mädchen zurück. „Die Arbeit dort war wertschätzend und liebevoll. Wir haben hier ganz tolle Frauen im Landkreis.“

Die Kinder, mit denen sie jetzt arbeitet, seien aufgrund ihres Alters ganz anders. Sie fangen gerade erst an, die Welt richtig für sich zu entdecken. „Sie haben Spaß am Lernen. Und während Jugendliche auch ganz gern mal ihre Ruhe haben, freuen sich die Kleinen immer über Aktion“, sagt Bald und lacht. Außerdem sei die Arbeit an einer Schule stark strukturiert, ganz anders als offene Jugendarbeit.

Einige Kinder haben Hilke Bald gleich erkannt, weil ihre älteren Geschwister das Jugendhaus besuchen. „Das war schon sehr niedlich.“ Bald freut sich auf ein lebendiges Miteinander von Eltern, Lehrern und Kindern und deren Fragen. Außerdem möchte sie Projekte entwickeln, die den Kindern dabei helfen, sich als Gemeinschaft zu fühlen – auch wenn sie Abstand zueinanderhalten müssen. Dabei will sie sich an dem orientieren, was Erika Stötzel aufgebaut hat. „Die Kinder sollen Schule als schönen Ort erleben, an den sie gern kommen – und lernen, dass jeder etwas dazu beitragen kann, damit es ein schöner Ort wird.“

Von Julia Kreykenbohm

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