Igor: „Mein großer Traum wäre ein Grammy!“

Fanauflauf beim Burgerkauf

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Zurück in Bassum und die Musik im Gepäck: Igor übt für die Top-6-Tour.

Bassum - Von Vivian Krause. Igor Barbosa, ein Brasilianer, der aus Portugal nach Bassum kam und mit einem US-Star verglichen wird. Ungewöhnlich? Vielleicht. Tolle Mischung? Definitiv. Arrogant? Keineswegs. Bei Deutschland sucht den Superstar schaffte er es unter die letzten Sechs und überzeugte Jury und Anrufer mit einer Mischung aus Style, souliger Stimme und einer gewissen US-Note.

Der 20-Jährige steht grinsend mit schwarzer Cap mit Lederapplikationen, zerrissener grauer Hose und einem schwarz-weiß gestreiften Shirt in der Tür und wirkt schon ein wenig fehl am Platz in dem Mehrparteienhaus in Bassum. Dennoch merkt man, dass sich Igor in seiner kleinen Stadt Bassum – nicht Bremerhaven, wie Dieter Bohlen fälschlicherweise in einer Eventshow bei DSDS behauptet hat – sehr wohl fühlt. „Es ist schön ruhig hier“, betont er, nach dem wochenlangen Trubel bei der Castingshow eine willkommene Abwechslung. „Aber es ist ein komisches Gefühl. Bei DSDS musst du jeden Tag 100, 200, 300 Prozent geben und hier ist es ruhig. Man fällt ein bisschen in ein Loch.“

Im Wohnzimmer bei den Barbosas herrscht Trubel: Tante, Onkel und ihr Kind aus Brasilien sind zu Besuch. Igors Eltern wollen ihnen ihre neue Heimat Deutschland zeigen. Igor kam vor etwa fünf Jahren in ein fremdes Land mit fremder Sprache und neuer Umgebung. Rund einen Monat nachdem seine Familie ankam, ging er zur Schule. „Wir hatten fast sechs Stunden am Tag Deutschunterricht“, erinnert er sich an die erste Zeit in Bassum. Während die Mitschüler Physik und Chemie paukten, wurde Igor und seiner Schwester die Sprache näher gebracht. „Zum Glück war unsere Lehrerin so streng“, sagt Igor und lächelt. Es hilft sehr viel, „wenn man Freunde hat, die die Sprache sprechen“, fügt er hinzu.

Portugiesische Wortfetzen fliegen durch den lichtdurchfluteten Raum des Mehrfamilienhauses, der Knirps krabbelt umher und Igor präsentiert stolz seine Errungenschaften: Die Goldene CD von Dieter Bohlen, seine Autogrammkarten und – wie sollte es auch anders bei einem Musiker aus Fleisch und Blut sein – Gitarre und Keyboard. Auch hat er im Keller des Hauses ein kleines Studio eingerichtet – mit Mikro und einigen selbstgeschriebenen Texten im Block und weiteren im Kopf. „Mein großer Traum wäre ein Grammy“, erzählt Igor. Der ist noch weit weg, vielleicht für immer unantastbar – die Liebe zur Musik spürt aber jeder, der mit Igor ein paar Minuten darüber redet.

Aktuell bereitet der 20-Jährige sich auf die Top-6-Tour von DSDS vor, die nächste Woche Sonntag startet. Die Songs stehen bereits, die Texte übt Igor gemeinsam bei einer Freundin, die Musik studiert. Bei ihr nimmt er schon vor der Show Gesangsunterricht. Ganz schön engagiert. Mit im Repertoire sind die Lieder „Alles brennt“ von Johannes Oerding und „Keine Rosen“ von Teesy, die Igor bereits auf der DSDS-Bühne performt hat. Auch den absoluten Klassiker „We have a dream“ der United Superstars dürfen die Konzertbesucher erwarten. Also steht Igor wieder mit deutschen Liedern auf der Bühne – wovon ihm zahlreiche Fans bei Facebook abgeraten haben. Manche glauben sogar, deswegen sei er rausgeflogen. Doch das ist für Igor Vergangenheit. Dass er Fuß in der Musik fassen will, steht außer Frage. DSDS war dafür ohne Frage ein Sprungbrett, vor allem um die Fanbase weiter auszubauen und zu zeigen, was er kann.

„Ich dachte nur: Wo kommen die Leute jetzt auf einmal her?"

Auch auf den Straßen Bassums erkennen die Leute den Sänger. „Wir wissen nicht, wie bekannt wir sind“, sagt Igor mit Blick auf die vergangene Zeit. Ob Jung oder Alt, Igor wird angesprochen und nach Fotos und Autogrammen gefragt. Schon setzt er sein wohl typisches Selfie-Gesicht auf: Breites Grinsen, den Arm um den imaginären Fan gelegt und den Daumen in die Höhe gestreckt. Zuletzt hat er für eine Burgerbestellung bei McDonalds mehr als eine halbe Stunde gebraucht. „Ich dachte nur: Wo kommen die Leute jetzt auf einmal her“, erinnert er sich. Und gerade diese Bekanntheit genießt der 20-Jährige. „Sie stehen da so lange und warten auf mich, ich kann doch jetzt nicht einfach nein sagen“, scherzt Igor. Er nimmt sich Zeit für seine Fans, die Post und auch teilweise für Facebook-Nachrichten. Doch bei der Flut von Nachrichten kommt er selbst nicht hinterher. „Das sind mehr als 70 Nachrichten am Tag“, erzählt der Bassumer.

Die Castingshow ist für den Bassumer in jedem Fall ein Karrieresprungbrett. Er hat schon mehrere Anfragen für Auftritte, Events oder auch Fantreffen. Die sechs Wochen DSDS haben den Bassumer nicht verändert, versichert er. Was Igor mitnimmt, sind Erfahrungen, der Umgang mit Kameras, das Kennerlernen des Fernsehgeschäfts und neue Freundschaften. Am Freitag wird er mit dem ehemaligen Kandidaten Aytug Gün dessen Geburtstag feiern, letzte Woche hat er sich beim Mann der ausgeschiedenen Sandra Berger Tattoos stechen lassen – das Geburtsdatum seines Vaters, Play- und Pausezeichen sowie einen Notenschlüssel – und auch mit Mark Hoffmann, seinem ehemaligen Hotelzimmer-Kollegen, hält er Kontakt. Übrigens: Mark war Igors heimlicher Favorit bei DSDS. Und sollte tatsächlich einmal jemand aus den USA bei Igor an die Tür klopfen, dann „wäre ich sofort dabei!“

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„Nach der Show ist vor der Show!“

Brasilien, Bassum, Barbosa

Igor performt deutschen Song

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