Bassumer Verein bekommt Unterstützung

Zahlreiche Spenden für „Ein Tropfen Hoffnung“

Ein kleiner Junge sitzt auf dem Rücken eines schwarzen Ponys und lächelt. Er macht eine Reittherapie, weil er eine Behinderung hat.
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Das Glück dieser Erde hat dieser Reiter aus Bassum auf dem Rücken der Pferde schon gefunden.

Der Bassumer Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ hat zahlreiche Spenden bekommen. Unter anderem von der Ippen-Stiftung. Mit dem Geld hat der Verein schon einigen Familien das Leben ein bisschen leichter gemacht.

  • Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ bekommt zahlreiche Spenden.
  • Mehrere Familien in der Umgebung wurden unterstützt.
  • Konkrete Projekte stehen erstmal nicht an.

Bassum – Richtig stolz wirkt der kleine Junge, wie er da auf dem Rücken des schwarzen Ponys sitzt und keck in die Kamera lächelt. Doch was für viele Kinder einfach nur ein Freizeitvergnügen ist, hilft dem kleinen Bassumer, der unter einer schweren Behinderung leidet. Der Kontakt mit dem Tier tut ihm gut.

Umso mehr freut es André Bartels, dass sein Verein „Ein Tropfen Hoffnung“ dem Jungen 20 Reitstunden bei der Therapiereitschule 2sam in Harpstedt ermöglichen konnte. „Alle Kinder, die diese Therapie beginnen, entwickeln sich prächtig und in einer enormen Geschwindigkeit“, schildert Bartels. „Sofern ein Kind mit Spastiken und/oder durch Lähmungen beeinträchtigt ist, wird die Körperspannung und Skelettmuskulatur sehr stark gemindert, oder gar gegenteilig stark überbeansprucht. Beim Reiten werden diese Einschränkungen gemildert beziehungsweise es entsteht eine gesunde Eigendynamik.“

Das Pferd habe eine natürliche, positive Wirkung auf die Kinder, der Gleichgewichtssinn werde geschult sowie die eigene neue Körperspannung Stück für Stück aufgebaut. „Nach nur einigen Reitstunden können sich die Kinder fast selbstständig im Sattel halten“, so Bartels.

Ippen-Stiftung gibt 3000 Euro

Und der kleine Reiter aus Bassum ist nicht der einzige, dem der Verein in den vergangenen acht Wochen das Leben ein bisschen leichter machen konnte – dank zahlreicher, großzügiger Spenden, wie die der Ippen-Stiftung (siehe Infokasten), die 3 000 Euro betrug.

Bartels klingt immer noch etwas ungläubig, wenn er über die vergangenen Monate spricht. Im November sandte der Vorsitzende des Vereins aus Bassum eine Art Hilferuf an die Öffentlichkeit, weil „Ein Tropfen Hoffnung“ an seine Grenzen stieß.

Viele Familien, die Kinder mit Beeinträchtigungen haben, waren durch die Corona-Krise in Not geraten und baten um finanzielle Unterstützung. Doch so groß waren die Rücklagen des Vereins nicht, um die teilweise sehr dramatische Situation zu entschärfen. Darum bat Bartels um Spenden. Und viele Menschen und Unternehmen gaben ihm Antwort.

Wir danken allen Spendern.

André Bartels

„Das war ganz toll! Firmen haben das Geld, das sie sonst für Weihnachtspräsente an Kunden ausgegeben haben, an uns gespendet. Privatleute haben Beträge von 20 Euro überwiesen. Wir haben uns über jeden gefreut und danken allen Spendern“, so Bartels

Dank dieser Unterstützung konnte „Ein Tropfen Hoffnung“ das tun, wofür er gegründet wurde: Familien mit beeinträchtigten Kindern schnell und unbürokratisch unter die Arme zu greifen. „Wir helfen einer Frau in Syke dabei, ihr Badezimmer zu einem Pflegebad umzubauen, weil sie einen schwerkranken Sohn hat. Wir haben dem Kinderheim Kleine Strolche eine Nestschaukel gespendet und die Stromrechnung einer Familie aus Twistringen bezahlt, der schon der Strom abgedreht werden sollte.“

Einer Familie aus Barrien hat er für die neunjährige Tochter ein aufblasbares, behindertengerechtes Bett durch eine Hilfe in Höhe von 500 Euro mitfinanziert. „Für Kinder im Alter von fünf bis zwölf Jahren gibt es im Krankenhaus keine passenden Betten“, erläutert Bartels. „Entweder, sie sind zu klein, dass die Kinder sich wehtun, oder sie sind zu groß, dass die Kinder sich darin zuviel bewegen und man sie im Grunde nie allein lassen darf.“

Bei einem Hersteller aus Holland wurde der Verein fündig. Das aufblasbare Bett passe auf jedes andere drauf und sorge dafür, dass das Kind sich nicht stoßen oder herumwälzen kann.

Verein arbeitet mit der Caritas zusammen

Bartels ist froh, all diesen Familien durch die Spenden helfen zu können. „Wir arbeiten auch eng mit der Caritas in Bassum und Twistringen zusammen. So können wir uns versichern, dass die Menschen, die sich bei uns melden, wirklich bedürftig sind. Oder die Caritas weist uns darauf hin, dass da jemand ist, der Hilfe braucht.“

Bartels ist es wichtig, nochmal zu betonen, dass die Hilfe des Vereins sich nicht auf Umbaumaßnahmen beschränkt. „Das ist ein Bild, dass viele Leute zu haben scheinen. Sie denken, wir bauen nur Bäder um“, sagt der Geschäftsführer der Carl Cordes GmbH. „Das ist nicht richtig. Wir tun alles, um Kindern und ihren Eltern das Leben etwas leichter zu machen.“ Und um das weiterhin tun und innerhalb von wenigen Tagen helfen zu können, freut sich „Ein Tropfen Hoffnung“ auch weiterhin über Spenden.

Konkrete Projekte für 2021 gibt es noch nicht. „Aber jede Menge Ideen“, sagt Bartels mit einem Lächeln. Und dann fällt ihm doch noch eine Aktion ein: „Das Fußballcamp des TSV Bassum im August. Als Firma sind wir Sponsor. Aber als Verein möchten wir nicht, dass ein Kind außen vor bleibt, weil die Familie sich die Teilnahme nicht leisten kann. Darum haben wir bereits 2019 einer Familie die Kosten bezahlt und würden das in diesem Jahr auch wieder tun.“

Ippen-Stiftung

Der Verleger Dr. Dirk Ippen rief im Jahr 2000 aus Anlass seines 60. Geburtstages die gemeinnützige Ippen-Stiftung ins Leben und stattete sie mit Kapital aus. Zweck dieser Stiftung ist die Stärkung von Bürgersinn und bürgerschaftlichem Engagement auf lokaler Ebene. Die Stiftung entscheidet jeweils im Herbst eines Jahres über die Vergabe von Fördermitteln. 

Korrektur: In einer früheren Version hatten wir geschrieben, dass „Ein Tropfen Hoffnung“ der Barrier Familie ein behindertengerechtes Bett für 2 000 Euro finanziert habe. Die Kosten des Bettes betrugen nach Aussage der Familie aber lediglich 1000 Euro, von denen 500 Euro von dem Bassumer Verein übernommen worden seien.

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