Bürgermeisterwahl in Bassum

Christian Porsch gewinnt souverän: „Ich bin erleichtert“

Glücklicher Gewinner: Christian Porsch stößt mit seiner Frau Kirsten und seinen Töchtern Mette und Stina an.
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Glücklicher Gewinner: Christian Porsch stößt mit seiner Frau Kirsten und seinen Töchtern Mette und Stina an.

Bassum – „Ich bin erleichtert. Das muss ich ehrlich zugeben. Ich hatte gehofft, dass ich gewinne, aber ich dachte, dass es enger wird.“ Christian Porsch bleibt Bürgermeister in Bassum. Er holt bei der Abstimmung 67,63 Prozentpunkte der Stimmen und lässt seinen Herausforderer Oliver Launer klar hinter sich. Dieser kommt lediglich auf 32,37 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 58,73 Prozent.

Launer kann in keinem der 23 Wahlbezirke punkten. Auch nicht in Stühren, Kastendiek und Nordwohlde, wo in der Vergangenheit immer häufiger Kritik an Porsch geäußert worden war, weil er der Erweiterung der GAR zugestimmt hat. Launer ist klar gegen die Erweiterung, hat sogar den kompletten Standort infrage gestellt. Und er wollte auch weiter versuchen, den 2+1-Ausbau der Bundesstraße  51 zu verhindern.

„Wer in Nordwohlde wohnt und keine Veränderung herbeiführt, die Chance wäre jetzt da gewesen, der darf sich nicht wundern, wenn alles beim Alten bleibt. Und vor allem darf er nicht meckern, wenn die GAR erweitert wird und die B 51 ausgebaut wird“, sagt er am späten Abend auf Anfrage am Telefon. Klingt nach Enttäuschung? „Nein! Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich enttäuscht bin“, fügt er hinzu. „Ich habe gar nicht damit gerechnet zu gewinnen. Es ist immer schwer, als Außenseiter gegen einen Amtsinhaber anzutreten. Sicherlich hätte ich mir ein paar mehr Stimmen gewünscht. Aber nun ist es so. Ich gratuliere Christian.“

Porsch indes hat seinem Herausforderer Launer durchaus größere Chancen eingeräumt. Was ihn in den vergangenen Wochen gewurmt habe: „Ich habe nicht verstanden, dass uns Lethargie vorgeworfen wurde. Wenn jemand sagt, ich hätte mir mehr Angebote in der Kinderbetreuung gewünscht oder bei einem anderen Thema konkret geworden wäre. Das hätte ich verstanden. Aber wir haben 20 Millionen Euro investiert. Da kann man doch nicht von Lethargie sprechen. Es freut mich, dass die Bassumer das am Ende doch gesehen habe. Sie haben anerkannt, was wir geleistet haben.“

Porsch verfolgt die Abstimmung im Bürgerservice, anfangs noch im kleinen Kreis mit den wackeren Helfern des Wahlleiterteams, später kamen auch Freunde und seine Familie hinzu.

Das Tablet legt Porsch den ganzen Abend nicht aus der Hand. Immer wieder geht der Blick auf die Statistik. Was ist neu eingelaufen? Das erste Wahllokal, das ausgezählt hat, ist Schorlingborstel. Die Helfer dort melden gegen 18.15 Uhr das Ergebnis: 76,25 Prozent für Porsch, 23,75 für Launer. Es folgten Eschenhausen und Wedehorn und Kastendiek. „Das heißt noch gar nichts“, betont Porsch immer wieder. „Die großen kommen noch.“ Und das wiederholt er bis zum Schluss. Selbst als 24 Wahllokale der 25 ausgezählt sind, will er sich nicht zu einem Statement hinreißen lassen. Allerdings wird er zusehends entspannter. „Sogar Osterbinde“, murmelt er zwischendrin einem Freund zu. Soll heißen: Selbst im Wohnort von Launer holte Porsch mehr Stimmen.

Seine Familie harrt mit ihm bis zum Schluss aus, die Freunde gehen indes zum Feiern schon vor, mit dem Hinweis, wo die Getränke stehen. „Wir warten dann auf euch“, heißt es.

Und auch im Bürgerservice knallen die Sektkorken am späten Abend, nachdem Nordwohlde endlich meldet. „Ein Schluck Sekt, später steige ich auf Bier um“, lächelt Porsch – endlich gelöst.

Oliver Launer: „Es ist immer schwer, als Außenseiter gegen einen Amtsinhaber anzutreten. Sicherlich hätte ich mir ein paar mehr Stimmen gewünscht.“

Und morgen? „Geht es ganz normal weiter. Ich freue mich drauf.“ Vor allem freue er sich auf die Dinge, die Corona seit Längerem auf Eis gelegt habe. Zum Beispiel endlich den Stadtentwicklungsprozess mit den Bürgern weiter voranzubringen. Apropos Bürger: Auch Bürgerdialoge möchte Porsch einführen. Und Oliver Launer? Der macht ebenfalls weiter – beim Bremer Senat. „Ich werde morgen früh um halb sieben im Büro sitzen – mein Chef wird sich freuen.“

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