1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landkreis Diepholz
  4. Bassum

Julian Zurmühlen ist seit einem halben Jahr Ortsvorsteher in Bramstedt und hat noch viele Ideen für seine Heimat

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Heimatverbunden und engagiert: Julian Zurmühlen zieht nach einem halben Jahr als Ortsvorsteher Bilanz.
Heimatverbunden und engagiert: Julian Zurmühlen zieht nach einem halben Jahr als Ortsvorsteher Bilanz. © Seebacher

Bramstedt – Der Bassumer Ortsteil Bramstedt hat knapp 1900 Einwohner. Einer davon ist Julian Zurmühlen. Er ist seit Ende Mai vergangenen Jahres Ortsvorsteher seines Heimatdorfs und engagiert sich deshalb wo er nur kann. Das hängt vor allem damit zusammen, dass ihm die Bassumer Ortschaft am Herzen liegt. „Sobald ich das Ortsschild sehe, fühle ich mich einfach wohl und angekommen“, sagt der 34-Jährige, der gemeinsam mit seiner Ehefrau und seiner kleinen Tochter sowie dem Familienhund in Bramstedt lebt.

Eine andere Heimat kann er sich überhaupt nicht vorstellen.

Gern ist er „die Verbindungsstelle zur Stadt“ und hat stets ein offenes Ohr für die Anliegen seiner Mitmenschen. Dass er der jüngste Vertreter unter den Bassumer Ortsvorstehern ist, sei zu keiner Zeit ein Problem gewesen. „Viele Menschen kannten mich bereits aus den örtlichen Vereinen. Außerdem gehe ich offen auf andere zu“, stellt Zurmühlen seinen Vorteil heraus.

In die Aufgaben des Ortsvorstehers ist er wortwörtlich hineingewachsen. „Unsere Familie engagiert sich seit mehr als 70 Jahren in Bramstedt“, sagt Zurmühlen und erinnert daran, dass sein Großvater Heinz Zurmühlen bereits 1952 an der Spitze des Ortes stand. 1991 übernahm Vater Helmut und war bis zu seinem plötzlichen Tod im vergangenen Jahr Ortsvorsteher. „Es war ein fließender Übergang“, erinnert sich Julian Zurmühlen, dass er schon immer viel durch Beobachten von dem Ehrenamt mitbekommen habe. „Eine weitere Hilfe zum gelungenen Amtsantritt waren die engagierten Leute hier in Bramstedt“, bedankt sich der Familienvater für die Unterstützung und das Vertrauen in ihn. Dennoch werde es noch eine Weile dauern, „bis ich meinen eigenen Anspruch erfüllen kann“.

Fragen nach Verbesserungsvorschlägen und Ideen für den Ort stehen für den Ortsvorsteher stets im Vordergrund. „Es wurde schon viel geschafft“, lobt Zurmühlen das Engagement der Bramstedter. Aus seiner Sicht sind neben dem neuen Feuerwehrgerätehaus der Ausbau der Grundschule und der Erhalt der Kita wichtige Projekte für den Ort. „Nur so sind wir für den Bevölkerungszuwachs durch die Neubaugebiete gut aufgestellt.“ Zurmühlen ist sich gleichzeitig bewusst darüber, dass mehr Bewohner auch ein höheres Verkehrsaufkommen bedeuten. „Wir müssen die Straßensituation im Auge behalten“, erklärt er.

Ein weiterer Punkt auf seiner Agenda ist die Sparkassenfiliale. Diese ist seit Jahresbeginn lediglich mit einem Geldautomaten und einem Kontoauszugsdrucker ausgestattet (wir berichteten). „Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Sparkasse sich hier komplett zurückzieht“, mutmaßt der Ortsvorsteher. Er stehe deshalb bereits im Gespräch mit dem Kreditinstitut, um eine adäquate Nachnutzung für das Gebäude im Ortskern zu erzielen. Weiterhin zählen Besuche zu besonderen Geburtstagen und Ehejubiläen auf der Aufgabenliste eines Ortsvorstehers. „Wenn ich mit den älteren Bewohnern in Kontakt trete, ist das immer sehr spannend. Man erfährt Neuigkeiten, die sonst vielleicht an einem vorbeigegangen wären“, erläutert Zurmühlen. Er freut sich zudem über das rege Vereinsleben und hofft hinsichtlich der Pandemieeinschränkungen, dass „wir bald wieder loslegen können“. Gleichzeitig weiß er aber auch: „Es wird ein großer Kraftakt, den normalen Betrieb wieder in Gang zu bringen.“

Zurmühlen ist aber nicht nur Bramstedts Ortsvorsteher, sondern auch Mitglied im Rat der Stadt Bassum. „Dort kann ich mich an Entscheidungen beteiligen und Dinge vorantreiben“, berichtet der 34-Jährige. Beruflich ist er aber fernab des politischen Lebens zuhause: Nach seinem Realschulabschluss machte Zurmühlen in Bramstedt eine Ausbildung zum Maurer und ging anschließend zur Bundeswehr. Heute arbeitet er beim Zoll am Bremer Flughafen.

An Ideen für Bramstedt mangelt es nicht. „Man kann sicherlich noch mehr Blühflächen für die Insekten anlegen“, berichtet er von seinen Zukunftsplänen. Außerdem will er sich für die Verkehrssituation an der Dorfstraße einsetzen – und sich für einen Radweg auf dem bislang fehlenden Abschnitt stark machen.

Von Anika Seebacher

Auch interessant

Kommentare