Mitglieder empfehlen B-Plan

Debatte im Ausschuss für Stadtentwicklung: Kettenhäuser – Ja oder Nein?

In den kommenden Jahren soll Bramstedt weiter wachsen.
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In den kommenden Jahren soll Bramstedt weiter wachsen.

Sollen Kettenhäuser im Bramstedter Baugebiet „Dorfstraße III“ erlaubt werden oder nicht? Mit dieser Frage setzten sich die Mitglieder des Bassumer Ausschusses für Stadtentwicklung auseinander.

Bramstedt – Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung sind sich einig: Das Bramstedter Baugebiet „Dorfstraße III“ soll kommen. Deswegen hat der Ausschuss die öffentliche Auslegung des überarbeiteten Flächennutzungsplanes (F-Plan) und Bebauungsplanes (B-Plan) empfohlen. Es gab jedoch Enthaltungen von drei Mitgliedern der CDU-Fraktion, weil sie sich mit einer Sache nicht anfreunden konnten: In dem Baugebiet besteht die Möglichkeit, Kettenhäuser zu bauen. Diese wollen die drei Ausschussmitglieder nicht in Bramstedt sehen – sehr zum Unmut der anderen Fraktionen im Ausschuss.

Um es vorwegzunehmen: Trotz der recht hitzigen Debatte um die Kettenhäuser hat der Stadtentwicklungsausschuss mehrheitlich dafür gestimmt, auch diese Gebäudeform in den B-Plan und den F-Plan aufzunehmen. Das zuständige Planungsbüro NWP hat die nach der öffentlichen Auslegung und Trägerbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen – soweit erforderlich – eingearbeitet.

Das Ergebnis stellte Michael Meier von NWP dem Ausschuss während seiner jüngsten virtuellen Sitzung vor. Somit sei das Vorhaben im Sinne der Rechtssicherheit überarbeitet worden, so Meier – inklusive möglicher Kettenhäuser.

Das sorgte im Anschluss für Diskussionen. Aber was sind eigentlich Kettenhäuser? Kettenhäuser sind Einfamilienhäuser, die mit ähnlich gestalteten Häusern eine geschlossene Reihe bilden. Im Gegensatz zu Reihenhäusern, die Hauswand an Hauswand stehen, sind Kettenhäuser durch Garagen oder Carports miteinander verbunden.

Helmut Zurmühlen (CDU) sagte: „Ich war von Anfang an gegen Kettenhäuser und stehe auch dazu.“ Die Nachfrage nach Einfamilienhäusern sei einfach zu groß, um den Platz durch andere Gebäudeformen zu verschwenden.

Dass Helmut Zurmühlen gegen Kettenhäuser in Bramstedt ist, war weitgehend bekannt. Carsten Leopold und André Bartels (beide CDU) schlossen sich ihm allerdings an – sehr zur Überraschung der anderen. Hermuth Straßburg (Bürger-Block) kommentierte: „Ich habe in den vergangenen Jahren selten so eine wankelmütige Partei gesehen. Ich finde das wirklich schrecklich.“ Leopold entgegnete, dass Argumente und ein politischer Diskurs nur dann entstehen würden, wenn man sich ausreichend mit einer Thematik auseinandersetze. Für ihn steht fest: „Für den ortsbildprägenden Charakter sind Kettenhäuser keine gute Idee. Das ist der falsche Weg.“

Das sahen die übrigen Fraktionen jedoch anders. „Wir haben zu viele große Häuser und zu wenig kleine“, meinte Helma Schöpe (SPD). Um bezahlbaren Wohnraum in Bramstedt zu schaffen, „haben wir hier die optimale Lösung“. Durch Mehrfamilienhäuser, Kettenhäuser, Doppelhäuser und Einfamilienhäuser „hoffen wir noch mehr Nutzergruppen zu erreichen“, so Straßburg. Bärbel Ehrich (SPD) ergänzte: „Gerade diese Mischung ist zukunftsweisend.“ Denn es gebe heutzutage viele Menschen, die kein großes Grundstück mehr haben und trotzdem nicht in einem Mehrfamilienhaus leben wollen. Kettenhäuser seien da ein guter Kompromiss. „Ich kenne niemanden, der ein Kettenhaus oder Doppelhaus haben will“, entgegnete Zurmühlen. Das zumindest sei sein Eindruck, den er aus Gesprächen mit den Einwohnern gezogen habe. Er lasse sich jedoch auch gerne vom Gegenteil überzeugen, meinte er.

Stand jetzt sind Kettenhäuser im Baugebiet „Dorfstraße III“ also zugelassen. Die Zeit wird zeigen, ob die Nachfrage nach solchen Gebäuden in Bramstedt da ist oder ob Helmut Zurmühlen mit seiner Annahme recht behalten sollte.

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