Niedersachsen setzt auf dezentrale Impfung

Kein weiteres Impfzentrum für den Landkreis Diepholz

Der Impfstoff reicht noch nicht, um die volle Kapazität im Impfzentrum Bassum (
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Das Impfzentrum in Bassum bleibt das einzige im Diepholzer Kreisgebiet.

Der Landkreis Diepholz verabschiedet sich von der Idee, weitere Impfzentren einzurichten. Das Land Niedersachsen stellt keine weiteren Gelder dafür zur Verfügung und setzt stattdessen lieber auf dezentrale Impfungen.

  • Es gibt kein weiteres Impfzentrum für den Landkreis Diepholz.
  • Landrat arbeitet mit den Bürgermeistern an einer dezentralen Impflösung.
  • Cord Bockhop stellt Impfung von Kita- und Schulpersonal ab 18. März in Aussicht.

Update vom 1. März: Im Landkreis Diepholz wird es kein zweites Impfzentrum geben. Das teilte Landrat Cord Bockhop gestern in einem Pressegespräch mit. Das Land stelle dafür keine weiteren Gelder zur Verfügung, weil Niedersachsen verstärkt auf die dezentrale Impfung und mobile Impfteams setzen wolle.

Wie diese dezentrale Impfung im Kreis Diepholz konkret umgesetzt werden kann und soll, werden die Bürgermeister heute gemeinsam mit dem Landrat in einer Konferenz erörtern. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und suchen jetzt mit den Städten und Gemeinden eine gemeinsame Lösung“, sagte Bockhop. Eine Idee sei es, „die Impfeinheiten quer durch den Landkreis zu bewegen“. Darüber hinaus biete diese Herangehensweise die Möglichkeit, stärker mit den niedergelassenen Ärzten zusammenzuarbeiten.

Cord Bockhop begrüßt die dezentrale Lösung: „Wir wollen nicht mehr, dass unsere Bürger das Chaos in Hannover mitkriegen.“ Denn die Impf-Hotline sei nach wie vor eine Zumutung. Er geht davon aus, dass der Landkreis mit den dezentralen Impfungen in zwei Wochen loslegen kann. „Bis dahin sind die Termine im Impfzentrum vergeben und der Impfstoff verplant“, erklärt er.

Rechtliche Grundlage für Impfung von Kita- und Schulpersonal ab 18. März

Zudem stellt der Landrat in Aussicht, dass ab dem 18. März die rechtliche Grundlage geschaffen ist, Kita- und Schulpersonal zu impfen – darunter fallen nicht nur Erzieher und Lehrer, sondern auch Hausmeister und Sekretäre. „Wenn das Land bis dahin alles geregelt hat, klappt das“, sagte Bockhop.

Er betonte, dass der Alltag im Kindergarten und der Unterricht an der Schule nicht unter den Impfungen der Lehrer und Erzieher leiden müsse. Denn: Der Landkreis plant, ab Samstag an sechs Tagen in der Woche Impfungen im Impfzentrum anzubieten. „Kommendes Wochenende noch nicht für Erzieherinnen, Erzieher und Lehrer, aber bald“, meinte Cord Bockhop.

Die davon betroffenen Berufsgruppen sollen dann gruppenweise informiert werden. „Wir schreiben diejenigen entsprechend an. Es muss also nicht jeder anrufen“, erklärt der Landrat und fügt hinzu: „Es ist viel Licht am Ende des Tunnels.“

Update vom 25. Februar: Der Start der Impfkampagne war holprig. Wie sieht es einen Monat später aus? „Es geht jetzt richtig los“, sagt ein optimistischer Landrat Cord Bockhop zum aktuellen Stand. Im Impfzentrum Bassum werde teils schon in Fünfer-Reihen gearbeitet, zu Beginn war es nur eine Impfstrecke –„ein positives Signal“, so Bockhop.

Der Landrat erneuerte seine Ankündigung, weitere Impfzentren einzurichten. Anfangs eines in Rehden direkt an der B214, das, so Bockhop, in Betrieb gehen soll „sobald uns die Genehmigung vom Land Niedersachsen vorliegt“. Dann werde die Errichtung eines dezentralen Impfstandorts im Raum Sulingen und der Samtgemeinde Siedenburg geprüft. Zusammen werde das ein „wunderschönes Dreieck“ ergeben, so der Landrat.

Mangel an Covid-19-Impfdosen hat ein Ende

Spätestens ab Mai sollen auch Arztpraxen Anlaufstellen für Corona-Impfungen sein, sagt Bockhop. Damit wäre die Corona-Impfung also bald ähnlich unbürokratisch zu bekommen sein, wie andere Schutzimpfungen auch.

Inzwischen sind die Impfstoffe auch immer seltener Mangelware. Dadurch sind erste Prognosen möglich: Nach einer Hochrechnung des Landkreises können bis Ende März rund 30 000 Dosen vergeben worden sein. Damit wäre auch absehbar, dass alle Menschen mit besonders hohem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bis dahin eine Impfung bekommen. Zumindest die erste Impfdosis hätten die Tagespflegeeinrichtungen im Landkreis Diepholz mittlerweile erhalten, so Bockhop.

Landrat Bockhop kritisiert fehlende Vorgaben von Bund und Land

Damit stellt sich allerdings die Frage, wie es weitergeht. Niedersachsen hatte Anfang dieser Woche bereits angekündigt, erste Personen aus der zweithöchsten Prioritätengruppe impfen zu lassen – nämlich dann, wenn vor Ort ungenutzter Astra-Zeneca-Impfstoff (für unter 65-Jährige) zur Verfügung steht.

