Mühlenverein Neubruchhausen nimmt erstmalig am Mühlentag teil und bietet am 16. Mai von 11 bis 18 Uhr Führungen an

Herford-Motor von 1934 wartet auf seinen Einsatz

Vor der Restaurierung: So sieht es derzeit innen aus.

Neubruchhausen - Von Frauke Albrecht. Ein Schmuckstück in Neubruchhausen präsentiert sich am Pingstmontag, 16. Mai, nach langer Zeit mal wieder der Öffentlichkeit: die Wassermühle aus dem Jahre 1730. „Und die richtigen Mühlenfans sind ganz gespannt, was sie dort zu sehen bekommen. Wir haben bereits ganz viele Anfragen, obwohl wir gerade erst begonnen haben, die Mühle zu sanieren“, sagt Holger Rullhusen, Besitzer des Objektes.

In Insiderkreisen habe sich schnell herum gesprochen, dass die Mühle aus dem Dornröschenschlaf erweckt werden soll. Deshalb habe man sich von Seiten des Vereins entschlossen, am Deutschen Mühlentag teilzunehmen. Auch wenn es noch nicht so viel zu sehen gibt. Rullhusen und seine Mitstreiter haben jede Menge zu erzählen.

Wie bereits berichtet, hat er im vergangenen Jahr das gesamte Gebäude-Ensemble gekauft – aus reiner Liebhaberei. Die Wohngebäude möchte Holger Rullhusen langfristig zu einem Hotel umbauen. Die Wassermühle soll restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Im November hat sich der Mühlenverein gegründet. Rullhusen ist Vorsitzender. „Wir haben mittlerweile 61 Mitglieder“, freut er sich.

Idyllischer Anblick: Die Mühle von außen.

Noch vor einem halben Jahr hätte er nicht daran geglaubt, so schnell voranzukommen. „Ich bin total glücklich, wie es gelaufen ist.“ Das sei nicht zuletzt dem sehr aktiven Vorstand zu verdanken – und der Arbeit von Florian Butt. Er ist Experte in Sachen Mühlen und hat sich bereit erklärt, die Neubruchhauser zu unterstützen. Ein absoluter Glücksgriff für den Verein. Durch ihn konnte Holger Rullhusen beispielsweise einen alten Motor kaufen. „Einen Herford aus dem Jahr 1934. Er hat 40 PS und funktiniert“, erzählt Rullhusen. Das vier Tonnen schwere Monstrum steht derzeit in seiner Firma in Syke und soll demnächst mit einem Tieflader nach Neubruchhausen gebracht werden.

Auch einen Mühlenstein und einen Walzenstuhl habe Butt organisiert. Demnächst kommt weitere Mühlentechnik aus einer Mühle aus Gifhon hinzu. Ziel sei es, die Mühle zu Schauzwecken in Betrieb zu nehmen. Bis es soweit ist, wird es aber noch ein bisschen dauern.

In diesem Jahr möchte Rullhusen auf jeden Fall noch Dach und Fenster sanieren. Die Bauanträge sind gestellt. Auch Fördergelder sind in Aussicht gestellt.

Am Pfingstmontag bleibt es erst einmal bei der Theorie. Der Verein bietet von 10 bis 18 Uhr Führungen an. „Wir haben einen Flyer vorbereitet“, erzählt der Mühlenbesitzer. Außerdem wollen die Mitglieder die technischen Details vorstellen, Zeichnungen und Bilder ausstellen. Und es gibt Postkarten und Jutetaschen zu kaufen. Der Erlös fließt in die Vereinskasse. Die Veranstalter sorgen für Speisen und Getränke. Es gibt Bratwurst und Pommes. Wem das nicht reicht, der kann sich im Restaurant Mühlenteich stärken. Pro Gedeck fließt eine Spende an den Verein.

Erstmals erwähnt wird die Mühle im Jahr 1609. Der heutige Fachwerkteil stammt aus dem Jahr 1730, das stuckverzierte Wohngebäude aus dem 19. Jahrhundert. Das Wasser der Hache wurde in dem zirka 4000 Quadratmeter großen Mühlenteich gestaut. Die Mühle hatte früher ein Wasserrad, 1930 folgte der Einbau einer Turbine. 1974 wurde der Betrieb eingestellt und die gesamte Mühlentechnik verkauft.

www.wassermuehle-neubruchhausen.de

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