Ausbreitung soll minimiert werden

Gutachter dokumentieren Riesenbärenklau in Kätingen

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Riesenbärenklau wohin das Auge in der ehemaligen Sandkuhle auch blickt.

Kätingen - Von Frauke Albrecht. Und er wächst und wächst und wächst – der Riesenbärenklau wuchert seit Jahren auf den Hügeln einer ehemaligen Sandgrube in Kätingen. Jedes Jahr breitet sich die Giftpflanze, die auch unter dem Namen Herkules-Staude bekannt ist, mehr aus.

Sie ist vereinzelt sogar in der angrenzenden Forst zu finden. Seit fünf Jahren versucht die Bürgerinitiative (BI) für Landschafts- und Umweltschutz Nordwohlde-Fahrenhorst die offiziellen Stellen auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Mit Erfolg. Nun hat sich der Landkreis Diepholz des Problems angenommen. 

Allerdings ist die Bekämpfung der invasiven Pflanze langwierig – eine schnelle Lösung wird es nicht geben. Wie Jan Kanzelmeier, stellvertretender Fachdienstleiter Kreisentwicklung beim Landkreis Diepholz, auf Anfrage mitteilt, wurde im Frühjahr ein Fachbüro für Vegetationskunde in Hannover mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Erste Ergebnisse seien frühestens Ende des Jahres, eher jedoch im Frühjahr 2019 zu erwarten.

Ergebnisse liegen im Frühjahr vor

Das Büro soll herausfinden, wie sich die Situation dort im Detail darstellt, welche Auswirkungen die Herkules-Staude auf die Ökologie in der Grube hat, und welche technischen Möglichkeiten der Beseitigung infrage kommen könnten. Dazu dokumentieren die Planer die Grube während einer gesamten Vegetationsperiode.

Der Landkreis hatte sich vor einem Jahr noch gegen ein kurzfristiges Eingreifen mit Maschinen in der Grube ausgesprochen. Die Fläche sei zu steil, der Erfolg stünde in keinem Verhältnis zum Aufwand, hieß es.

Bürgerinitiative nimmt Nachricht mit Freude auf

Die Bürgerinitiative nimmt die Nachricht mit Freude auf. Die Mitglieder und Anwohner weisen seit Jahren auf die Gefahren hin, die von der Pflanze ausgehen. Noch vor drei Wochen hatte der Vorsitzende Jürgen Schierholz in Unkenntnis des Gutachtens mal wieder einen verzweifelten Brief an die Stadt, den Landkreis und auch an einige Ratsvertreter geschrieben, mit der Bitte, sich vor Ort ein Bild zu machen. 

„Das ist eine gefährliche Invasion, die nachhaltig Schäden anrichtet“, schrieb er. „Das betroffene Areal wird immer größer. Die Pflanzen blühen bereits und bilden Samen aus. Jetzt müssten alle Blütenköpfe eigentlich gekappt, eingesammelt und in Wedehorn entsorgt werden.“

Schierholz wies in dem Brief auch auf die gesundheitlichen Gefahren hin: „Der Saft, den der Riesen-Bärenklau absondert, enthält photosensibilisierende Substanzen. Beim Auftreffen von Sonnenlicht können die UV-Strahlen schwere Schädigungen der Haut auslösen. Auch krebserregende Wirkungen wurden festgestellt. Höchste Vorsicht ist also geboten und Hautkontakt mit der Pflanze sollte unbedingt vermieden werden.“

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