Ab Dienstag Betrieb im Zentrum Bassum

Impfstart im Landkreis Diepholz mit nur 600 Dosen

Klaus Wessel bereitet die Impfdosen für die mobile Einsatzteams vor. Landrat Cord Bockhop ist dabei.
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Klaus Wessel bereitet die Impfdosen für die mobile Einsatzteams vor. Landrat Cord Bockhop ist dabei.

Endlich erhält der Landkreis Diepholz den lang ersehnten Impfstoff: 600 Dosen stehen zur Verfügung, damit können am kommenden Dienstag 550 Senioren über 80 Jahre im Bassumer Impfzentrum immunisiert werden. Am Mittwoch hat der Landkreis Impfbereitschaft gemeldet. Will heißen: Ab Donnerstag können sich die Impfwilligen über die zentrale Hotline des Landes einen Termin holen.

Landkreis Diepholz – Die Vergabe erfolgt auf der Basis von 550 Dosen. Die Möglichkeiten werden, so Zentrumsleiter Sven Gliessmann, in Zeit-Slots umgesetzt – in bestimmten Zeitfenstern, die das Zentrum dem Land gemeldet hat.

Klinik behält einen Sicherheitspuffer an Impfdosen

Warum nur 550, wenn 600 Dosen zur Verfügung stehen? „Wir behalten eine kleine Sicherheitsreserve zurück, sollte mal eine Ampulle zerbrechen“, begründet Klinikverbund-Geschäftsführer Ralph Ehring den Puffer. Denn es soll alles glatt laufen beim Start.

Alles fertig: Klinikverbund-Geschäftsführer Ralph Ehring (v.l.) und Impfzentrumsleiter Sven Gliessmann präsentieren eine Impfkabine (Bild links)

Sven Gliessmann und sein Team stehen schon seit dem 15. Dezember in den Startlöchern. Seitdem ist der Sicherheitsdienst bereits rund um die Uhr im Einsatz. Die Ausstattung des Zentrums ist noch um ein Farbleitsystem erweitert worden, um den Impfwilligen die Orientierung zu erleichtern.

Wie viel Impfstoff wann folgt, ist völlig unklar. Fest aber steht: Die Zahlen pflegen die Mitarbeiter direkt in die Datenbank des Landes ein. Auf dieser Basis werden zwei Drittel der Termine über die Hotline 0800 99 88 665 vergeben und eines über das Portal. „Wir dürfen keine Termine vergeben“, so Mareike Rein als Pressesprecherin des Landkreises Diepholz.

Möglich sind im Impfzentrum Bassum 3000 Impfungen pro Tag

Die 600 Impfdosen sind nur ein Bruchteil der Kapazitäten im Impfzentrum. „Theoretisch könnten wir am Tag bis zu 3 000 Dosen verimpfen“, sagt Landrat Cord Bockhop. Die erste Lieferung ist also nicht mehr als ein Tropfen auf den sprichwörtlichen heißen Stein. Und das, obwohl das Impfzentrum im Bassumer Krankenhaus schon seit fast zwei Monaten einsatzbereit ist. „Die Mitarbeiter warten darauf, impfen zu können“, sagt der Landrat – und hofft, dass sich die prekäre Situation bald ändert.

Sorgen für den organisatorischen Teil: (v.l.) Nadine Bode, Nadine Brand und Klaus Wessel in der Verwaltung des Impfzentrums Bassum.

Denn dann könnte es ein zweites Impfzentrum im Landkreis geben: Bekäme der Landkreis 15 000 Impfdosen pro Woche, könnte ein zweites Impfzentrum in Sulingen an den Start gehen. „Aber bei diesen geringen Mengen macht das gar keinen Sinn“, so der Landrat.

Landrat befürchtet technische Probleme bei Impf-Anmeldung

Sorge bereiten ihm nicht nur die geringen Mengen an Impfstoff, sondern genauso die Terminvergaben. Denn für sie ist ausschließlich das Land zuständig. Cord Bockhop ist überzeugt: „Da wird es in den nächsten Tagen richtig ruckeln.“ Denn zu befürchten ist, dass die zentrale Impfhotline unter einem Ansturm an Nachfragen überlastet ist und im schlimmsten Fall technisch zusammenbricht. Dringend habe er Gesundheitsministerin Carola Reimann vorab gebeten, so Cord Bockhop, deutlich vor dem 28. Januar mit der Terminvergabe zu starten: „Dann hätte das technische Know-how wachsen können.“ Der Landrat weiß, dass die gesamte Situation für die Bürger eine extreme Belastung ist: „Es ist schon eine Engelsgeduld, die man von den Menschen erwartet.“

Nachfragen kommen nicht nur über das Bürgertelefon des Landkreises. Immer wieder erhält der Landrat auch selbst Anfragen – per Telefon oder E-Mail. Deshalb weiß er, wie belastet, verunsichert oder gar verzweifelt manche Bürger sind. Nur ein Beispiel: Wer einen Umzug mit Möbeln und gesamtem Hausrat bewältigen muss, darf laut Vorgabe der Ein-Personen-Regel nur einen einzigen Freund oder Bekannten um Hilfe bitten. Die Alternative: Ein kostenpflichtiges Umzugsunternehmen beauftragen, das allerdings 20 Mitarbeiter schicken dürfte. „Ich will lebensnahe Lösungen“, betont der Landrat, „sonst blutet das Verständnis der Menschen aus“. Deshalb akzeptiert der Landkreis in solchen Fällen, in denen Familienmitglieder nicht helfen können, eine „Nachbarschaftshilfe“ – sprich mehrere Umzugshelfer. Allerdings müssen sie sich streng an die Schutzmaßnahmen vor Corona halten. Lebensnahe Lösungen sind Landrat Cord Bockhop extrem wichtig: „Ich habe Sorge, dass wir sonst die Akzeptanz und die Solidarität der Menschen verlieren.“

Von Anke Seidel

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