Keine Ängste, aber Diskussionen

Mit der Maske unterwegs im Bus: So erleben Fahrer die Situation rund um Bassum

Ärger haben die Busfahrer der Verkehrsbetriebe Diepholz Nord bisher wegen der Maskenpflicht nicht gehabt. Aber hin und wieder müssen sie die Gäste daran erinnern.
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Ärger haben die Busfahrer der Verkehrsbetriebe Diepholz Nord bisher wegen der Maskenpflicht nicht gehabt. Aber hin und wieder müssen sie die Gäste daran erinnern.

Bassum – Ein Busfahrer in Frankreich wird hirntot geprügelt, weil er Fahrgäste nicht mitnehmen will, die weder ein Ticket gelöst haben, noch eine Schutzmaske tragen. In Oldenburg eskalierte vor gut einer Woche ein Streit, als ein Fahrer seine Gäste auf den Mund-Nasen-Schutz hinwies und diese ihn daraufhin beleidigt haben sollen. Was macht das mit einem Busfahrer, wenn er solche Schlagzeilen liest? Geht er mit einem mulmigen Gefühl zur Arbeit?

Waldemar Littkowski, Wilfried Wittig und ihre Kollegen sind Busfahrer bei den Verkehrsbetrieben Diepholz Nord und fahren unter anderem auch in Bassum. Natürlich lesen sie solche Berichte und tauschen sich darüber aus. Aber es sei nicht so, dass die Angst nun bei jeder Tour mit hinter dem Steuer sitze. „Man muss ja weitermachen und ist froh, dass man Arbeit hat“, sagt Wittig. Ein Kollege spricht von „leichter Nervosität“ in manchen Situationen, aber nicht von Angst.

Die Fahrer haben den Eindruck, dass einige Gäste durch die Corona-Krise schon anders geworden seien: „gereizter, frecher.“ Aber im Großen und Ganzen laufe es gut. „Teilweise müssen wir die Leute noch an die Maskenpflicht erinnern“, berichtet Wittig. Häufig seien das Rentner oder Jugendliche. „Die setzen die Maske erst auf, wenn sie vor dem Fahrer stehen, dabei müssten sie sie eigentlich schon an der Haltestelle tragen.“ Sein Kollege wirft ein: „Manche ziehen sich nur den Schal oder das T-Shirt über das Gesicht. Andere bedecken nur den Mund.“

Ärgerlich, immer noch mit anderen über Maskenpflicht zu diskutieren

Es sei ärgerlich, dass man immer noch mit Menschen über diese Pflicht diskutieren müsse, meint Littkowski. Das bedeutet Stress und Zeitverlust für alle: den Fahrer, den Fahrgast und natürlich auch die anderen Gäste. Der Busfahrer, der nun seit 30 Jahren hinter dem Steuer sitzt, zeigt ein Schild, das die Busse nun im Fenster haben und das darauf hinweist, dass Gäste ohne Maske nicht befördert werden. „Der Mund-Nasen-Schutz ist genauso eine Pflicht wie das Fahrticket“, so Littkowski. Wenn die Leute stur blieben, müssten die Fahrer die Polizei rufen.

Das bestätigt Disponent Patrick Ehlert. „Das haben wir unseren Fahrern als Schutzmaßnahme nahegelegt.“ Weitere Maßnahmen wie beispielsweise Personenschutz oder ein Selbstverteidigungstraining seien nicht angedacht. „Bisher ist das nicht nötig.“ Eine Einschätzung, die Littkowski teilt. „Bisher musste wir nicht einmal die Polizei rufen.“

Es komme auch vor, dass Fahrgäste, sobald sie im Bus Platz genommen haben, die Maske absetzen. Das könne der Busfahrer natürlich nicht immer kontrollieren, da der ja die Straße im Blick haben muss. Da würden sich dann aber auch oft andere Fahrgäste einschalten und den Betroffenen ansprechen.

Sorge um Eskalation wegen Maskenpflicht im Bus gab es noch nicht

„Aber so richtig Ärger, dass man Sorge haben musste, dass gleich etwas eskaliert, hatten wir hier noch nicht. Was das angeht, sind die meisten vernünftig und einsichtig. Da haben wir mehr Arbeit mit Leuten, die kein oder das falsche Ticket haben“, sagt Littkowski und Wittig ergänzt lächelnd: „In Bassum ist es ruhig, da haben wir keine Probleme. Da fahren manche Stammgäste seit 20 Jahren mit uns. Die meckern auch nie, wenn wir mal zu spät dran sind, weil sie wissen, dass wir kommen.“

Littkowski glaubt, dass in einer angespannten Situation auch viel vom Verhalten des Fahrers abhängt. „Die Gäste kann man nicht ändern, nur sein eigenes Auftreten.“ Langjährige Busfahrer hätten da einen Vorteil. Ihnen komme ihre Erfahrung und Menschenkenntnis zugute. „Das ist ein bisschen so wie einen Bus zu lenken. Man lernt, vorausschauend zu fahren und früh zu erkennen, wo bahnt sich eine gefährliche Situation an und wie reagiert man dann. So ähnlich ist der Umgang mit Fahrgästen auch. Man merkt schnell, wie jemand tickt, wie gereizt er gerade ist und wann das Reden einfach keinen Sinn mehr macht.“

Trotz allem liebt Littkowski seinen Job nach all den Jahren noch immer. „Ich mag es, neue Strecken und Menschen kennenzulernen. Das hält einen auch im Kopf fit.“ Er, Wittig und ihre Kollegen haben eigentlich nur einen Wunsch an ihre Fahrgäste: „Bitte einfach die Schutzmaske aufsetzen.“

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