Kammermusik im Stift Bassum mit Réka-Zsuzsánna Fülöp und Ralf Wosch

Musikalische Umarmung

Réka-Zsuzsánna Fülöp setzte mit Gershwin das konzertante I-Tüpfelchen für die Anhänger der eher heiteren Muse. Ihr Mann Ralf Wosch begleitete sie am Flügel.
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Réka-Zsuzsánna Fülöp setzte mit Gershwin das konzertante I-Tüpfelchen für die Anhänger der eher heiteren Muse. Ihr Mann Ralf Wosch begleitete sie am Flügel.

Bassum - Von Angelika Kratz. In der Reihe Kammermusik im Stift Bassum gab es am Sonntagnachmittag auch in dritter Folge keinen freien Platz mehr im Kapitelsaal. Das Publikum erlebte bereits eine halbe Stunde vor dem Konzertbeginn mit Stephan Rupert Steinkühler eine detaillierte Einführung in die kommenden zwei Stunden mit Gesang von Réka-Zsuzsánna Fülöp und Ralf Wosch am Flügel und Orgelpositiv.

Die zauberhafte Stadt Wien zieht sich als roter Faden durch die vierteilige Musikreihe. Die vorausgegangenen Konzerte zeigten Wien als anziehenden Magneten für Komponisten. Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) kam erst zu seinem Lebensende in die Hauptstadt Österreichs, die aber seine Kunst, wie Steinkühler ausführte, bis zu seinem Tode nicht mehr würdigte. „Wenn ein Magnet auf einen gleichen Pol trifft, stößt er ihn ab“. Unter diesem Motto stand nun das dritte Konzert der Kammermusikreihe im Kapitelsaal mit einem nicht minder spannenden Mix unterschiedlichster Musikstile aus vier Jahrhunderten.

Vivaldis „Qui sedes ad dexteram Patris“ aus der Gloria Messe in D bildeten den Auftakt. Sie stammt aus der Zeit, als Vivaldi als katholischer Priester junge Mädchen in einem Musikinternat mit seinen hervorragenden Kompositionen unterrichtete. Johann Pachelbel (1653 bis 1706) mit Variationen über „Was Gott tut ist wohlgetan“ intonierte Ralf Wosch an der Truhenorgel, der kleinen und an vielen Orten einsetzbaren Variante der Kirchenorgel. Ihre nach einer Kehlkopfentzündung wieder wunderschöne und durchhaltende Stimme erhob die Altistin Fülöp zu Antonin Dvorák (1841 bis 1904) und seinen bewegenden zehn biblischen Liedern. Entsprechender Applaus dankte dem Kreiskantoren für den ersten Programmteil.

Dringend notwendig war das Luftholen nicht nur für die beiden Künstler selber, auch das Publikum sehnte sich an dem heißen Julinachmittag unbedingt nach frischer Luft. Im Garten gab es Zeit für Konversation und entsprechend gestärkt ging es zum zweiten Konzertteil. Der brachte mit Claude Debussy (1862 bis 1918) und seiner bekannten Komposition „Claire de Lune“ etwas mehr Leichtigkeit in den alten Kapitelsaal. Die erlebte mit George Gershwin (1898 bis 1937) und der sich vollends eingesungenen Stimme der Altsolistin das konzertante I-Tüpfelchen für die Freunde der eher heiteren Muse. „Ich liebe Gershwin“ bekannte Réka-Zsuzsánna Fülöp.

Dass sie auch ihren Ehemann Ralf Wosch ganz ins Herz geschlossen hat, bewies der entsprechend umgedichtete Song „Ich habe kein Geld, aber meinen Mann und mein Lied“. Auch zu Gershwins eher ungewöhnlichem Bezug zu Wien hielt Steinkühler natürlich die entsprechenden Ausführungen parat. Den Wiener Arnold Schönberg traf Gershwin in musikalischer Zusammenarbeit in Amerika und so klappte in Bassum auch das Programm mit herrlich swingenden Liedern, zu denen so mancher Gast leise, aber sehr melodiös seine Stimme erhob.

Ohne Zugabe wurde das Künstlerpaar nicht entlassen und gerne umarmte Réka-Zsuzsánna Fülöp noch einmal mit Gershwin zu „Embraceable You“ ihren Ralf Wosch.

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