"The Voice"-Rapper Alex Hartung aus Bremen kommt zum Abiriss ins Kreyenhop's

"Ich will ungern Sklave sein"

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Alex in seinem Element.

Neubruchhausen - Von Mara Schumacher. Alex Hartung hat sich mit seiner Version von Eminems "Lose Yourself" in die Herzen der "The Voice of Germany"- Jury und der Zuschauer gerappt. Der 24-Jährige aus Bremen war 2014 der heimliche Star in der vierten Staffel der Castingshow, auch wenn er den Sieg nicht einheimsen konnte. Alex kommt am 18. Dezember zur Ab(i)riss-Party ins Kreyenhop's nach Neubruchhausen. Wir haben vorher mit ihm geschnackt.

Alex, am 18.12. geht's für dich ins Kreyenhop's nach Neubruchhausen. So ein eher kleiner Auftritt auf dem Dorf ist im Gegensatz zu den "The Voice"-Shows ja eigentlich pille palle. Oder bist du trotzdem schon aufgeregt? 

Alex: Egal, ob vor zehn oder 10.000 Menschen, aufgeregt bin ich immer. Hinzu kommt, dass die Leute immer ein Recht darauf haben, 110 Prozent zu sehen und das auch erwarten. Soll heißen, dass ich bei jedem Auftritt versuche, alles zu geben und den Zuschauern eine gute Show zu bieten.

Du bist Bremer. Wirst du in Bremen und umzu schon erkannt? Gibt's irgendwo Promi-Bonus für dich? 

Alex: Hin und wieder kommt das schon vor, aber das ist die Ausnahme. Ich glaube, der Zuschauer wird mit Reizen überflutet. Es passiert schon, dass Sätze kommen wie: "Hey Alex, ich kenne dich aus dem Fernsehen, du warst doch beim Supertalent und was machen Joko & Klaas jetzt mit dir?" Es gibt so viele Shows, gerade viele Musikshows, die Leute bekommen das durcheinander. "The Voice of Germany" war für mich immer die beste und glaubhafteste Show. Für mich stand immer fest: Wenn ich mal bei so etwas mitmachen sollte, dann nur da!

Deinen ersten großen Erfolg hattest du nicht mit "The Voice", sondern vor ein paar Jahren bei den "Next Showstars" von Energy Bremen. Was reizt dich so an Castingshows? Ein Garant für langfristigen Erfolg sind die meistens ja nicht. 

Alex: Ich denke, man muss für sich selbst das Wort "Erfolg" definieren. Ich habe bei "The Voice" mit der besten Band Deutschlands gespielt, war live im Fernsehen, habe großartige Musiker kennengelernt, hatte nationale und teilweise sogar internationale Aufmerksamkeit plus die Tour quer durch Deutschland. Klar geht das jetzt nicht immer so von alleine weiter, aber ich werde die Zeit nie vergessen und schöpfe daraus Kraft und Motivation für den Rest meines Lebens (auch außerhalb der Musik). So gesehen würde ich für mich persönlich schon sagen, dass es ein langfristiger Erfolg ist. Man muss am Ball bleiben.

Zwar bist du bei "The Voice" 2014 knapp vor'm Ziel rausgeflogen, aber ab Ende Dezember bist du Special Guest auf der "The Voice" -Tour durch Deutschland. Bestimmt ein mega Gefühl, oder? 

Alex: Korrekt und total verrückt. Jeder Musiker behauptet, er macht Musik "nur für sich selbst". Glaube ich nicht. In erster Linie bestimmt, aber jeder Künstler sucht irgendwo Bestätigung und Aufmerksamkeit. Dass ich letztes Jahr auf der Tour so viele Menschen beeindruckt habe und dass ich dieses Jahr nochmal mitfahren darf, ist überwältigend.  Zeigt aber auch, dass sich harte Arbeit immer auszahlt. Ich war letztes Jahr mit 150 Prozent dabei, war pünktlich und diszipliniert, phasenweise habe ich mit Fieber geprobt und auf Schlaf verzichtet. Ich denke so etwas ist nötig, um dauerhaft auf einem hohen Level zu sein und dadurch langfristigen Erfolg zu haben.

Wie findest du zwischen all den Shows noch Zeit für dein Sportstudium?

