Erstes gemeinsames Katerfrühstück von Schützendamen und -herren bei den 1848ern

Heiterkeit und ein wenig Schelte

Unter dem überdimensionierten Portrait des amtierenden Königspaares übergab Kai Diekmann (r.) seinem Nachfolger Simon Sommer (l.) die Kette als Symbol für den Vereinsspinner. Im Bild auch Vereinspräsident Frank Poppe. - Foto: Kollschen

Bassum - Von Berthold Kollschen. Die „AfD“, die Alternative für Damen, ist bei den Bassumer Schützen von 1848 zum Katerfrühstück am Tag nach dem Schützenfest Geschichte. Immerhin konnte der langjährige Sicherheitsbeauftragte des Vereins, Pastor Herbert Köhler, in seiner humorigen Rede feststellen, dass die Herren der Schöpfung noch am Katerfrühstück teilnehmen durften.

Im Mittelpunkt stehen seit Jahren die Ausführungen des sogenannten Vereinsspinners und eben des Sicherheitsbeauftragten. In diesem Jahr war es Kai Diekmann, der sich mit dem „Aufspießen“ von Dingen in Bild und Wort beschäftigt hat und sie in einer bisher ungewohnten, aber gut verständlichen Form per Beamer vorgetragen hat. Alle „Verfehlungen“ müssen die Verantwortlichen mit einem Obulus von fünf Euro ausgleichenn. Und dabei sind, wie man sich unschwer vorstellen kann, etliche Scheine zusammen gekommen.

So waren beispielsweise die Schulterklappen von Vizekönig Eric Olsen verkehrt herum angebracht, Frank Poppe wollte den Alterskönig ausschießen, Guido Strahmann ist mit Cowboystiefeln angetreten und Mario Sommer war ohne Uniformjacke unterwegs, um nur einige „Verfehlungen“ zu nennen.

Zuvor hatte sich Vorsitzender Frank Poppe mit einer Nachbetrachtung der vergangenen zehn Tage an die Versammlung gewandt. Sein Credo: Auf die Wirte sei Verlass, das Königsschießen sei spannend wie nie gewesen und insgesamt gehe es wohl kaum besser, sodass einige kleine Kritikpunkte kaum Bedeutung hätten.

Dem schloss sich der amtierende König Peter Voß an. „Das war mein schönstes Schützenfest ever“, rief er voller Begeisterung.

Etwas kritischer meldete sich Imke Windhorst-Rätzke, auf deren Initiative das gemeinsame Katerfrühstück zurückzuführen ist, zu Wort. Ihr war unter anderem aufgefallen, dass sich ein paar Undiszipliniertheiten während des Umzugs abgespielt hatten, die zukünftig unterbleiben sollten. Ihre Worte wurden mit viel Beifall quittiert.

„Dieser Pastor ist einfach unschlagbar“, freute sich Andreas Bernhard nach Abschluss der Rede vom Sicherheitsbeauftragten Herbert Köhler, der seine meist satirischen Einfälle mit Zeichnungen des Bassumer Zeichners und Häusermalers Lothar Cappuccino (alias Liesmann) unterstrich.

Köhler stand in diesem Jahr als Kanonikus und Gleichstellungsbeauftragter des Bassumer Damenstiftes vor dem Schützenvolk. Sein besonderes Augenmerk galt dabei mehr der Gleichberechtigung des Mannes. Seine spitzen und tiefgründigen Ausführungen bedachten die Anwesenden immer wieder mit viel lautem und anhaltendem Beifall sowie kaum zu bremsendem Gelächter.

Ein Höhepunkt fehlte bei der Traditionsveranstaltung: Die allseits beliebten Gabelrollmöpse von Hermann Köhnenkamp. Er hatte sie schlichtweg vergessen, was ihm allerdings auch niemand übel nahm. Um nach seiner Rede „die Kurve zu kriegen“, zitierte Herbert Köhler einen Trinkspruch von Johann Wolfgang von Goethe: „Ein Mädchen und ein Gläschen Wein kurieren alle Not – und wer nicht trinkt, und wer nicht küsst, der ist so gut wie tot.“

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