Projektskizze Sulinger Straße: Arbeitskreis trifft sich im September

Innenstadtplanung geht wieder los

Ab Oktober gibt es einen Leerstand weniger. Ein Fitnessstudio öffnet im Alten Amtshof an der Sulinger Straße.
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Ab Oktober gibt es einen Leerstand weniger. Ein Fitnessstudio öffnet im Alten Amtshof an der Sulinger Straße.

Bassum – Große Worte: „Wir müssen Bassum neu denken – groß denken!“ Vor gut einem Jahr schlossen sich Bassumer Investoren mit Vertretern der Politik in einem Arbeitskreis zusammen, um eine Projektskizze für die Sulinger Straße vorzustellen. Ein Marktplatz mit Rathaus und Geschäften sollte entstehen, um der Innenstadt wieder mehr Leben einzuhauchen.

Was ist aus den Plänen geworden? Wer heute die Sulinger Straße aufsucht, sieht vor allem trostlosen Leerstand. Die damaligen Protagonisten nehmen Stellung.

Die Idee sei keineswegs ad acta gelegt worden, sagt der Landtagsabgeordnete Volker Meyer (CDU). Das bestätigt Unternehmer Michael Maas. In einem ersten Schritt sei im Oktober 2019 in Abstimmung mit den Mitstreitern, allen Ratsfraktionen und der Verwaltung ein Projektkreis gebildet worden. Es gab mehrere Treffen.

Meyer erklärt: „Derart umfassende Pläne, die einen ganzen Straßenzug betreffen und die dann auf Grundstücken realisiert werden sollen, die einem noch nicht gehören, benötigen einen längeren Vorlauf.“

Die Verwaltung habe die Gespräche mit den Grundstückseigentümern aufgenommen, um festzustellen, wer bereit sei, Flächen zur Verfügung zu stellen. Als die Ergebnisse präsentiert werden sollten, kam Corona –Zwangspause. Die Präsentation soll in Kürze nachgeholt werden. Nach Aussage von Bassums Bürgermeister Christian Porsch sind die Einladungen an die Gruppe bereits rausgeschickt worden. Datiert auf Anfang September. Der Arbeitskreis wolle die Pläne konsequent weiterverfolgen, da er darin die einzige Chance sehe, die Innenstadt weiter zu beleben, bestätigen Michael Maas und Olaf Westermann.

Parallel zur Grundstückssuche sollte im April auch eine Kampagne gestartet werden. „Frei nach dem Motto ,Jungunternehmer gesucht’“, beschreibt Westermann das Ziel. Das eine sei, Räume baulich zu entwickeln, das andere, Selbstständige zu finden, die dort einziehen und sich selbstständig machen wollen. Die Kampagne sollte junge Unternehmer ansprechen. „Wir wollten in der Region abfragen, wer sich was vorstellen kann, was dazu gebraucht wird, um sich zu entwickeln. Branchenübergreifend“, beschreibt Michael Maas die Vorgehensweise. Ähnlich wie bei Start-Ups könnten versierte Ansprechpartner aus dem Arbeitskreis den Neulingen Hilfestellungen geben.

Doch auch die Kampagne sei Corona zum Opfer gefallen. Ob es Sinn macht, die Aktion nachzuholen, bleibe abzuwarten. „Das ist derzeit eine schwierige Situation. Es wird sich jetzt kaum jemand selbstständig machen wollen“, meint Westermann.

Trotz Corona und der Zeitverzögerung sehen alle immer noch eine Chance für die Sulinger Straße. „Unser Ziel muss es sein, innerhalb der nächsten zwölf Monate einen umsetzungsfähigen Projektplan auf zur Verfügung stehenden Grundstücken vorzulegen“, sagt Meyer.

Porsch würde sich bereits über kleine Schritte freuen. Er erhofft sich vom Arbeitskreis Ideen, die Innenstadt auch punktuell aufzupeppen. Alles, was zusätzlich komme, sei willkommen. Deshalb freue er sich auch, dass im Oktober ein Fitnessstudio im Alten Amtshof eröffnen soll.

Einer hat sich aus dem Arbeitskreis verabschiedet: Horst-Dieter Jobst. Warum? „Die mit Hilfe von Florian und Markus Kreis entwickelten Zukunftspläne für den Innenstadtbereich sind nur in Verbindung mit der Verwaltung und eventuell auch in Kooperation mit den Banken der Stadt umzusetzen. Hier müssten ergänzend auch alle Ratsmitglieder verpflichtend mit im Boot sein. Dass Problem war der Alleingang einer Partei und auch die Profilierung Einzelner aus dem Arbeitskreis Innenstadtplanung. Der Status der Gemeinsamkeit mit einem profilierten Führungsteam ist leider für Bassum nicht umsetzbar. Als mein Name in diesem Zusammenhang im Rathaus genannt wurde, kam sofort ein Veto aus der Verwaltung“, nimmt Jobst Stellung. Weiter schreibt er: „Da der Neidfaktor in der Gesellschaft sich immer stärker etabliert und mein Name hierbei oft in Misskredit gebracht wird, worunter auch meine Familie leidet, habe ich mich aus dem Ausschuss verabschiedet. – Es ist wirklich schade, aber ich bin seit 1967 in Bassum als Unternehmer aktiv und ich hätte gerne für das Gemeinwohl noch vieles umgesetzt, aber als Einzelner sind mir immer wieder Grenzen aufgezeigt worden.“

Unabhängig davon, möchte er, dass die Zukunftspläne für die Stadt keine Vision, sondern Realität werden.

Von Frauke Albrecht

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