Er hat seine Entscheidung nie bereut

Hartmut Stolte ist seit Jahren bei der Bassumer Tafel aktiv

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Hartmut Stolte fühlt sich seit neun Jahren bei der Bassumer Tafel wohl.

Bassum - Von Julia Kreykenbohm. Freitagvormittag. Bei der Bassumer Tafel herrscht Hochbetrieb. Verschiedene Lebensmittel werden angeliefert und eifrig einsortiert, damit alles bereit ist, wenn die Kunden kommen. Hartmut Stolte beobachtet das rege Treiben.

„Sehen Sie das?“, fragt der Erste Vorsitzende der Tafel, und man hört den Stolz in seiner Stimme: „Ohne diese vielen, fleißigen Hände wäre das alles hier gar nicht möglich.“

Eine Szene, die typisch für den 66-Jährigen ist. Wenn man mit Hartmut Stolte über ihn und seine ehrenamtliche Verdienste reden möchte, für die er vor Kurzem mit der Bassumer Medaille ausgezeichnet wurde (wir berichteten), kommt er irgendwann immer auf andere Menschen zu sprechen: sein tolles Team, in dem niemand allein gelassen werde und man sich gegenseitig helfe.

Freude über ein Dankeschön

Die Kunden, von denen viele ihre Dankbarkeit auf rührende Art und Weise ausdrücken, so wie eine Frau, die jedem Mitarbeiter einen Merci-Riegel zu Weihnachten schenkte oder eine andere, die ihm einen besonderen Schreibblock überreichte. Der sei inzwischen aufgebraucht – aber die Freude über dieses Geschenk trägt Stolte noch immer in sich.

Oder er lobt die Stadt, die immer ein offenes Ohr für ihn habe, sowie die hilfsbereiten Bürger, die einen nie abweisen würden, wenn man um Spenden bittet. Dabei hebt er vor allem die Hilfsbereitschaft von Horst-Dieter Jobst hervor, und einen Bassumer, der stets anonym bleiben möchte und die Tafel immer mal wieder mit Spenden unterstützt. „Unter anderem hat er einmal Stofftiere für die Kinder gespendet. Das hat für viele leuchtende Augen gesorgt. Er hat ein großes Herz und hier schon sehr viele Menschen glücklich gemacht.“

Erlebnisse wie diese sind es, die Stolte seit neun Jahren davon überzeugen, bei der Tafel am richtigen Platz zu sein. Nachdem der gelernte Kaufmann und Raumausstatter in Rente gegangen war, wollte er ein Ehrenamt annehmen. Bereits aktiv war er im Schützenwesen und ist es bis heute. 

„Aber ich wollte auch im sozialen Bereich etwas tun.“ Zum einen, weil er sich „zu jung“ fühlte, um nur zu Hause zu sitzen. Zum anderen, weil er etwas zurückgeben wollte. „Ich war gesundheitlich immer etwas geschwächt, bin fünf mal operiert worden. Doch der liebe Gott hat es gut mit mir gemeint.“

Einen Monat nach Gründung eingetreten

Einen Monat nach Gründung der Bassumer Tafel fing er dort an und hatte gleich viel Freude an seiner Arbeit. „Ich sortierte die Ware in Twistringen und kam dann nach Bassum, wo ich den Obststand betreute“, erinnert sich Stolte. „Bei der Ausgabe in die Gesichter der Menschen zu schauen, war einfach schön.“ 

Im Laufe der Jahre hat er das ganze Tafelgeschäft kennengelernt. Dann kam die Flüchtlingswelle und mit ihr das große Problem der Verständigung. „Aber auch das haben wir hingekriegt“, sagt Stolte und lacht.

Was für ihn schlimm gewesen ist, waren die traumatisierten Menschen, von denen viele ihr Lachen gänzlich verloren hatten. „Besonders traurig war es bei den Kindern. Doch als wir ihnen die gespendeten Stofftiere überreichten, konnten wir ihnen endlich ein Lächeln entlocken.“

„Es ist ein Jungbrunnen“

Für Stolte ist Ehrenamt Bestätigung und Befriedigung, die körperlich und geistig fit hält und glücklich macht. „Es ist ein Jungbrunnen, ich sehe es an unseren älteren Mitarbeitern“, scherzt der 66-Jährige. „Es ist egal, was man tut, Hauptsache, man macht etwas.“ Er selbst möchte diesen Vorsatz umsetzen, auch weiterhin der Tafel treu bleiben und „der Gesellschaft dienen“.

Den Vorsitz wird er allerdings im Mai abgeben, um „ein wenig kürzer treten zu können. Ich gebe ihn mit Freude ab, weil ich weiß, dass die Tafel so weitergeführt wird wie bisher.“ Anders Niedenführ wird dann voraussichtlich den Posten übernehmen. Stolte wünscht sich, dass die Bassumer auch unter dem neuen, verjüngten Vorstand die Tafel unterstützen.

Die Ehrung durch die Stadt sei eine Überraschung gewesen, die ihn aber sehr glücklich gemacht habe: „Da geht einem das Herz auf, dass die Arbeit so gewürdigt wird.“

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