Solche Ankündigungen kommen Cord Bockhop deutlich zu früh. Denn damit stellen sich Fragen danach, wie der Übergang zur zweiten Gruppe (hohe Priorität) bewältigt werden soll. Darunter fallen unter anderem die über 70-Jährigen, Kranke und Behinderte, aber auch Kontaktpersonen von Schwangeren und Polizei- und Ordnungskräfte mit hohem Infektionsrisiko.

Wer aus der Gruppe zuerst an der Reihe ist und wie die Termin-Vergabe ablaufen wird, kann der Landrat momentan noch nicht beantworten. Denn dazu fehlten die Vorgaben aus Hannover und Berlin. „Sobald die entsprechenden Regelungen feststehen, werden wir diese auch kommunizieren“, kündigt Bockhop an.

Originaltext vom 5. Februar: Landkreis Diepholz - Mit Hochdruck arbeitet der Landkreis Diepholz an einem zweiten Impfzentrum. „Wir haben es beim Land bereits beantragt“, berichtete Landrat Cord Bockhop am Freitagmittag. An einem Standort entlang der B 214, zwischen Diepholz und Sulingen, soll es entstehen, um für möglichst viele Menschen aus dem Südbereich des Landkreises schnell erreichbar zu sein. Drei Immobilien werden dafür geprüft. Eine davon: die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) in Wehrbleck.

Hintergrund ist die Entscheidung des Landes Niedersachsen, dass Menschen nicht mehr Impfzentren außerhalb des eigenen Landkreises nutzen dürfen. Bürger aus Lemförde können zum Beispiel nicht mehr ins vergleichsweise nahe Impfzentrum Lohne im Landkreis Vechta fahren. „Ich kann die Entscheidung des Landes verstehen“, sagt Bockhop. Aber unter diesen Bedingungen habe der Landkreis zügig handeln wollen. „So schnell wie möglich“ soll das zweite Impfzentrum startklar sein.

Die Impfung wird vorbereitet: In der kommenden Woche erwartet das Impfzentrum in Bassum 1 000 Dosen, danach besteht Hoffnung auf mehr.

Dafür müssen allerdings wichtige Voraussetzungen geschaffen und elementare Kriterien erfüllt werden. Deshalb prüft der Landkreis nicht nur die FTZ Wehrbleck, sondern genauso zwei weitere Immobilien. Dazu sagt der Landrat aber nur so viel: „Sie befinden sich zum Teil im kommunalen Eigentum.“ Wo und wie schnell das zweite Impfzentrum an den Start gehen kann, hängt allerdings von einem anderen, alles entscheidenden Kriterium ab: die Verfügbarkeit des Impfstoffs.

Für kommende Woche sind 1000 Impfdosen angekündigt

In dieser Woche haben bereits 550 Menschen ihre Immunisierung im Impfzentrum Bassum erhalten. Auf Anfrage berichtete dessen Leiter Sven Gliessmann, dass für kommende Woche 1 000 Impfdosen vom Land angekündigt seien. Auch damit lässt sich die volle Kapazität des Impfzentrums in Bassum bei Weitem nicht ausschöpfen. Dennoch können dort mehr Kreisbewohner geimpft werden als bisher, weil die mobilen Impfteams nicht mehr so viel Impfstoff brauchen. Der Grund: Am Freitag waren die Bewohner aller 36 Senioren- und Pflegeeinrichtungen im Landkreis Diepholz mit der ersten Impfung versorgt. Ein Teil der Senioren in diesen Einrichtungen hat sogar schon die zweite erhalten – aber bei Weitem noch nicht alle.

In der kommenden Woche werden laut Sven Gliessmann 75 Prozent des erwarteten Impfstoffs für die Immunisierungen im Zentrum eingesetzt, ein Viertel geht an die mobilen Teams. Danach erwartet das Bassumer Impfzentrum auch erste Lieferungen des Impfstoffs von Astrazeneca, der für Menschen unter 65 Jahre vorgesehen ist.

Astrazeneca für das medizinische Personal

Damit könne medizinisches Personal immunisiert werden, so der Leiter des Impfzentrums, beispielsweise Mitarbeiter in Arzt- oder Physiotherapiepraxen. Elementare Voraussetzung: Sie müssen einen Termin haben, also bei der zentralen Vergabestelle des Landes erfolgreich gewesen sein.

Große Hoffnung im Bassumer Impfzentrum und beim Landkreis gleichermaßen ist es, ab 16. Februar mit größeren Mengen an Impfstoff rechnen zu können. Das wäre im besten Sinne des Wortes Treibstoff für das geplante zweite Impfzentrum an der B 214. Genau dafür ist noch ein dritter Bereich von großer Bedeutung: eine reibungslose zentrale Terminvergabe über das Land und ein entsprechender Umgang mit den Wartelisten. Denn dann müssten für den Landkreis Diepholz ja zwei Standorte berücksichtigt werden, so der Landrat. Er hat sich am Donnerstag und Freitag mit einem ganz anderen Aspekt der Corona-Impfung beschäftigt: mit der Wetterlage und dem angekündigten Schneefall. Räum- und Streudienste auf den Straßen sowie vor allem auf den Parkplätzen rund um das Impfzentrum waren dabei Thema.

Wetterlage bewertet Kreis nicht als problematisch

Sollte es jedoch soviel Eis und Schnee geben, dass Menschen am Montag ihren Termin im Impfzentrum nicht wahrnehmen können, „dann ist das auch kein Problem“, so der Landrat. Denn diese Impfungen würden dann – nach Absprache – am Donnerstag oder Freitag nachgeholt. Die Klärung erfolge direkt mit dem Impfzentrum in Bassum und nicht über die zentrale Hotline.

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