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Herkulesstaude in Kätingen: Sie wächst und wächst und wächst

Mancherorts wird die Blüte abgeschlagen, um die Ausbreitung der Samen zu verhindern. Ein aussichtsloser Kampf. Bei Berührung mit der Haut kann das Gift der auch Herkulesstaude genannten Pflanze schmerzhafte Brandblasen verursachen.
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Mancherorts wird die Blüte abgeschlagen, um die Ausbreitung der Samen zu verhindern. Ein aussichtsloser Kampf. Bei Berührung mit der Haut kann das Gift der auch Herkulesstaude genannten Pflanze schmerzhafte Brandblasen verursachen.

Bassum – Manche Dinge brauchen Zeit. Blöd nur, wenn am Ende das gleiche Ergebnis steht wie am Anfang – und dafür drei Jahre ins Land ziehen. So könnte es sich mit der Herkulesstaude in der Sandgrube in Kätingen verhalten. Noch aber gibt es Hoffnung, dass der Landkreis Diepholz dort eine erfolgreiche Bekämpfung in die Wege leitet. Angedacht ist, die Fläche mit Boden zu überdecken.

Doch das hängt vom Einverständnis der Eigentümer ab. Und die tun sich damit nach Aussage des Ersten Kreisrats Jens-Hermann Kleine schwer.

Die Giftpflanze hat sich in den vergangenen Jahren explosionsartig ausgebreitet, zum Teil auch schon in der angrenzenden Forst. Die Bürgerinitiative für Natur- und Landschaftsschutz in Fahrenhorst und Nordwohlde setzt sich seit Jahren dafür ein, die Situation anzugehen und hat sich wiederholt bei der Stadt Bassum und dem Landkreis für die Bekämpfung der Pflanze starkgemacht. Das erste Mal wurden die Mitglieder 2012 tätig. Nichts passierte.

Fünf Jahre später – 2017: Selbst der Landkreis war von der raschen Ausbreitung der Pflanze überrascht. Gegenüber dieser Zeitung erklärte damals Detlef Tänzer, Leiter des Fachdienstes Kreisentwicklung, dass er ein solches Ausmaß noch nicht gesehen habe.

In dem Jahr benennt die EU in der „Unionsliste“ invasiver Arten 49 Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme beeinträchtigen und daher der biologischen Vielfalt schaden können. Die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt, gehört dazu.

Tänzer sagte damals weiter: „Wir sind an der dauerhaften Eindämmung des Riesenbärenklau-Bestands in Kätingen interessiert. Allerdings ist die Frage der richtigen Methode noch nicht geklärt.“ Ein kurzfristiges Eingreifen mit Maschinen käme nicht in Betracht. Die Fläche sei zu steil. Ein wirksames Mittel sei es, der Pflanze das Licht zu nehmen. Tänzer: „Eine Überlegung wäre eine Überdeckung der Fläche mit Erde – mindestens einen Meter hoch.“

Vor einem solchen Eingriff muss die Umweltverträglichkeit geprüft werden. Die Sandgrube sei Rückzugort für Tiere und Pflanzen. Eine Maßnahme solle schließlich nicht mehr schaden als nützen. Der Landkreis hatte Kontakt zum Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NWLKN) geknüpft. Auch die Landwirtschaftskammer wurde befragt.

Ein Jahr später – 2018: Auf Nachfrage erklärt Jan Kanzelmeier, stellvertretender Fachdienstleiter Kreisentwicklung beim Landkreis Diepholz, dass im Frühjahr ein Fachbüro für Vegetationskunde in Hannover mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt worden sei. Erste Ergebnisse seien frühestens Ende des Jahres, eher jedoch im Frühjahr 2019 zu erwarten. Das Büro sollte herausfinden, welche Auswirkungen die Herkulesstaude auf die Ökologie in der Grube habe, und welche technischen Möglichkeiten der Beseitigung infrage kommen könnten. Dazu dokumentierten die Planer die Grube während einer gesamten Vegetationsperiode.

Die Bürgerinitiative nahm die Nachricht mit Freude auf und wartete.

Drei Jahre später – 2021: Wieder die Nachfrage beim Landkreis. Dieses Mal antwortet Erster Kreisrat Jens Hermann Kleine. „Das Gutachten beschreibt die Überdeckung der befallenen Böschungsbereiche mit Bodenmaterial als die aussichtsreichste Bekämpfungsmethode. Neben der Überdeckung des Samenpotenzials könnte dadurch auch eine Geländeausprägung geschaffen werden, die eine zukünftige maschinelle Pflege bei einem möglichen Neuaufkommen der Art zulässt“, heißt es.

Der Landkreis bezeichnet diese Maßnahme als „gut umsetzbar“. Abgelehnt werde der flächige Einsatz von Herbiziden, wie zum Beispiel Glyphosat oder Triclopyr, aufgrund der Folgen und Auswirkungen für Mensch und Natur.

Die Umsetzung der vorgenannten Überdeckung auf den privaten Flächen hänge allerdings von der Einigung der Eigentümer auf eine entsprechende gemeinsame Vorgehensweise ab. „Soweit hier keine Einigung erzielt werden kann, sind die Bekämpfungsalternativen zunächst eingeschränkt. Vordringlich wäre dann eine Weiterverbreitung auf benachbarte Grundstücke zu verhindern“, schreibt Kleine.

Also, alles zurück auf Anfang.

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