Auf einen Tag genau vor 50 Jahren aus der Bassumer Realschule entlassen

Mit 15 Jahren schon ins Berufsleben

Einen kleinen Rundgang durch Neubruchhausen unternahmen die ehemaligen Schüler, unter anderem zum Scheuenviertel, und dies im Rahmen einer Gästeführung.

Bassum - Von Gerd Rohlfs. Damals ging alles ruckzuck: Am 25. November war die Schulentlassung, und schon am 1. Dezember begannen die meisten ihre Berufsausbildung. Auf einen Tag genau ein halbes Jahrhundert später feierte am vergangenen Wochenende eine der beiden 1966er-Abgangsklassen der Bassumer Realschule in Neubruchhausen ein Wiedersehen.

Durch die Umstellung des Schuljahresbeginns vom Frühjahr auf den Sommer hatte sich seinerzeit für zwei Jahrgänge eine verkürzte Schulzeit ergeben. Und so kam es, dass die Jungen und Mädchen mit teilweise gerade mal 15 Jahren schon die Mittlere Reife erworben hatten und ins Berufsleben starten konnten.

Dass für ein paar Schüler die Umstellung offenbar überraschend kam und deshalb nicht gleich eine Anschlussbeschäftigung hatten, war nicht weiter ein Problem. Einen passenden Ausbildungsplatz fand man damals noch innerhalb weniger Tage. Einige nutzten allerdings auch die Chance, das seinerzeit noch im Entstehen befindliche Syker Gymnasium zu besuchen.

Heute sind die „Jungen und Mädchen“ überwiegend längst Opas und Omas, haben – bis auf zwei Selbstständige – von der Berufswelt weitgehend Abschied genommen und freuen sich über die viele Freizeit.

Ältester Gast beim Treffen im Café Zum Mühlenteich war Dieter Becker, der zwar nie Klassenlehrer dieser Gruppe war, aber fast die ganze Schulzeit hindurch Englisch und Sport unterrichtet und durch seine besonders engagierte Art die Herzen der Schüler erobert hatte.

Als Becker einige Zeit später für mehrere Jahre an einer deutschen Schule in Chile unterrichtete, besuchten ihn drei seiner ehemaligen Schüler und unternahmen mit ihm gemeinsam eine längere Reise durch Südamerika.

Die Organisatorinnen des Treffens in Neubruchhausen – Margret Otersen (Ahrens), Heike Böckmann (Karsch) und Maria Voigt (Tobler) – planen das nächste gemeinsame Wiedersehen schon in drei Jahren.

„Wir werden ja nicht jünger,“ hieß es am Sonnabend. Zwei der Schüler der Klasse von damals sind bereits verstorben.

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