AWG verzichtet erneut auf Erhöhung 

Im siebten Jahr stabile Entgelte

Andreas Nieweler ist zufrieden: Wieder einmal bleiben die Entgelte im Landkreis Diepholz stabil.
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Andreas Nieweler ist zufrieden: Wieder einmal bleiben die Entgelte im Landkreis Diepholz stabil.

Die Abfall Wirtschafts Gesellschaft AWG kann im kommenden Jahr erneut auf eine Erhöhung der Abfall-Entgelte verzichten. „Dann sind sie im siebten Jahr stabil“, berichtet AWG-Geschäftsführer Andreas Nieweler zufrieden – und erklärt auf Anfrage, warum der kreiseigene Entsorgungsbetrieb die Preise halten kann: „Wir haben sehr gute Erlöse bei den Wertstoffen erzielt“, so der AWG-Chef mit Blick auf Altpapier und Altmetall.

Der Aufsichtsrat der AWG hat der Kalkulation für 2022 bereits zugestimmt. Am 20. Dezember muss der Kreistag noch entscheiden. Das dürfte aller Voraussicht nach Formsache sein.

Dass die AWG auf die Entgelt-Erhöhung verzichten kann, ist für Andreas Nieweler eine „sehr schöne Mitteilung zu Weihnachten“ – besonders, weil stark steigende Preise für Gas und Strom die Bürger belasten.

180 Euro pro Tonne Altpapier

Stark gestiegen sind aber auch die Preise für Altpapier. 180 Euro pro Tonne konnte die AWG in diesem Jahr erlösen, hatte sich im Laufe der Jahre aber auch schon mit 20 Euro pro Tonne begnügen müssen. Zurzeit sei die Nachfrage enorm, erklärt Andreas Nieweler – nicht nur wegen coronabedingter Zuwächse im Online-Handel. Generell liegen Papierverpackungen demnach im Trend. Küchenrollen im Papierträger oder Waschpods im Karton statt in der Plastikbox gehören längst zum Angebot.

Einfluss hat aber auch die internationale Entwicklung: „Teilmengen sind in den Export gegangen“, so der AWG-Geschäftsführer. Wenn der Export steige, dann steige sofort der Preis für das Altpapier. Jeder Landkreis-Bürger habe 2020 im Schnitt 84,7 Kilo Altpapier entsorgt. „Unsere Zielzahl ist 85 Kilo pro Bürger und Jahr“, sagt Andreas Nieweler – in dem Wissen, dass dieser Wert in einigen Bereichen noch nicht erreicht ist: „Da landet das Altpapier dort, wo es nicht hin soll.“ Zum Beispiel, wenn es zur Vereinssammlung keine Alternative gibt.

Vereine als Dienstleister

Gerade in ländlichen Bereichen gehört sie zum Alltag. 125 Vereine übernehmen diese Dienstleistung für die AWG – und erhalten dafür eine Vergütung. „Wir sind sehr froh über die Unterstützung der Vereine“, sagt der AWG-Geschäftsführer, „wir wollen sie weiterhin beteiligen.“ Will heißen: Auch in Zukunft sollen sie eine verlässliche Vergütung für ihre Sammelleistung erhalten und damit ihre Vereinskassen aufbessern können. An den Papierpreis ist diese Sammelleistung allerdings nicht gekoppelt: „Das ist eine Dienstleistung, unabhängig vom Marktpreis“, so Andreas Nieweler, „das Papier ist nicht Eigentum der Vereine.“

Zu den vermarkteten Wertstoffen gehört auch Altmetall. „Sehr gute Einnahmen“ habe die AWG dafür erzielt. Zwischen 280 und 300 Euro pro Tonne lag der Preis für gemischtes Altmetall – nur 100 Euro pro Tonne waren es in früheren Jahren schon mal gewesen. Was beweist: Der Wertstoffmarkt unterliegt einem Wandel.

Vor einem halben Jahrhundert wäre allein der Markt vermutlich undenkbar gewesen. Denn erst 1972 stellte das erste Bundesabfallgesetz die Weichen dafür, dass kommunale Entsorgung überhaupt entstehen konnte: „Es gab keine flächendeckenden Gebühren, keine flächendeckenden Behälter“, erinnert sich Andreas Nieweler an längst vergangene Zeiten.

AWG wird 50 Jahre alt

50 Jahre alt wird die AWG im kommenden Jahr. „Wir wollen das nicht groß feiern“, sagt der Geschäftsführer mit Blick auf die Pandemie. Dennoch soll die Entwicklung der Abfallentsorgung thematisiert werden. Denn damals dürfte auch kaum vorstellbar gewesen sein, dass aus Bio-Abfällen Energie und Qualitätskompost entstehen. Genau das ist längst Realität bei der AWG. Leider gibt es dabei Störfaktoren: Plastiktüten müssen mit großem Aufwand aus den Bio-Abfällen entfernt werden – weil ihre Reste die Qualität des Kompostes schwer beeinträchtigen. Das gilt auch für kompostierbare Plastiktüten. Denn ihre Verrottung dauert deutlich länger als der Kompost-Produktionsprozess. Deshalb rät die AWG zu Papiertüten im Bioabfalleimer in der Küche – und startet in Kürze eine Aufklärungskampagne: Alle Haushalte sollen Info-Briefe mit solchen Tüten erhalten. Künftig sind Papiertüten auf den Wertstoffhöfen zu haben – 50 Stück für 2,50 Euro. Andreas Nieweler: „Im Augenblick warten wir auf die Lieferung.“

Von Anke Seidel

Papierbeutel statt Plastik für den Biomüll aus der Küche – das ist enorm wichtig, damit der Kompost der AWG seine hohe Qualität behält.

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