„Weiteres Loch in Kätingen“

Kalksandsteinwerk sichert sich knapp neun Hektar große Fläche für Sandabbau

Sand ist ein begehrter Rohstoff. Das Kalksandsteinwerk baut bereits in Kätingen ab (Foto) und hat sich eine weitere Vorratsfläche gesichert. - Fotos: Albrecht
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Sand ist ein begehrter Rohstoff. Das Kalksandsteinwerk baut bereits in Kätingen ab (Foto) und hat sich eine weitere Vorratsfläche gesichert.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Das Kalksandsteinwerk in Kätingen hat eine knapp neun Hektar große Waldfläche gekauft, um sich für die Zukunft zu wappnen. Das bestätigt erst auf mehrfache Nachfrage der Geschäftsführer Uwe Kraemer mit Sitz in Ahlhorn. „Kurzfristig passiert hier aber gar nichts“, nimmt er Stellung zu den Plänen seines Unternehmens.

Die Fläche war bis vor Kurzem im Besitz eines Landwirtes. Dieser hat das Waldstück nun an das Kalksandsteinwerk veräußert. Nach Informationen der Kreiszeitung hatte sich das Kalksandsteinwerk beim Bau des Standortes 1956 ein Vorkaufrecht gesichert – und es nun eingelöst.

Die Fläche befindet sich zwischen Kalksandsteinwerk und B 51 und grenzt an die bereits abgeräumten Gebiete Köstergrube und Siedenburggrube.

„Nun wird hier in den kommenden Jahren ein weiteres Loch entstehen“, fürchten Kätinger Bürger. „Das Werk hat ein Grundstück gekauft, mehr erstmal nicht“, sagt Kraemer. Es könne sein, dass die Fläche durchgeforstet werde. Sand soll vorerst nicht abgebaut werden. Auf welchen Zeitraum sich das „vorerst“ bezieht, lässt er offen. „Unser Standort in Kätingen besteht seit 60 Jahren, und wir möchten auch das 100-Jährige feiern. Damit wir das können, benötigen wir Sand“, betont der Geschäftsführer.

Das Werk in Kätingen beliefert den Wohnungsbau in Bremen.

Die Fläche sei im Regionalen Raumordnungsprogramm als Vorratsgelände für Sand gekennzeichnet. „Und wir haben eine Genehmigung, Sand abzubauen“, so Kraemer.

Er betont ausdrücklich, dass es keine konkrete Planung gebe, es sei aber nicht ausgeschlossen, dass sich das Werk eines Tages erweitere oder am Standort neu gebaut werde. Die Aussichten seien gut. Der Wohnungsbau boomt, davon profitiert das Unternehmen.

„Wir versorgen von Kätingen aus den gesamten Wohnungsbau in Bremen“, so Kraemer. Allerorten entstünden Neubauten, der Bedarf sei groß, die Notwendigkeit da. Zudem würden die niedrigen Zinsen dafür sorgen, dass die Menschen in Immobilien investieren. „Wir sehen gute Voraussetzungen für unsere Branche“, blickt der Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft.

Am Standort Kätingen seien etwa 20 Mitarbeiter beschäftigt, die Steine in verschiedenen Formaten produzieren.

Die Kätinger fürchten indes eine weitere Belastung und kritisieren, dass eine weitere intakte Fläche dem Erdboden gleich gemacht werde. Sie hoffen, von Beginn an in die Planung einbezogen zu werden. „Dem Abbau wird ein Genehmigungsverfahren vorangestellt“, bestätigt eine Anfrage beim Landkreis Diepholz als zuständige Genehmigungsbehörde. Selbstredend würden Anlieger und Träger öffentlicher Belange im Vorfeld beteiligt. Für den genannten Bereich liege aber derzeit kein konkreter Antrag vor, so der Fachdienstleiter beim Landkreis, Stephan Maaß.

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