Bassums neue Schulsozialarbeiterin Jennifer Görlitz liebt ihren Beruf

Jedes Kind hat Ressourcen

Jennifer Görlitz ist die neue Schulsozialarbeiterin an der Grundschule Mittelstraße. Foto: Kreykenbohm

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Nein, das Wort Probleme mag Jennifer Görlitz nicht. Zumindest, wenn die neue Bassumer Schulsozialarbeiterin über Kinder spricht. „Das klingt immer so negativ. Jedes Kind hat Ressourcen und bringt etwas Positives mit. Ich sehe meine Aufgabe darin, das Positive zu stärken und auf die Ressourcen zu schauen, statt immer zu sagen, was das Kind falsch macht oder nicht kann.“

Die 31-Jährige sitzt entspannt in ihrem kleinen, gemütlichen Beratungsraum, in dem sie seit September ihre Schützlinge an der Grundschule Mittelstraße besuchen können. Die Kinder können mit allen Sorgen und Ängsten zu ihr kommen. Görlitz versucht dann, ihnen zu helfen – sofern die Kinder das möchten. „Wenn sie aber einfach nur mal jemanden wollen, dem sie ihr Herz ausschütten können, geht das auch.“

In ihrem früheren Berufsleben war Görlitz Krankenschwester. „Ich habe in einer Psychiatrie gearbeitet und durch die Patienten auch Kontakt zu den Sozialarbeitern bekommen.“ Die 31-Jährige, die in Witten geboren wurde, begann, sich für den Beruf zu interessieren, und begann schließlich ein Studium. Anschließend arbeitete sie in verschiedenen Bereichen, die aber immer etwas mit Kindern zu tun hatten. 2017 zog sie dann der Liebe wegen nach Bassum und arbeitete an einer Grundschule in Kirchlinteln, bis sie schwanger wurde. Im September trat sie dann die halbe Stelle an der Grundschule Mittelstraße an.

Der erste Eindruck sei super gewesen: „Tolle Kollegen, vom Hausmeister bis zu den Lehrkräften sind alle offen und herzlich. Auch die Kinder. Es ist schön, wenn sie einen mit Namen grüßen und sich freuen, einen zu sehen. Ich komme wirklich gern zur Arbeit“, schwärmt sie.

Görlitz liebt ihren Beruf. „Ich habe immer gern mit Kindern gearbeitet. Es ist schön, zu sehen, dass man durch seine Beratung etwas verändern kann, sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern.“ Denn auch ihnen steht Görlitz mit Rat und Tat zur Seite.

„Wenn sie beispielsweise Fragen zu Anträgen und Formularen haben, können sie zu mir kommen, und wir schauen sie uns gemeinsam an.“ Die Schulen seien generell ein sehr dankbarer Bereich für soziale Arbeit. „Man kann hier viel Positives bewirken.“

Sie habe an der Grundschule Mittelstraße eine super Arbeit von ihrem Vorgänger übernommen, die sie auch weiterführen will, wie zum Beispiel das Streitschlichter-Programm. Außerdem übernimmt sie das Sozialtraining für die vierten Klassen, um sie auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten, hilft in der Ganztags- und Hausaufgabenbetreuung. Aber Görlitz arbeitet auch auf Zuruf. „Wenn ein Lehrer beispielsweise das Miteinander in seiner Klasse verbessern möchte, überlege ich mit ihm zusammen ein Konzept, das wir dort ausprobieren können.“

Die Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen für Görlitz beim Streitschlichten und dem Sozialtraining. Ideen für eigene Projekte hat sie noch nicht. „Ich möchte gucken, wo ich gebraucht werde, und dann dort ansetzen.“

Sozialarbeit an einer Grundschule hält Görlitz für sehr wichtig. „Wir können hier Grundsteine legen und viel vorbereiten, sodass die Probleme vielleicht nicht so groß werden. Außerdem haben wir gegenüber den Lehrern einen großen Vorteil: Wir müssen die Kinder nicht bewerten, sondern können sie so nehmen, wie sie sind. Von daher kann ich nur hoffen, dass die Schulsozialarbeit an Grundschulen weiter gestärkt wird.“

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