Informationsveranstaltung baut Vorurteile bei 200 Oberschülern ab / Gründe für die Flucht im Fokus

Bekommen Flüchtlinge bei Ankunft ein iPhone?

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Erster Stadtrat Norbert Lyko informierte die Oberschüler über Flüchtlinge in Bassum.

Bassum - Weswegen fliehen Menschen aus ihrer Heimat? Das war die Frage, mit der sich am Dienstag 200 Schüler der 7. und 8. Klassen der Bassumer Oberschule auseinandersetzten. Ziel der Veranstaltung war es, Vorurteile abzubauen und ein Verständnis für die Lage der vielen Flüchtlinge zu schaffen.

„Eine sehr gute Veranstaltung, um den Jugendlichen die Vielschichtigkeit des Themas aufzuzeigen“, sagt Reinhild Olma, Leiterin des Fachreferats Bürgergesellschaft der VHS, die von Schulsozialpädagogin Erika Stötzel eingeladen worden war.

Stötzel hatte in den vergangenen Wochen einen hohen Aufklärungsbedarf bei den Schülern festgestellt. Das bewies auch eine Frage am Dienstag: Stimmt es, dass Flüchtlinge bei ihrer Ankunft automatisch ein iPhone 6 bekommen?

Handys waren auch ein wichtiges Thema in den Ausführungen von Olma. Die Mobiltelefone seien für Geflüchtete deswegen so wichtig, weil sie die einzige Möglichkeit sind, Kontakt in die Heimat aufzunehmen. Viele Flüchtlinge hatten die Handys bereits vor ihrer Flucht.

In einer anonymen Abstimmung mussten die Schüler auch für sich beantworten: „Was wäre für Dich ein Grund, aus Deiner Heimat Deutschland zu fliehen, und alles, was du hier hast, aufzugeben?“ Die Antworten überraschten nicht: „Weil in meinem Land Krieg ist“ – das war die mit Abstand am häufigsten gewählte Antwort. Es folgten „Weil in meinem Land Menschen gefoltert und misshandelt werden“ und „Weil es kaum noch etwas in meinem Land zu essen gibt“.

Bassums Erster Stadtrat Norbert Lyko sprach über die Wohnraumsituation der Stadt, Heiner Herholz und Ulrich Tatje vom Hilfskreis Willkommen in Bassum beantworteten Fragen und die Syrerin Hanaa Brinkmann berichtete über die Lage in ihrem Heimatland.

„Ich glaube, dass das sehr, sehr gut angekommen ist“, sagt Olma. Sie habe das Gefühl gewonnen, dass die Schüler jetzt weniger Angst hätten und gelassener mit dem Thema umgehen werden. In Zukunft, so Erika Stötzel, sollen auch die anderen Klassen eine solche Informationsveranstaltung besuchen können.

han

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