Für rund 1400 Gäste pro Jahr

Freudenburg in Bassum: Ein „Hotel“ nur für die Bildung

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Offene Türen für die Bildung: (v.l.) Anja Albers, Imke Bruns, Siegmar Peukert und Katja Kunze vor dem Seminar- und Tagungshaus Freudenburg.

Einst verbrachten hier die Grafen von Hoya den Sommer – jetzt ist die Freudenburg ein „Hotel“ für die Bildung, in dem pro Jahr 1 400 Seminarteilnehmer übernachten. „In Wohlfühlatmosphäre“, betonen die drei Mitarbeiterinnen, die das Tagungshaus in Bassum managen.

Bassum – Ein romantischer, von frischem Grün gesäumter Natursteinweg führt zum Zentrum der Freudenburg. Deren Fachwerkensemble liegt auf einer kleinen Anhöhe. Eine Gruppe von Seminarteilnehmern ist auf dem Weg zum Mittagessen, nachdem sie sich inhaltlich im Vorwerk – dem jüngeren Teil der Freudenburg – mit ihren aktuellen Themen beschäftigt hat. Bildung ist allgegenwärtig in der Freudenburg, denn sie ist das Bildungs- und Tagungszentrum der Volkshochschule (VHS) im Landkreis Diepholz.

Einrichtung der VHS Diepholz: 35 Betten in 24 Zimmern

Genau das verfügt über 24 Zimmer mit insgesamt 35 Betten. Rund 1.400 Seminarteilnehmer übernachten pro Jahr in der Freudenburg. Für diese Besucher ist das historische Ensemble im Herzen Bassums, das einst Sommersitz der Grafen von Hoya war, ein „Hotel“ für die Bildung.

Es sind Mitarbeiter aus Unternehmen in der Region Bremen/Niedersachsen sowie Klienten und Mitarbeiter der VHS oder anderer Bildungsträger, die an diesem Ort ihr Wissen erweitern. „In absoluter Wohlfühl-Atmosphäre“, betonen die Organisations- und Planungskräfte Katja Kunze, Anja Albers und Imke Bruns. „Es ist Bildung in besonderem Ambiente“, sagt Siegmar Peukert als Verwaltungschef der VHS im Landkreis – und blickt auf den Park mit seinen schattigen Bäumen und farbenfrohen Blumenbeeten.

Sieben Mitarbeiter kümmern sich um Küche und Service

Als „Hotel“ können aber nur Bildungswillige diese Atmosphäre genießen: „Hier kann nicht jeder übernachten, weil Fördermittel in die Sanierung der Freudenburg geflossen sind“, betont Siegmar Peukert – und berichtet von vielen Anfragen für Hochzeits- und Geburtstagsfeiern. Das große Interesse freue die Volkshochschule natürlich sehr, aber: „Nein. Das geht nicht. Konkurrenz zur Gastronomie wollen wir nicht.“ Das gilt genauso für das Hotelgewerbe.

Trotzdem führen Katja Kunze, Anja Albers und Imke Bruns in gewisser Weise ein „Hotel“. Denn für die Übernachtungs-Seminarteilnehmer müssen die Zimmer (alle mit Dusche, WC und Fernseher ausgestattet) vorbereitet werden – ebenso drei Mahlzeiten am Tag. Sieben fest angestellte Mitarbeiter kümmern sich um Küche, Servier- und Zimmerservice.

Verpflegung orientiert sich an „Slow Food“

Das Frühstück ist als Buffet arrangiert – und auf das klassische kontinentale Angebot abgestimmt: Brötchen, Ei, Müsli („zum Teil hausgemacht“, sagt Katja Kunze) sowie frisch zubereiteter Obstsalat, Marmelade und die klassischen Wurst- und Käsesorten.

Das Mittagessen besteht in der Freudenburg aus regionalen Produkten der Saison, die – soweit möglich – von Bauernhöfen in der Umgebung stammen. „Wir orientieren uns an Slow Food“, so Siegmar Peukert. Die VHS sei Mitglied in dieser Organisation, die sich für genussvolles, bewusstes und regionales Essen einsetzt. Mit dieser Strategie will die VHS auch einen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz leisten.

Da wundert es nicht, dass nahe der Sitzecke am Park Johannisbeeren, Schnittlauch, Rosmarin, Minze sowie Oregano gedeihen. Im Spätsommer tragen die Obstbäume im Park Früchte. Doch in der Küche des Tagungshauses dürfen sie keine Verwendung finden. „Aus hygienischen Gründen“, so Katja Kunze über die Vorschriften. „Doch die Gäste dürfen sich natürlich bedienen“, schmunzeln die drei Organisations- und Planungskräfte. Sie freuen sich, wenn Seminarteilnehmer eine Handvoll Obst, Beeren oder Kräuter genießen.

Und servieren auf Wunsch vor Ort frisch gebackenen Kuchen. Beliebt zum Abendessen: frisch angemachte Salate, Brot und Aufschnitt. Die Organisationskräfte der Freudenburg sind froh, dass etliche Seminarteilnehmer immer wieder kommen: „Wir haben schon Buchungen für das Jahr 2022.“

Deutliche Steigerung bei Übernachtungszahlen

Dass die Nachfrage wächst, kann Siegmar Peukert nur bestätigen: „Es war ein bombastisches Jahr, die Übernachtungszahlen steigen.“ Peukert nennt eine Größenordnung von plus zehn Prozent. Aktuelle Zahlen will der VHS-Verwaltungschef auf der nächsten Betriebsausschusssitzung vortragen (Donnerstag, 20. Juni, 17 Uhr im Kreishaus Syke).

Gleichwohl hat sich die Seminar-Praxis gewandelt: „Früher kamen die Teilnehmer für eine Woche, heute sind es meist nur drei Übernachtungen“, so Anja Albers. Das bedeutet: Der Organisationsaufwand steigt. Und was wünschen sich die VHS-Mitarbeiterinnen? „Fünf bis zehn Zimmer mehr“, sind sie sich einig, denn die Nachfrage nach Einzelzimmern steige. Aber genau die stehen in der Freudenburg nicht im gewünschten Umfang zur Verfügung.

Zur Frage einer möglichen Erweiterung sagt Siegmar Peukert: „Das müssen andere entscheiden.“ Sprich die Kreistagspolitik.

Prominente Gäste wie Carpendale und Michael Patrick Kelly

Die Tagungshaus-Managerinnen haben übrigens schon so prominente Gäste wie Howard Carpendale, Albert Hammond oder Michael Patrick Kelly empfangen. Während der Open-Air-Konzerte von Oliver Launer stehen den Stars in der Freudenburg Zimmer zur Verfügung. 

„Sie übernachten aber woanders“, erklärt Katja Kunze, die sich – ebenso wie ihre Kolleginnen – ganz besonders über die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Bassum freut. Denn die Freudenburg ist nicht nur Schauplatz für Musik, Bildung und Kultur, sondern ebenso für viele städtische Veranstaltungen. Dass Ehrenamtliche das Gelände hegen und pflegen, freut die Frauen ganz besonders. Sie revanchieren sich mit einem Frühstück.

Kontakt zur Freudenburg Bassum

Telefon 04241/93110, Mail freudenburg@vhs-diepholz.de, Internet www.freudenburg-bassum.de

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