Vandalismus am Bramstedter Bahnhof

Kaputte Scheiben und Farbschmierereien

Da kann einem das Lachen schnell vergehen: Der Bahnhof in Bramstedt ist noch nicht fertig saniert, und trotzdem haben Unbekannte dort Verteilerkästen und Wartehäuschen mit Farbe beschmiert. - Foto: Albrecht

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Bauarbeiten sind noch nicht mal abgeschlossen, trotzdem haben Unbekannte die neuen Wartehäuschen am Bahnhof in Bramstedt mit Farbe beschmiert und die Fensterscheiben demoliert. „Überall sind Risse an den Fenstern“, ärgert sich Hermann Bollmann vom Bahnhofsmanagement Bremen über den Schaden in Höhe von 2000 Euro.

„Allein die Scheiben kosten 1600 Euro pro Stück“, berichtet Bollmann. Die Bahn möchte die Stationen so kundenfreundlich wie möglich vorhalten. Das gelingt aber nicht immer. Vor allem in Bremen habe die Zerstörungswut einiger weniger dazu geführt, dass die Fahrgäste an den Bahnhöfen in der Neustadt, in Burg und Walle lediglich ein Dach über dem Kopf haben. Rausgucken ist nicht mehr. Statt Glasscheiben hat sich die Bahn für blickdichten Stahl entschieden. „Der geht nicht so leicht kaputt.“ Da die Fahrplan-Vitrine mehrfach in Brand gesetzt worden war, hängt dort mittlerweile nur ein Zettel an einer Eisen-Tafel. „Schön ist anders, aber bei Vandalismusschäden in Höhe von 150 000 bis 180 000 Euro im Jahr auf insgesamt 80 Bahnhöfen bleibt uns nichts anderes übrig“, so Bollmann.

Damit es am Bramstedter Bahnhof nicht auch bald so aussieht – schließlich investiert die Bahn derzeit 3,2 Millionen Euro in den Umbau – hat Bassums Bürgermeister Christian Porsch zum Krisengespräch eingeladen. Doch eine Lösung haben Bollmann, Bramstedts Ortsvorsteher Helmut Zurmühlen (CDU) und der Leiter der Polizeidienststelle Bassum, Friedrich Ludwig, nicht parat.

Die Polizei steht dem Problem relativ machtlos gegenüber. „Wir können mit unseren wenigen Leuten nicht permanent kontrollieren“, sagt Friedrich Ludwig.

Das sieht auch Bollmann ein. Zurmühlen und Porsch setzen auf die Anwohner und die Fahrgäste: „Wer Personen beobachtet, die Schäden verursachen oder Jugendliche, die sich dort regelmäßig treffen, sollte die Polizei rufen“, hieß es seitens der Runde. Lieber einmal mehr als einmal zu wenig anrufen. „Wenn wir Zeit haben, kommen wir“, sagt Ludwig. Er rät aber Privatpersonen auf jeden Fall davon ab, Jugendliche selbst zur Ordnung zu rufen. „Das ist in anderen Fällen schon oft schief gegangen.“

Hermann Bollmann geht davon aus, dass es sich bei den Tätern um Jugendliche handelt. „Das ist zumindest unsere Erfahrung. Die haben Langeweile“, ist er überzeugt.

Betroffen sei nicht nur der Bahnhof Bramstedt, auch Bassum und Syke würden immer wieder von Schmierfinken aufgesucht. „Die sollten besser mal die Schulbank drücken“, stellt Porsch fest, als er auf einem bekritzelten Verteilerkasten das Wort „Schlüßel“ liest.

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