Heinrich Dreyer aus Freidorf freut sich über Auszeichung „Archehof“

Vom beliebten Arbeitstier zur bedrohten Art

+
Heinrich Dreyer mit seinem Kaltbluthengst Merlin, im Hintergrund Stute Jette.

Freidorf - Von Ute Schiermeyer. Angler Rind, Schleswiger Kaltblut und Ostfriesische Möwe – wer kennt heute noch diese alten Nutztierrassen? Ihrem Erhalt hat sich Heinrich Dreyer verschrieben und erhielt jetzt dafür von der „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen“ (GEH), vertreten durch Rudi Gosmann, die Auszeichnung „Archehof“ für seinen kleinen Hof in Freidorf.

Der zwölfjährige Kaltbluthengst Merlin war etwas unruhig, denn nicht nur knapp 50 Gäste aus den Reihen der GEH, Regionalgruppe Nord-West, waren gekommen, um ihn und Stute Jette zu bewundern, sondern auch drei weitere Kaltblüter, die sich am geplanten Schaupflügen beteiligen sollten. Die GEH hatte die Auszeichnung zum Anlass genommen, eines der vier Jahrestreffen nach Freidorf zu verlegen.

Merlin ist mit 170 Zentimetern Stockmaß und etwas über einer Tonne Körpergewicht ein sehr kräftiges Exemplar der Rasse Schleswiger Kaltblut.

„Kaltblüter haben ein überaus sanftes Gemüt und waren in früheren Zeiten beliebte Arbeitstiere in der Landwirtschaft“, berichtet Rudi Gosmann. Heinrich Dreyer sei einer der wenigen, die sich um die Erhaltung dieser Pferderasse kümmern.

Daneben züchtet er alte Hühnerrassen, wie die Ostfriesische Möwe und das Vorwerkhuhn. Diepholzer Gänse und Angler Rinder alter Zuchtrichtung seien kürzlich hinzugekommen.

Die Anzahl der Rassen, Bestandgrößen und Haltungskriterien stimmten mit den Richtlinien der GEH überein und so erhielt Dreyer nun die Auszeichnung „Archehof“.

Jede dieser Tierart stünde auf der „Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen“. Mit ihrer Arbeit und dem Arche-Projekt, das nicht nur Höfe, sondern auch Tierparks, Dörfer und Regionen auszeichnet, möchte die GEH dieses wichtige Kulturgut schützen und erhalten.

Sichtlich stolz hielten Heinrich Dreyer und Ehefrau Astrid die Urkunde und ein Archehof-Schild in den Händen.

Lange habe ihr Mann überlegt, wie er seinen Hof nennen möchte, verriet Astrid Dreyer. Schließlich sei er auf „Archehof Freidorfer Hachetal“ gekommen, wobei er den Namen des benachbarten Naturschutzgebietes aufgegriffen habe.

Heinrich Dreyer hat einen ausgefüllten Alltag. Vor der Arbeit als Serviceleiter in einem Autohaus müssen alle Tiere gefüttert werden. Nach Feierabend mistet er Pferdeställe aus, hält Zäune instand und versorgt die Tiere. Was manch‘ einer als zusätzliche Arbeit oder große Last empfinden würde, ist für Dreyer ein geliebtes Steckenpferd. Seit fast zwanzig Jahren ist er Hobby-Landwirt.

Angefangen hatte alles mit einem Pony und einer Kutsche für Tochter Janine. Mit der Zeit gesellten sich zunächst Hühner und dann immer mehr Tiere dazu. 2006 kauften die Dreyers den Resthof in Freidorf.

Die ganze Familie steht hinter Heinrich Dreyers Leidenschaft, und so ist es trotz der vielen Tiere sogar möglich, in den Urlaub zu fahren. Sohn Dominik versorgt die Tiere und den Hof. „Während die Oma Dominik versorgt!“, schmunzelt Astrid Dreyer.

In ein paar Jahren, wenn Heinrich Dreyer in Rente geht, möchte er seinen Hof sogar noch erweitern und acht Hektar seines väterlichen Hofes mit bewirtschaften.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Dauerregen lässt Pegel steigen

Dauerregen lässt Pegel steigen

So verzichten Sie im Alltag auf unnötig viel Plastik

So verzichten Sie im Alltag auf unnötig viel Plastik

Ford Fiesta im Test: König der Kleinwagen

Ford Fiesta im Test: König der Kleinwagen

Zwei Elfmeter-Tore: DFB-Elf zieht ins EM-Viertelfinale ein

Zwei Elfmeter-Tore: DFB-Elf zieht ins EM-Viertelfinale ein

Meistgelesene Artikel

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Mächtiger Allrounder im Team - 300.000 Euro schwer

Auf Expedition im Maislabyrinth

Auf Expedition im Maislabyrinth

„Flieger in die Türkei sind ausgebucht“

„Flieger in die Türkei sind ausgebucht“

Syker Haustechnik macht weiter – mit neuem Namen und alten Bekannten

Syker Haustechnik macht weiter – mit neuem Namen und alten Bekannten

Kommentare