Initiative Colored Glasses zu Gast an der Bassumer Oberschule

Denken in Schubladen

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Die Workshops werden ehrenamtlich von Schülern und Studenten geleitet. Jonah (3.v.l.) im Gespräch mit den Oberschülern.

Bassum - Von Ute Schiermeyer. Wie aus Schubladendenken Diskriminierung oder gar Mobbing werden kann, erfuhren die Schüler der siebten Klassen an der Oberschule Bassum am Dienstag und Mittwoch im Rahmen eines Workshops.

Die Initiative Colored Glasses war zu Gast. Colored Glasses ist ein Angebot des Deutschen Youth For Understanding Komitee. Dieser führt als gemeinnütziger Verein seit mehr als 50Jahren bildungsorientierten Schüleraustausch durch und setzt sich für Toleranz und Völkerverständigung ein. Zunächst wurden die Siebtklässler von den sogenannten Teamern Jonah und Yvonne anhand eines Spieles an das Thema herangeführt. Bis dahin wussten diese noch nicht, was sie überhaupt in diesem Workshop erwartet. In der ersten Aufgabe wurde den Teenagern schnell klar, wie leicht man Menschen in Schubladen „einsortiert“. Der Polizist war für alle gut, der Ex-Häftling für die meisten Schüler böse.

„Dass wir Menschen, wenn wir sie kennenlernen, erstmal bestimmten Kategorien zuordnen, ist ganz normal“, erläuterte Workshop-Teamer Jonah. Seine Kollegin Yvonne fügte hinzu: „Das braucht unser Gehirn sogar, damit wir uns zurecht finden.“

Im Gespräch wurde den Jugendlichen klar gemacht, dass manche Stereotypen nur anhand von Vorurteilen zugeteilt werden und wie leicht es durch diese Vorverurteilung zu Diskriminierung kommen kann.

Tenor des Workshops war es, dass man sein Handeln nicht vom Schubladendenken beeinflussen lassen soll. Was im Ansatz sehr gut gemacht war, verlief anhand der sehr zurückhaltenden Klasse aber recht theoretisch.

Bereits am Montag hatten zwei neunte Klassen einen Projekttag zum Motto „Wie wollen wir leben“. Die Klassen haben sich mit dem Thema Islam auseinander gesetzt und wurden dabei von der Referentin Mehlike Eren-Wassel sehr gut aufgeklärt.

Unter anderem wurde der Begriff Scharia erklärt, wobei die Jugendlichen erfuhren, dass Scharia eigentlich nur Gebot bedeutet. Es ging auch um die verschiedenen Auslegungen des Islam. Schulsozialpädagogin Katrin Helms war am Montag sehr zufrieden mit dem Projekt. „Die Schüler wurden gut aufgeklärt“, erzählt sie. Auch war sie begeistert von den Neuntklässlern, die sehr gut zugehört hätten und sehr still gewesen wären. Auch in diesem Projekt ging es darum, mit Toleranz und Respekt miteinander zu leben.

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