Iris Nielsen kümmert sich um Sprachförderung in der Kita Kinder-Reich

„Die Kinder sind hellwach und wissbegierig“

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Anschauen, anfassen, sprechen: Das Konzept von Iris Nielsen beruht auf Interaktion.

Bassum - Von Jan Schmidt. Gebannt lauschen die Kinder einem geheimnisvollen Flüstern. Kurz darauf hebt Iris Nielsen ihre Stimme. Während sie vorliest, setzt sie unterstützend auf Gestik, Mimik und starke Betonung. Die Sprachförder-Fachkraft weiß, dass sie mit der Aufmerksamkeit auch die Herzen der Kinder und somit ihre Lernbereitschaft gewinnt.

Seit 2003 ist Iris Nielsen im Kindergarten Kinder-Reich in Bassum beschäftigt. Sie betreut vier Intensiv-Fördergruppen mit jeweils fünf bis sechs Kindern. Zusätzlich steht sie für alle anderen Gruppen bedarfsweise unterstützend zur Verfügung. Ein anstrengender Job, aber die 54-Jährige hat daran große Freude. „Die Kinder wollen alle lernen. Sie sind hellwach und wissbegierig“, erzählt sie. Jedes Mal werde sie aufs Neue von der Begeisterung gepackt, wenn sie die Fortschritte der Kleinen bemerke. Die Erfolgsquote sei gut, das bestätige auch die Schuluntersuchung des Gesundheitsamtes.

149 Kinder gehen in die Kita an der Bürgermeister-Lienhop-Straße. Die Nationalitäten sind vielfältig – zu den Herkunftsländern zählen Bulgarien, Albanien, Rumänien, Polen, Russland und mehrere Länder aus dem arabischen Raum. Durch die Flüchtlingssituation stoßen regelmäßig neue Jungen und Mädchen hinzu.

„Es passiert, dass einige am Anfang noch gar keine Deutschkenntnisse haben. Dann müssen wir uns zunächst mit Händen und Füßen verständigen“, schmunzelt Nielsen. Aber auch das funktioniert.

Sind die ersten Hürden genommen, geht es meistens schneller voran. Vieles läuft über Fühlen, Riechen, Schmecken: „Wenn ich zum Beispiel in einen Apfel beiße und dabei feststelle, dass er säuerlich schmeckt, kann ich mir den Begriff viel besser merken“, erläutert Nielsen. Kurze und intensive Lerninhalte, gepaart mit Interaktion, hätten sich bewährt.

Als besonders beachtlich beschreibt sei die Aufnahmefähigkeit der Flüchtlingskinder. „Viele der geflüchteten Familien gehörten in ihren Herkunftsländern zur Mittel- oder sogar zur Oberschicht“, so Nielsen. Dementsprechend sei die persönliche Entwicklung der Kinder auch schon weit fortgeschritten.

Es gebe aber natürlich auch einige Beispiel, bei denen es nicht so gut laufe. „Vergleichen wir das doch mal mit einem Blumengarten. Es gibt trockene Stellen, die mehr mit Wasser begossen werden müssen als andere. Dann gibt es wiederum Pflanzen, die wachsen wie von alleine. Und einige bleiben auch komplett im Sand stecken.“

Laut Nielsen ist die elterliche Unterstützung generell ein wichtiges Kriterium für den Lernerfolg ihrer Kinder – mit Ausnahme bei der Sprachförderung.

„Wir bitten die Eltern darum, mit ihren Kindern zu Hause kein Deutsch zu sprechen. Sie haben ja selber eine andere Muttersprache, deshalb ist es sehr schwierig, den Kindern zum Beispiel eine korrekte Sprachmelodie zu vermitteln. Diese Einflüsse müssen von außen kommen“, weiß Nielsen.

Zwischen Kita-Leitung und Eltern herrsche ein hervorragendes Verhältnis. Regelmäßig gebe es Gesprächsrunden, um Fragen zu beantworten und den Eltern eine bessere Anbindung zu ermöglichen.

Iris Nielsen ist stolz, einen wichtigen Beitrag zur Integration zu leisten. „Es freut mich, dass viele Eltern meine Arbeit anerkennen und auch etwas zurückgeben möchten. So fühlt man sich wertgeschätzt.“

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