Helga Alves gibt aus Altersgründen das Amt auf / Nachfolger wird Jürgen Laschinski

Bürgerblock hat neuen Vorsitzenden

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Blumen zum Abschied für Helga Alves (2.v.l.). Neuer Vorsitzender wird Jürgen Laschinski (2.v.r.). Mit im Bild sind die Vorstandsmitglieder Hermuth Straßburg (r.), Ben Berger (l.), Heidi Siewert und Gerald Lieblang.

Bassum - Von Frauke Albrecht. Der Bassumer Bürgerblock hat einen neuen Vorsitzenden. Jürgen Laschinski übernimmt den Posten, wird Nachfolger von Helga Alves, die das Amt aus Altersgründen niederlegt. „Irgendwann muss ja mal Schluss sein“, meinte die 81-Jährige am Dienstagabend bei der Jahreshauptversammlung. Sie behält aber ihr Ratsmandat.

Alves dankte allen für die jahrelange Unterstützung und wurde mit Applaus, Blumen und einem Präsentkorb verabschiedet. Und noch eine Überraschung hatten die Mitglieder für ihre Vorsitzende parat: Sie wurde zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Das heißt, Helga Alves darf auch weiterhin am Vorstandstisch Platz nehmen, genießt aber den Luxus, einen Großteil der Arbeit abgeben zu können.

„Das hat mich sehr gerührt“, gesteht die Mitbegründerin des Vereins. denn der Schluss-Strich falle ihr nicht leicht.

Dennoch sei es Zeit, die jüngere Generation ranzulassen. Vor allem im Blick auf die Kommunalwahl 2016 und die nun anstehende Arbeit. „Das wird mir zu viel“, sagt Alves.

Jürgen Laschinski ist zwar 15 Jahre jünger als seine Vorgängerin, aber auch er hat die nächste Generation bereits im Blick. „Ich habe mich bereit erklärt, zeitlich begrenzt den Vorsitz zu übernehmen“, erklärte der 66-jährige Ortsvorsteher aus Albringhausen. Sein Ziel ist es, innerhalb der Wahlperiode einen Nachfolger zu finden und aufzubauen. „Wir müssen uns verjüngen“, so Laschinski. Er ist seit 2005 Mitglied im Bürgerblock und saß von 2006 bis 2011 im Rat der Stadt. Mit Blick auf die Kommunalwahl sagt er: „Unser Ziel ist es, wieder die zweitstärkste Fraktion zu werden.“ Bei der letzten Kommunalwahl hatte der Bürgerblock vor allem Stimmen an die Grünen verloren, die neu in den Rat gekommen waren.

„Nun geht es darum, uns zu positionieren und geeignete Kandidaten anzusprechen“, so Laschinski. Er selbst wird ebenfalls auf der Liste stehen. „Wir müssen Personen finden, die sich für Bassum und für die Ortschaften einsetzen“, sagt Laschinski.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurden die stellvertretenden Vorsitzenden Ben Berger und Heidi Siewert im Amt bestätigt. Schatzmeister bleibt Claus Marx. Holger Katzke ersetzt Gerald Lieblang als Schriftführer. Beisitzer sind Reinhard Kirchner und Dr. Jürgen Falck; die Kasse prüfen Albert Wendt und Gerald Lieblang.

Der Bürgerblock gründete sich am 10. Mai 1990. Auf die Frage nach dem Anlass antwortet Helga Alves: „Wir hatten auf gut Deutsch gesagt die Faxen dicke, dass eine Fraktion alles durchbekam, auch die absurdesten Ideen. Die CDU hatte damals die absolute Mehrheit.“

Gründungsmitglieder waren Gerhard Schlung, Herbert Grafe, Helga Alves, Günther Alves, Reinhard Danielsson, Bernhard Danielsson, Franz Supe und Otto Carl Hoffmann. Die treibende Kraft war allerdings Gerhard Schlung, damals noch CDU-Mitglied. Seine Parteikollegen hatten ihm nahe gelegt, auszutreten. „Ich war vor allem in Umweltdingen gedanklich weiter als die CDU und habe mich nicht dem Fraktionszwang gebeugt. Das hat man mir übel genommen“, sagte Schlung einmal im Interview.

Vor allem der Fraktionszwang wurde aus den Köpfen der Bürgerblock-Mitglieder von Anfang an verbannt. „Das gab es bei uns nicht und wird es nie geben“, sagt Helga Alves, die 23 Jahre lang Vorsitzende war. Der Bürgerblock habe sich immer die Sachpolitik auf die Fahne geschrieben. „Deshalb haben wir damals einen Verein gegründet und keine Partei. Der Verein sollte mit Parteipolitik nichts zu tun haben, allein die Sache zählt“, so Alves weiter. Die ehemalige Schulleiterin sitzt seit 1996 im Rat der Stadt.

„Wir haben in den vergangenen 25 Jahren viel auf den Weg gebracht“, ist sie stolz. Angefangen bei der Verkehrspolitik. „Verspottet hat man uns damals als Kreiselfraktion, weil wir uns für Kreisverkehre in Bassum ausgesprochen haben“, erinnert sie sich. Auch für den Erhalt der Bücherei, den Erhalt des Tierparks Petermoor durch Gründung eines Fördervereins, den Erhalt des Krankenhauses habe sich der Bürgerblock eingesetzt, ebenso viele Projekte unterstützt.

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