Ilse Schröder machte eine Woche vorher zufällig einen Erste-Hilfe-Kurs

Bassumerin rettet ihrem Mann nach Infarkt das Leben

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Die Land-Frauen hatten einen Erste-Hilfe-Kurs organisiert, an dem auch Ilse Schröder teilnahm. Unser Foto zeigt eine Teilnehmerin bei der Herzmassage.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Dieses Geschenk am Valentinstag wird Friedrich Schröder niemals vergessen. Seine Frau schenkte ihm das Leben. Es war fünf Uhr am Morgen des 14. Februar 2015, als der 63-jährige Bassumer einen Herzinfarkt erlitt. Seine Frau lag direkt neben ihm im Bett. Sie wusste, was sie tun musste, weil sie eine Woche zuvor zufällig an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen hatte.

„Zum Glück habe ich einen leichten Schlaf“, sagt Ilse Schröder. Sie wachte auf, weil sie ein eigenartiges Geräusch hörte. „Irgendetwas kam mir merkwürdig vor“, erzählt sie. Ilse Schröder knipste das Licht an und sah, dass ihr Mann keine Luft bekam. „Er war gar nicht mehr ansprechbar.“ Sie zögerte keine Sekunde und begann mit der Wiederbelebung.

Sie hatte sich seit Jahren vorgenommen, einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen. Doch es blieb beim Vorhaben. „Dann kam meine Nachbarin und erzählte mir, sie hätte sich und ihren Mann für das Tagesseminar der Land-Frauen angemeldet. Ihr Mann könne nicht. Da hat sie mich gefragt.“ Ilse Schröder sprang kurzfristig ein.

Dort lernte sie, dass sie ihren Mann unbedingt aus dem Bett bekommen musste. „Die Herzmassage funktioniert sonst nicht. Man benötigt eine feste Unterlage“, weiß Schröder. Sie weckte ihren Sohn, und zusammen wuchteten sie den leblosen Mann auf den Fußboden.

Während der 23-Jährige den Notruf wählte, begann Ilse Schröder mit der Herzmassage. „30 Mal pumpen, dann Kopf zurück, Nase zuhalten und beatmen. Und wieder pumpen“, sagt sie.

Da werden Minuten zu Stunden. „Nur nicht aufhören, mach‘ weiter“, hörte sie ihren Sohn neben sich. Die Rettungskräfte trafen bereits nach zehn Minuten ein. Ilse Schröder kam es vor wie eine Ewigkeit. „Plötzlich sagte jemand: ,Wir übernehmen'.“

Ihr Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht und überlebte. „Ohne die schnelle Hilfe meiner Frau wäre ich wahrscheinlich gestorben“, sagt er. Er selbst habe von dem Vorfall nichts mitbekommen, wachte erst im Krankenhaus auf.

„Zwei Stents (Gefäßstütze) wurden gesetzt“, erzählt Schröder. Knapp zehn Tage blieb er in der Klinik. Vor gut einer Woche kam er aus der Reha zurück. Das Paar ist unendlich dankbar, dass alles gut ausgegangen ist. Sie können das Erlebte ganz sachlich schildern, die Verarbeitung wird wohl noch eine ganze Weile dauern. „Es ist manchmal schon komisch, ins Bett zu gehen“, sagt Schröder. In Gedanken die unausgesprochene Frage: Wachst du auch wieder auf? Die Ärzte in der Reha haben ihm erzählt, dass viele Herzinfarkte gerade in den frühen Morgenstunden passieren. „Meistens so um fünf Uhr.“

Etwa 300000 Menschen erleiden jedes Jahr allein in Deutschland einen Infarkt, und nur die Hälfte überlebt. Jede Minute zählt. Was gewesen wäre, wenn Ilse Schröder nicht den Erste-Hilfe-Kurs besucht hätte, mag sich keiner von beiden ausmalen. „Ich weiß nicht, ob ich alles richtig gemacht hätte. Ich kann einen solchen Kurs jedem nur empfehlen.“

„Es ist wie ein zweites Leben“, freut sich ihr Mann. Er macht nun einiges anders. „Ich habe mit dem Rauchen aufgehört, treibe mehr Sport und achte auf mich“, sagt er. Und fest vorgenommen hat er sich, demnächst einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen. Für alle Fälle.

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