Insolvenzverwalter hat Makler beauftragt / Kaufpreis: 499000 Euro / Ortsvorsteher hofft auf Gesamtlösung

Campingplatz Ringmar steht zum Verkauf

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... und viel Grünfläche.

Ringmar - Von Frauke Albrecht. Eine Kaffeemaschine liegt im Gebüsch, die Scheiben am Toilettenhäuschen sind eingeschlagen und an einigen Stellen haben Camper haufenweise Schutt hinterlassen. Es wirkt ein wenig trostlos auf dem Campingplatz in Ringmar. Keine leichte Aufgabe, das Grundstück zu vermarkten. Es steht zum Verkauf. Der Preis beträgt 499000 Euro.

Der zuständige Insolvenzverwalter Dr. Christian Willmer aus Verden hat den ortskundigen Makler Johann Lüdeke aus Nordwohlde mit dem Verkauf beauftragt. Das Exposé ist bereits fertig und soll in Kürze auch ins Internet gestellt werden.

„Das Angebot steht dann in den gängigen Immobilienforen und natürlich auf unserer Homepage“, so Lüdeke, der am Donnerstag vor Ort war, um bereits einige Interessenten über das Gelände zu führen.

„Schauen Sie sich ruhig um. Ich bin gleich für Sie da“, begrüßt er die Neuankömmlinge, die mit aufmerksamen Blicken das Gelände sondieren. Die verschlossenen Mienen lassen jedoch keine Tendenz erahnen.

Das Gelände ist riesig: Das Grundstück hat eine Größe von 85437 Quadratmetern. Es besteht aus dem Campingplatz-Gelände (knapp 83000 m²) und einer im Norden gelegenen Waldfläche von 2666 m². Es gibt einen 7551 m² großen Badesee und zwei Schwimmbecken.

Außerdem gehören zwei Häuser zum Platz dazu – ein Empfangs- und Wohngebäude sowie ein Gastronomie- und Wohngebäude. Dieses markante Gebäude war bis 1966 die Dorfschule von Groß Ringmar. Der bauliche Zustand des Gebäudes ist mangelhaft. Die Dacheindeckung sei schadhaft.

Lüdeke hofft, das gesamte Ensemble verkaufen zu können. Das dürfte schwierig werden – denn der Insolvenzverwalter hatte bereits versucht, den Platz an einen Campingplatzbetreiber zu verkaufen. „Es gab keine ernstzunehmenden Angebote“, so Dr. Willmer. Wer immer es nun haben möchte, soll es bekommen.

Der Platz ist im Flächennutzungsplan der Stadt als Sondergebiet ausgewiesen. „Die beabsichtigte Nutzung des Geländes sollte mit dem Bauamt der Stadt erörtert werden“, heißt es im Expose.

Die Übergabe erfolgt frei von Mietern, Pächtern und sonstigen Nutzungsberechtigten. Allen Mietern sei gekündigt worden. Das gelte auch für die auf dem Platz befindlichen acht festen Wochenendhäuser. Die Zukunft dieser Behausungen ist ungewiss. Die Räumung des Geländes von zurückgelassenen Campingwagen und Bauten sei Sache des Käufers.

Um die Häuschen hatte es einigen Wirbel gegeben (wir berichteten). Nachdem die Campingplatzbetreiberin im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet hatte, stellte der Insolvenzverwalter den laufenden Betrieb ein. Die in den Wochenendhäusern wohnenden „Camper“ hatten demnach keinen Strom und auch kein Wasser mehr. Zwar war dauerhaftes Wohnen dort nicht gestattet, wohl aber hielten sich nicht alle daran. Willmers versuchte, die meisten der Betroffenen anderweitig unterzubringen. Mittlerweile wohnt dort niemand mehr.

Lange hatten die Camper gehofft, bleiben zu dürfen – auch, weil einige Hausbesitzer Geld in ihre Bauten gesteckt hatten. Die Zukunft ist weiterhin ungewiss.

Ringmars Ortsvorsteher André Bartels hofft, „dass eine adäquate Gesamtlösung“ gefunden wird. Wobei das nicht sehr wahrscheinlich sei, räumt er ein. Sollte das Gelände nicht verkauft werden können, würde er sich wünschen, dass ein Teil als Bauland ausgewiesen werde. „Die restliche Fläche könnte wieder der Landwirtschaft zugeführt werden“, so Bartels.

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