Hans-Georg Weidenhöfer, Helga Alves und Michael Jahnke am Dienstag aus dem Bassumer Stadtrat verabschiedet

Der Kommandeur, die Soziale und der Ruhige gehen

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Bürgermeister Christian Porsch (v.r.) und Ratsvorsitzender Rolf Lahmeyer verabschieden Helga Alves, Hans-Georg Weidenhöfer und Michael Jahnke aus dem Bassumer Stadtrat.

Bassum - Von Maik Hanke. Vier, neunzehn und rekordverdächtige 51 Jahre saßen sie im Bassumer Stadtrat, jetzt sind sie raus: Michael Jahnke (Bündnisgrüner), Helga Alves (Bürgerblock) und Hans-Georg Weidenhöfer (CDU) wurden in der Stadtratssitzung am Dienstagabend offiziell verabschiedet.

Hans-Georg Weidenhöfer, den alle „Schorse“ nennen, war das Urgestein im Stadtrat – seit 1964 war er ohne Unterbrechung dabei. „Da waren einige von uns noch gar nicht geboren“, stellte Bürgermeister Christian Porsch in seiner Laudatio fest. Weidenhöfer war mal stellvertretender Ratsvorsitzender und leitete seit 2006 den Bauausschuss.

Porsch attestierte dem 79-Jährigen einen „legendären Führungsstil“. Weidenhöfer selbst bezeichnete sich gegenüber der Kreiszeitung als „Kommandeur“. Er wisse, dass seine direkte Art für andere nicht immer einfach war.

„Man hat versucht, mich abzuschießen, aber die absolute Mehrheit hab ich immer behalten“, sagte der leidenschaftliche Jäger am Dienstag über seine alte Gemeinde Hollwedel, wo er seit mehr als 30 Jahren Ortsvorsteher ist.

Weidenhöfer gibt sein Ratsmandat aus Altersgründen ab. Er wolle seinem Nachfolger Heino Schumacher die Gelegenheit geben, sich vernünftig auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr vorzubereiten, sagte er auf Nachfrage.

Schumacher arbeitet in einer Versicherungsagentur und kennt sich mit Finanzen, Bauen und Planen aus, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Hagen Böhringe. „Er passt da nahtlos rein.“

Helga Alves war Ratsälteste. Am Donnerstag wird sie 82 Jahre alt, verriet sie in der Sitzung. Sie ist Mitbegründerin des Bürgerblocks vor 25 Jahren und saß mit kurzer Unterbrechung seit 1996 im Stadtrat.

Der Bürgermeister lobte sie als „engagiert bis in die Haarspitzen“. In ihren Reden habe sie häufig den richtigen Ton getroffen. Porsch schätzt ihre fachliche Kompetenz, besonders bei „ihren“ Themen: Schule, Jugend und Soziales.

„Ich weiß gar nicht, dass ich so viel getan habe in den letzten 19 Jahren“, sagte Alves leicht verlegen. Ähnlich wie Weidenhöfer verlässt Alves den Rat aus Altersgründen. Der Zeitpunkt, ein Jahr vor den Kommunalwahlen, halte sie für ideal.

Sie betonte, nicht krank oder überfordert zu sein. Im Gegenteil: Sie möchte weiter politisch mitarbeiten.

Alves appellierte am Ende: „Geht ordentlich miteinander um, lasst Persönliches außen vor und arbeitet für die Sache.“

Ihr Nachfolger im Rat ist Jürgen Laschinski, der bereits im April den Vorsitz des Bürgerblocks von Alves übernommen hatte. Er kennt sich vor allem mit Wirtschaft und Finanzen aus, sagt Bürgerblock-Fraktionsvorsitzender Hermuth Straßburg.

Michael Jahnke war seit 2011 im Rat. Er war kürzlich aus Bassum weggezogen und musste den Stadtrat deswegen verlassen. Christian Porsch beschrieb Jahnke als einen „ruhigen Vertreter“, der deswegen aber „nicht weniger wichtig“ gewesen sei. Seine Recherchen seien in der Fraktionsarbeit sehr geschätzt worden. Für Jahnke war die Arbeit im Rat „immer eine große Freude“, sagte er.

Sein Nachrücker ist Kristian Schröder. Der 49-Jährige ist Ingenieur für Produktionstechniken und kennt sich mit Energieanlagen aus, sagt Torsten Eggelmann, Vorsitzender im Ortsverband der Grünen.

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