Einblick in Kita Kinderreich

Notbetreuung an Bassumer Kitas: „Kinder fühlen sich hier pudelwohl“

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Halten sich viel im Freien auf: Kita-Leiter Franz Holsten und Kinderpflegerin Corinna Buß-Gottier betreuen die Kleinen an der frischen Luft.

Bassum - Ein kleiner Junge schnappt sich eine Schaufel, um damit im Sand zu spielen. Zwei Mädchen schaukeln und haben dabei sichtlich Spaß. Zwei weitere Mädchen sitzen fröhlich auf der Wippe. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob auf dem Kita-Gelände normaler Betrieb herrscht.

„Heute sind um die 18 Kinder da. Angemeldet sind circa 30“, erzählt Franz Holsten, Leiter des Kindergartens Kinderreich in Bassum. Vor der Corona-Krise haben noch um die 140 Kinder zusammen gespielt, gemalt, gebastelt und draußen herumgetobt. Er ergänzt mit einem Lachen: „Sonst ist es hier auch wesentlich lauter.“

Seit dem 23. März bietet der Kindergarten eine Notbetreuung für alleinerziehende Eltern und für Mütter und Väter an, die in systemrelevanten Branchen arbeiten. Die Nachfrage halte sich aus Holstens Sicht jedoch in Grenzen. „Ich habe mit mehr gerechnet.“

Coronavirus in Bassum: Notbetreuung im Kindergarten Kinderreich

Und wie läuft die Notbetreuung ab? „Wir haben drei Gruppenräume, damit nicht mehr als fünf Kinder in einem Raum sind“, erklärt der Kita-Leiter. Ab dem 18. Mai darf die Notbetreuung in den Kitas ausgeweitet werden. „Dann dürfen sich bis zu zehn Kinder in einem Raum aufhalten.“ Insgesamt hat der Kindergarten sechs Gruppenräume. Eltern können ihre Kinder montags bis freitags um 7.30 Uhr ins Kinderreich bringen und sie gegen 13.30 Uhr wieder abholen. „Die Eltern machen gut mit. Sie sind rücksichtsvoll und verständnisvoll“, so Holsten.

Um die sechs Mitarbeiter betreuen parallel. „Unterstützung bekommen sie noch von zwei FSJlern.“ Pro Gruppe mit fünf Kindern ist ein Betreuer da. Bei einer Aufstockung auf bis zu zehn Kinder kümmern sich dann zwei Mitarbeiter um die Jungen und Mädchen.

Notbetreuung im Kindergarten Kinderreich: Händewaschen wird großgeschrieben

Und wie geht es den Kindern in dieser Situation? „Die genießen diese Betreuungsform und fühlen sich hier pudelwohl“, berichtet Holsten zufrieden. Seit einer Woche können die Kinder dort zusammen Mittagessen. Händewaschen wird großgeschrieben. „Wir machen das noch öfter als vorher schon. Zudem desinfiziert das Reinigungspersonal jeden Tag gründlich.“

Normalerweise betreut Kinderpflegerin Corinna Buß-Gottier Kinder aus der Nachmittagsgruppe. „Ich kenne die Kinder zwar, aber wir müssen erst mal wieder ein Verhältnis aufbauen.“ Die Bringsituation sei für sie befremdlich. „Wir und die Eltern haben dann Mundschutze auf. Die Kinder sehen also nur unsere Augen“, berichtet sie. Danach dürfen sie ihn wieder abnehmen. Holsten erzählt: „Den Kollegen ist es freigestellt, ob sie während der Arbeit eine Maske tragen wollen.“

Das Abstandhalten sei schwierig umzusetzen. „Die Kinder sitzen auf unserem Schoß oder weinen auch mal und kommen dann zu uns. Ohne körperlichen Kontakt geht das gar nicht, dafür sind sie noch zu klein“, sagt die Kinderpflegerin. Mit den Jungen und Mädchen im Alter zwischen drei und sechs hält sie sich viel draußen auf. „Nach dem Frühstück gehen wir raus. Danach essen wir zu Mittag und dann gehen wir wieder nach draußen“, schildert sie.

„Wir denken an euch“: Die Kinder, die zu Hause bleiben müssen, werden natürlich nicht vergessen.

Videobotschaften und solidarische Plakate: Corona-Auswirkungen an den Kitas in Bassum

Für die Mädchen und Jungen, die aktuell zu Hause bleiben müssen, haben sich die Erzieher etwas sehr Schönes überlegt: „Wir rufen sie mal an und haben auch Videobotschaften verschickt. Und wir fragen, wie es ihnen in der Corona-Krise so ergeht“, erzählt Trixi Rohloff, die sonst im Bassumer Waldkindergarten arbeitet.

Auch das große Plakat mit den Worten „Wir denken an euch“ ist nicht zu übersehen. „Das hat eine Gruppe gemacht, damit die Kinder, die an ihrem Kindergarten vorbeigehen, das sehen können“, erzählt Buß-Gottier.

Hatte die freie Zeit denn etwas Positives? „Die haben wir genutzt, um die Räume zu renovieren und alles gründlich sauber zu machen“, erzählt Holsten. Einmal die Woche hat er mit Kollegen eine Online-Konferenz. „Das klappt gut. Einige Kollegen aus dem Kreis nutzen das schon und kommunizieren so“, erklärt Holsten. Aus seiner Sicht sei das manchmal sinnvoller, als mit dem Auto weite Wege zurücklegen zu müssen. „Wir schauen, ob das nicht auch etwas für die Zukunft ist.“

Notbetreuung an Kitas in Bassum: Stadtverwaltung sehr zufrieden

„Wir sind mit der derzeitigen Situation der Notbetreuung in der Stadt Bassum sehr zufrieden“, erklärt der Erste Stadtrat Norbert Lyko. „Sollte es erforderlich sein, könnten wir noch weitere Gruppen aufmachen.“

Als die ersten Lockerungen erfolgten, habe die Verwaltung einen Ansturm auf die Plätze befürchtet und zusätzlich Personal bereitgestellt – doch der sei ausgeblieben. „Wir mussten noch zu niemandem, der die Voraussetzungen erfüllt, sagen, dass wir sein Kind nicht betreuen können“, sagt Lyko. Und man wolle auch flexibel sein. „Wenn es gebraucht wird, können wir auch Einzeltage zur Betreuung anbieten.“

Derzeit werden 55 Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen oder bei sogenannten Härtefällen in Bassum notbetreut. Insgesamt gibt es 155 Plätze. Im Kinderreich sind es fünf Gruppen (eine Gruppe besteht aus fünf Kindern).

Sämtliche Einrichtungen der Stadt bieten eine Notbetreuung an. Dazu gehören auch die Kindergärten Rentei, Neubruchhausen, Bramstedt, Nordwohlde, der Waldkindergarten, die Einrichtung der Lukasschule und die Krippe Bassum.

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