Jonas Kreis plant im Herzen von Bassum zwei Neubauprojekte

Neue Knesenburg mit Blick auf das Lichtspielhaus

+
Das Bauschild steht schon. In Kürze lässt Jonas Kreis die Bagger anrollen. Dann entsteht in der Bassumer Innenstadt das, was auf dem Schild bereits abgebildet ist.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Ein bisschen mehr Mut wünscht sich Jonas Kreis von den Stadtplanern und Architekten in Bassum. Vor allem an der Sulinger Straße sei in der Vergangenheit einiges falsch gelaufen, ist der junge Mann überzeugt. Dass es auch anders gehen kann, möchte der Architekt nun beweisen. Er plant zwei größere Projekte direkt in der Innenstadt.

Auf dem Grundstück hinter der denkmalgeschützten Knesenburg sollen fünf neue Wohnungen entstehen. Außerdem hat Jonas Kreis das ehemalige Kino an der Marie-Hackfeld-Straße gekauft und möchte dort unter dem Titel Bassumer Lichtspielhäuser mit Wohnungen, Gastronomie und einem offenen Platz mit Denkmal städtebaulich Akzente setzen.

Jonas Kreis ist gebürtiger Bassumer. Auch wenn er mittlerweile in Hamburg lebt und arbeitet, so war ihm der Bezug zu seiner Heimatstadt stets wichtig. „Schon lange war es ein Ziel von mir, mich in Bassum mit einem von mir entworfenen Gebäude zu verewigen.“ Zusammen mit zwei Partnern gründete er die „3K bauen+planen GmbH“.

Seit dem Wochenende liegt die Baugenehmigung für die Neue Knesenburg vor. Diese zu bekommen, sei nicht einfach gewesen. „Die Planung hat etwas mehr als ein Jahr gedauert. Das Grundstück ist baurechtlich nicht ganz unproblematisch“, erläutert Kreis die Zeitspanne. Zum einen gehörte die Zufahrt (von der Fr.-Ludwig-Jahn-Straße) nicht zum Grundstück. Zum anderen war die Fläche bisher nicht an das Leitungsnetz angeschlossen. „Das ist mittlerweile alles geklärt“, freut sich der Planer. Es sei gelungen, die Leitungen von der Bahnhofstraße unter der Stützmauer hindurch zu verlegen.

Kreis hofft, noch vor dem Frost den Rohbau fertigstellen zu können. Als Bezugstermin nennt er September 2016.

Auf dem Grundstück sollen fünf Wohnungen mit gehobenem Standard entstehen, allesamt großzügig geschnitten, zwischen 90und 125 Quadratmeter groß. „Alle sind nach Süden ausgerichtet, garantieren viel Licht, haben große Fenster und hohe Decken und verfügen über Balkon oder Loggia. Auch eine Dachterrasse ist geplant, ebenso ein Außenbereich mit Grün.“ Kaufpreis: ab 180000 Euro.

Wichtig ist Kreis, dass sich der Neubau in die vorhandene Baustruktur einfügt. Gar nicht so einfach, wenn in unmittelbarer Nachbarschaft die denkmalgeschützte Knesenburg steht.

Kreis: „Die Tradition von guter Architektur ist ein fortlaufender Prozess. Jede Generation hat die Verantwortung, neue, gute Architektur zu schaffen und gleichzeitig die bestehende zu respektieren.“ Durch den Einsatz von rotem Backstein und einer Holzfassade soll sich die Neue Knesenburg bewusst anlehnen an Gebäude wie die Stiftskirche oder die ursprüngliche Knesenburg. Gleichzeitig schlage sie eine Brücke zwischen traditioneller Architektur und neuen, zeitgemäßen Architekturansätzen.

Eine Stadt könne sich nur weiterentwickeln, wenn „man mutig neue Impulse setzt und dabei den Respekt vor bestehenden Strukturen nicht verliert“, so Kreis.

Dieser Philosophie will er auch bei der Neugestaltung des ehemaligen Kinos treu bleiben. „Es war ein Zufall, dass wir das Objekt gekauft haben.“ Als er mit seinen Partnern den Grundstückskauf an der Knesenburg feiern wollte, ist die Gruppe am ehemaligen Kino vorbeigekommen. „Wir fanden es schade, dass diese schöne Immobilie seit Jahren leer steht“, erinnert sich Kreis. Er hakte nach und nahm Kontakt zu den Besitzern auf. Diese waren bereit zu verkaufen.

Dieses Projekt steht unter dem Motto „Bassumer Lichtspielhäuser“. Das Gebäudeensemble besteht aus zwei Teilen – dem alten Kinosaal und dem ehemaligen Hotel zur Post. Dem Kino droht der Abriss. Der Neubau soll aber in Aussehen und Form an das Lichtspielhaus erinnern. Die Fassade des Wohnhauses daneben (früher Hotel zur Post) bleibt aus Denkmalschutzgründen stehen. Kreis möchte also Tradition mit Moderne verbinden. Und mehr noch: „Es ist ein historischer Ort“, so der Planer. In unmittelbarer Nähe stand früher eine Synagoge. Alle diese Aspekte sollen sich in seinem Lichtspielhaus wiederfinden: Gastronomie, Wohnen und ein offener Platz. Dort könnte ein Denkmal an die Synagoge erinnern.

Vor dem Neuanfang steht zunächst einmal der Abriss. Die Kosten dafür übernimmt die Stadt Bassum. Der Spatenstich erfolgt aber erst nach Fertigstellung der neuen Knesenburg.

Weitere Infos gibt es im Internet:

www.neue-knesenburg.de

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Schiff für ersten Atommüll-Transport unterwegs

Schiff für ersten Atommüll-Transport unterwegs

Hurricane-Bands am Sonntag

Hurricane-Bands am Sonntag

Der Reisewinter - Neues von Neckermann und Thomas Cook

Der Reisewinter - Neues von Neckermann und Thomas Cook

Bilder von der Explosion eines Tanklastzugs in Pakistan

Bilder von der Explosion eines Tanklastzugs in Pakistan

Meistgelesene Artikel

Abiturienten der KGS Leeste feiern bis in die Morgenstunden

Abiturienten der KGS Leeste feiern bis in die Morgenstunden

Fahrkartenautomat am Syker Bahnhof geprengt

Fahrkartenautomat am Syker Bahnhof geprengt

Nitrat-Gehalt immer im Blick

Nitrat-Gehalt immer im Blick

Kommentare