Volksfest-Charakter beim Tag der offenen Tür

Hautnaher Einblick in Klinik-Angebote

Faszinierend und ausnahmsweise zum Ausprobieren: die Minimal-invasive Chirurgie. - Foto: Seidel

Bassum - Von Anke Seidel. Einmal selbst Chirurg sein und einen minimal-invasiven Eingriff vornehmen: Beherzt griffen Besucher im Alexianer-Krankenhaus Bassum gestern zu den medizinischen Spezialgeräten – und operierten Gummi-bärchen. Dr. Andrzey Woytyczka erläuterte den staunenden Gästen, wie mit dieser Technik beispielsweise ein Blinddarm entfernt oder ein Leistenbruch geheilt werden kann.

Einblicke in medizinische Möglichkeiten und Behandlungsformen standen im Mittelpunkt des Tags der offenen Tür in der Klinik Bassum, bei dem gestern Volksfest-Charakter herrschte. Im neuen Zentrum für seelische Gesundheit war der Besucher-Andrang so groß, dass die Patientenzimmer die neugierigen Gäste zeitweise kaum fassen konnten. Natürlich waren nur Teile des psychiatrischen und des benachbarten somatischen Krankenhauses für den Publikumsverkehr geöffnet. Doch es waren Bereiche, die buchstäblich hautnah den Krankenhaus-Alltag und die Leistungsfähigkeit der Klinik vermittelten – beispielsweise bei der Blutdruck- und Blutzuckermessung. Dort war der Andrang besonders groß.

Nur wenige Meter entfernt bestaunten Besucher die Leistungsfähigkeit eines Operations-Mikroskopes. Außerdem konnten sie im Sebstversuch testen, warum das Desinfizieren der Hände in einer Klinik elementare Bedeutung hat.

Im Zentrum für seelische Gesundheit gab es derweil anerkennende Blicke für die farbenfrohe Gestaltung der Räume – und Erstaunen darüber, dass die Aromatherapie seelische Leiden lindern helfen kann.

So unterschiedlich die körperlichen und seelischen Störungen sein können: Nach Krankenhaus-Aufenthalt und Therapie können Selbsthilfegruppen den Betroffenen wichtigen Halt geben. Deshalb nutzten viele dieser Gruppen die Alexianer-Klinik gestern als Forum, um ihre Arbeit darzustellen – ob nach Alkohol- oder Drogensucht, nach Krebs, bei Fettleibigkeit oder bei Magersucht: Die Themen waren so vielschichtig wie das Leben selbst.

Was tun, wenn Menschen auf Pflege angewiesen sind – oder am Ende ihres irdischen Lebens stehen? Auch dazu gab es gestern handfeste Informationen. Chefärzte, weitere Mediziner, ein Diplom-Psychologe und zwei Fachkrakenschwestern vermittelten in Kurzreferaten aktuelle Fakten zu Themen wie der Altersmedizin, der aktiven thearpeutischen Pflege oder den Umgang mit Depression und Burnout – ebenso zum Thema Sucht.

Spezielle medizinische Fragen zur Anästhesie, Darmspiegelung oder Wiederherstellung der weiblichen Brust erläuterten die Fachleute genauso.

Am Tag der offenen Tür beteiligte sich die Fachklinik Bassum mit ihrer Suchtbehandlung ebenso wie das Nierenzentrum.

Alexianer-Geschäftsführer Uwe Lorenz strahlte mit Blick auf die vielen Menschen. Etliche stärkten sich bei sonnigem Sommerwetter mit Kaffee, Kuchen oder Bratwurst zu den Klängen der Jazz-Formation „School House Seven“. Andere genossen den Ausblick bei einer Gondelfahrt in 35 Meter Höhe. Für Kinder gab es ein Bungee-Trampolin. Lorenz lobte ausdrücklich die Mitarbeiter und das Engament von Chef-Organisator Georg Beuke bei dieser Großveranstaltung, zu der auch ein Quiz gehörte. Unter allen richtigen Karten wurden drei Preisträger gezogen. Eine Digital-Kamera gewann Chiara Kraft (Twistringen), zwei Karten für das Weyher Theater Natalja Scharfe (Bassum) und ein Präsent Manfred Stichan (Varrel).

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