Alex: Weniger Schlaf. Ich komme aus dem Sport und habe schon früh gelernt, Prioritäten zu setzen und keine Zeit zu verschwenden. Ein gutes Zeitmanagement ist das A und O.

Und viel wichtiger: Studierst du nur, um dich abzusichern oder hast du da echt Bock drauf?

Alex: Abgesichert bin ich ja schon. Ich habe eine abgeschlossene Berufsausbildung zum Industriekaufmann. Egal wie viel Spaß mir Musik macht, ich bin nicht doof oder naiv. Musik ist am Ende des Tages Geschmackssache und es gibt keine Garantie auf Erfolg (egal wie hart man arbeitet). Ich will mir die Freiheit lassen, sagen zu können "Schön war's, aber jetzt reicht es". Ich will ungerne Sklave sein und jeden Kneipen-Auftritt für zehn Euro Gage mitnehmen müssen, um meine Miete zu zahlen. Ich habe ja auch keinen Plattenvertrag oder einen Manager. Ich will frei und unabhängig sein. Dinge so umsetzen, wie ich sie gerne haben möchte, wie sie mir Spaß machen. Außerdem ist Sport meine zweite große Leidenschaft, also ich habe auf jeden Fall Bock auf das Studium.

Bei deiner Version von "Lose Yourself" ist die Jury von "The Voice" komplett ausgerastet. Und nicht nur die fand's super, sondern auch deine Fans. Wie würde das Eminem selbst wohl gefallen? 

Alex: Puh, sollte ich jemals die Chance bekommen, das zu erfahren, dann würde ich wahrscheinlich einen Herzinfarkt bekommen. Ich hoffe, dass es ihm gefallen würde.

Dein Album "FANtastic Dreams" vertreibst du nur über deine Website, damit du den direkten Kontakt zu deinen Fans hast. Wird das nicht irgendwann zu stressig und unübersichtlich? 

Alex: Ich bin fest davon überzeugt, dass das der einzig richtige Weg ist. Was nützen mir eine Million anonyme Likes auf Facebook von Leuten, die ich nicht kenne? Was ist, wenn Facebook, Instagram und Twitter morgen ihre Server abschalten? Was ist, wenn iTunes übermorgen nicht mehr existiert? Meine Fans sind meine Fans und ich erhalte diese Beziehung zu ihnen. Mir geht es darum, mit meiner Musik echte Menschen zu erreichen und nicht mit meiner Musik Zahlen zu schaffen (wie zum Beispiel Chartplatzierungen). Mein neues Album "HistoryBook" werde ich noch diesen Monat veröffentlichen. Somit habe ich dann zwei Alben innerhalb von einem Jahr veröffentlicht. Ohne Plattenvertrag, Songwriter, Produzenten, sondern einzig und allein mit meinen Fans. Ich würde es nicht anders machen. Diese Plattform gibt mir die Möglichkeit, die Menschen kennenzulernen, die mein Album auf diesem Weg kaufen.

Die Kommentarfunktion unter deinen Videos auf Youtube hast du ausgestellt - aus Angst vor schlechter Kritik? 

Alex: Mittlerweile habe ich es so umgestellt, dass ich die Kommentare erst genehmigen muss. Ich habe keine Angst vor schlechter Kritik, im Gegenteil. Konstruktive Kritik ist super wichtig. Leider ist das Internet ein Ort, an dem man anonym sein kann. Guckt man sich die Kommentare bei Künstlern an, nicht nur unter meinen Videos, frage ich mich oft "Muss das sein?". Vollkommen respektlos, unsachlich und verletzend. Ich möchte nicht, dass sich Personen unter meinen Videos streiten und sich gegenseitig beleidigen. Die Leute, die es gut finden, sagen mir direkt Bescheid. Die, die es nicht gut finden, können sich ja einfach ein anderes Video angucken.

Welcher Musiker sollte dringend in dein Album reinhören und dich als Support mit auf Tour nehmen? 

Alex: Gute Frage. Ich würde gerne mit Rea auf Tour gehen, weil er mir viel beigebracht hat. Ich finde Cro tut Deutschland gut, weil seine Musik positiv ist. Samy Deluxe ist einer meiner Kindheitshelden. Ich wäre offen für viele Künstler.

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