Naturgartenbeauftragte der Region treffen sich

Insektenpark Bramstedt: Trittbretter für die Natur

Blühwiesen sind wichtig, erklärt Jens Diedrich (r.) seinen Amtskollegen.
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Blühwiesen sind wichtig, erklärt Jens Diedrich (r.) seinen Amtskollegen.

Bramstedt – Er sieht sich selbst in seinem Amt als „Trittbrett für die Natur“, erzählt Jens Diedrich am Donnerstagnachmittag einer aufmerksam zuhörenden Gruppe Menschen im noch unvollendeten Insektenpark in Bramstedt. Diedrich ist Naturgarten- und Insektenbeauftragter der Gemeinde Bassum, seine Zuhörer sind seine Amtskollegen aus den umliegenden Gemeinden und Städten Stuhr, Syke und Weyhe – also ebenfalls in ihrer Funktion „Trittbretter“.

Sie schauen sich den Insektenpark am Schulweg, hinter dem Neubaugebiet an. Wie Diedrich sprühen alle vor Begeisterung.

Die siebenköpfige Gruppe tauscht sich aus. Sie alle kennen sich aus mit den Bedürfnissen bedrohter Insektenarten wie denen der Wildbiene, doch auch Insektenbeauftragte können noch voneinander lernen. Und wie die Biene die Blumen bestäubt und befruchtet, befruchten sich die Anwesenden gegenseitig mit Ideen und der Begeisterung für ihre Aufgabe. „Man muss nur wissen, dass die Insekten Pflanzen benötigen“, sagt Diedrich.

Gut, ein wenig mehr Hintergrundwissen ist dann schon notwendig, wenn man den Insekten etwas Gutes tun will. Viele von ihnen mögen Sand mit einem gewissen Lehmanteil und stehendes Totholz, in dem sie sich einnisten können. Voraussetzungen dafür wurden in Bramstedt in einem sogenannten „Sandarium“, einem Sandkasten für Insekten, geschaffen. Auch, dass Wildbienen beispielsweise sehr wählerisch bei Pflanzen sind und einheimische Blumen bevorzugen, erklärt Diedrich.

Jeder Einzelne will seinen Teil beitragen, sie alle haben Ziele. „Wir wollen das wieder zurück, was wir früher einmal hatten“, erklärt etwa Gerold Leschke, der sich noch an viele Insekten auf der Autoscheibe erinnert, die es heutzutage aufgrund des Insektensterbens kaum noch gibt.

Leschke und seine Stuhrer Kolleginnen Michaela Werner und Reinhild Olma sind offensichtlich vom Projekt in Bramstedt sehr angetan. Sie führen angeregte Diskussionen über die richtige Auswahl an Pflanzen auf der bunten Blühwiese. Auch Hildegard Diergarten (Syke), Heiko Janßen (Weyhe) und und Heike Harms (Twistringen) beteiligen sich rege.

So hoffen sie alle, dass sich durch ihr Engagement als „Trittbretter“ in Zukunft noch viele „Trittbrettfahrer“ in den Städten und Gemeinden für ihre Sache begeistern lassen. Insekten wie die Wildbienen würden es danken.

Von Fabian Pieper

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