Hugo-Distler-Ensemble aus Lüneburg besticht durch Vielstimmigkeit und Perfektion

Applaus – erst zaghaft, dann frenetisch

Das Hugo-Distler-Ensemble aus Lüneburg mit dem Dirigenten Erik Matz.
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Das Hugo-Distler-Ensemble aus Lüneburg mit dem Dirigenten Erik Matz.

Bassum - Das Hugo-Distler-Ensemble begeisterte am Freitagabend das Publikum in der Stiftskirche. Dirigent Erik Matz führte seine Sängerinnen und Sänger unaufgeregt und mit viel positiver Ausstrahlung zu einer bravourösen Leistung, die auch fachkundige Zuhörer am Ende außerordentlich lobten.

„Sie haben vor etwa 30 Jahren ihre ersten Orgelstunden hier in Bassum gehabt“, erinnerte Dr. Jürgen Rosendahl als Vertreter des Kirchenvorstandes in seiner Begrüßungsansprache den gebürtigen Bassumer Dirigenten an dessen Anfänge.

Und die Zuhörer wurden nicht enttäuscht. Der Chor, die Männer ganz in schwarz und die Damen mit rotglänzenden halblangen Jacken, stieg mit der vierstimmigen Motette „Komm, Heiliger Geist“ von Carl Reinthaler fulminant in das A-cappella-Konzert ein. Sowohl in leisen als auch in starken Passagen war jede Stimme klar zu unterscheiden und harmonierte perfekt.

Nachdem sich der Chor neu aufgestellt hatte, ging es mit „O sacrum convivium“, ein Stück für vierstimmigen Chor, von Oliver Messiaen weiter. Hier bestachen neben perfekt ausgeführten Crescendi wieder einmal sowohl leise als auch starke Abschnitte.

Erst nachdem das Ensemble fünf der insgesamt neun Werke vorgetragen hatte, wagten einige Zuhörer einen zunächst vorsichtigen, dann aber frenetischen Applaus. Das war der Moment, als Eric Matz zur Orgelempore hochstieg, um das Präludium D-Dur BWV 532 von Johann Sebastian Bach zu spielen, ein willkommenes Intermezzo zur Konzertmitte, das ebenfalls mit viel Beifall bedacht wurde.

Sein großes Klangvolumen stellte das Ensemble, das Erik Matz seit 1998 leitet, in den nächsten beiden Werken unter Beweis. Immer auf den Punkt konzentriert gipfelte die Motette „Das ist mir lieb“ von Johann Hermann Schein in den Hallelujahs. Hier entfalteten sich die ganze Freude und das Engagement der Sänger. Die Klangfarben der Bässe und Tenöre füllten das Innere der Kirche, während sich die klaren Sopranstimmen selbst in höchsten Lagen nicht überreizten.

Modern bearbeitet und arrangiert waren die beiden letzten Stücke, das „Alleluja“ von Vytautas Miskinis für neunstimmigen Chor und sein „Te lucis ante terminum“ für achtstimmigen Chor. Jetzt wollte der Applaus kaum enden. Das Publikum wünschte eine Zugabe und bekam sie. „Wir singen ihnen eine frische Komposition von Sven David Sandstöm zu einem Text von William Blake ,To see World in a Grain of Sand‘“, so Matz. In diesem Stück war dann noch einmal alles drin, was das Ensemble zu leisten imstande ist. Wieder brauste lauter Beifall auf, wobei es einige Zuhörer nicht auf den Bänken hielt. Erst eine zweite Zugabe stellte das Publikum zufrieden.

Schöne Geste am Ende und Ausdruck eines gut harmonierenden Ensembles: Die Sängerinnen und Sänger zollten ihrem Dirigenten Applaus. bbk

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