Jeder Zweite im Verein

Zustimmung für Sportstättenentwicklungskonzept

Bassum - Von Frauke Albrecht. Die Grünen hätten lieber heute als morgen einen Kunstrasenplatz. Jürgen Schäfer scheiterte aber am Donnerstagabend mit seinem Antrag im Ausschuss für Soziales und Familie, den Kunstrasenplatz bereits nächstes Jahr projektieren und realisieren zu wollen.

Er muss sich etwas in Geduld üben. Die Mehrheit des Ausschusses stimmte für eine Projektierung des Platzes 2019. Aus finanziellen Gründen sollte der Bau jedoch frühestens 2020 erfolgen. Voraussetzung ist, dass der Kunstrasenplatz bezuschusst wird. Die Verwaltung erhofft sich eine 63-prozentige Förderung aus dem ZILE-Topf.

Der Kunstrasenplatz ist ein wesentlicher Bestandteil des Sportstättenentwicklungskonzeptes, dass Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko in der Sitzung ausführlich vorstellte. Zu Beginn erläuterte er die Entstehungsgeschichte. Bereits Anfang dieses Jahres hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, ein mittelfristiges Konzept zu erarbeiten, wir berichteten bereits.

Daraufhin gründete sich eine Arbeitsgruppe. Deren Mitglieder befragten nicht nur sämtliche Sport- und Schützenvereine, sondern auch Schulen und die Bevölkerung. „Was uns sehr überrascht hat: Jeder zweite Bassumer ist Mitglied in einem Sportverein“, so Lyko. Sport sei in Bassum ein wesentliches Standbein der Gesellschaft.

Die Verwaltung habe versucht, die Wünsche und Ergebnisse der Befragung mit der finanziellen Situation in Einklang zu bringen. Heraus kamen einige Handlungsempfehlungen. Dazu zählt unter anderem der Bau eines Kunstrasenplatzes. Die in der Vorlage genannten Baukosten von 560 000 Euro seien lediglich eine Annahme. Gut möglich, dass der Platz wesentlich teurer werde, so Lyko. Auch über Folgekosten gibt es bisher keine Angaben.

Bewegungsparcours im Stiftspark

Die Bestandsanalyse habe ferner ergeben, dass die Sporthalle in Bramstedt umgehend saniert werden müsse. Die Dachreparatur für 2018 wird auf 41. 000 Euro geschätzt. Ein Jahr später soll mit 33. 000 Euro die Erneuerung des Lichtbands folgen. Die Jahnturnhalle in Bassum hat ebenfalls schlechte Noten bekommen. Risse seien bereits beseitigt worden. Für 2019 hat sich die Verwaltung die energetische Sanierung vorgenommen. Geschätzte Kosten: 160. 000 Euro.

Für einen weiteren Bolzplatz, wie vom TSV Bassum dringend gewünscht, sei vorerst kein Geld vorhanden.

Die Vorschläge der Verwaltung wurden mit zwei Enthaltungen (Grüne) zum Beschluss empfohlen.

Michael Gillner (CDU) und Dr. Jürgen Falck (Bürgerblock) vermissen in dem Konzept den Bereich Leichtathletik und wünschen sich eine Förderung derselben. Unbedingt sollten eine Laufbahn und Geräte mit aufgenommen werden, so Gillner. Beim Tag des Sports sei er von vielen Vereinsvertretern auf eine fehlende Leichtathletikförderung angesprochen worden.

Falck wünscht sich mehr Angebote für Menschen, die Breitensport ohne Verein ausüben möchten. Auch eine Tartanbahn und ein Bewegungsparcours im Stiftspark oder direkt am Freizeit- und Naturbad seien ein „lohnendes Ziel“. Gerne würde er an frühere Zeiten anknüpfen, als Bassum noch eine Hochburg der Leichtathletik war.

„Derzeit wird diese Sportart aber nicht oder kaum nachgefragt“, meinte Jürgen Schäfer. Heinz Mohrmann vom Stadtsportring bestätigte diese Einschätzung.

Schäfer erinnerte daran, dass die Grünen bereits seit Jahren eine Sport- und Freizeitanlage fordern. Diese Pläne sollten unbedingt im Stadtentwicklungsprozess verfolgt werden. Den Kunstrasenplatz hält der Grünen-Ratsherr für dringend erforderlich, um den Vereinssport ganzjährig ausüben zu können. Ebenso wichtig sei ein zusätzlicher Bolzplatz, so Schäfer. Er stellte den Antrag, dass die Verwaltung alternative Flächen suchen soll, weil der TSV den derzeitigen Platz dringend für Vereinszwecke benötigt. Gegen diese Suche hatte keiner der anwesenden Ausschussmitglieder etwas einzuwenden.

Am Ende stimmten SPD, CDU und Bürgerblock für die Vorlage der Verwaltung. „Es wird eine Menge Geld kosten, aber wir sind gerne bereit, für dieses Ziel zu investieren“, meinte Bärbel Ehrich von der SPD.

Rubriklistenbild: © dpa

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